Quecksilber und Artenschutz: Darauf sollten Sie beim Fischkauf achten
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Fisch
vom 10. Mai 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Fisch lässt sich abwechslungsreich zubereiten und bringt zudem viele Vorteile für Ihre Gesundheit. Allerdings kann der Genuss oft getrübt werden von Meldungen über Schwermetallbelastungen, verdorbene Ware oder leer gefischte Gewässer. Sollten Sie deshalb eventuell doch lieber die Finger von Fisch lassen?
Auf der Seite der Argumente, die für einen regelmäßigen Konsum sprechen, stehen Inhaltsstoffe, die Sie in dieser Kombination in keinem anderen Nahrungsmittel finden.
Fisch ist reich an diesen Inhaltsstoffen:
- leicht verwertbares Eiweiß
- Vitamin A
- Vitamin B12
- Vitamin D
- Jod
- Selen
- Omega-3-Fettsäuren
Alle Süßwasser- und Seefische bieten Ihrem Körper leicht verwertbares Eiweiß und werden deshalb auch als Schon- und Aufbaukost nach Krankheiten eingesetzt. Flunder, Forelle oder Hecht sind zudem relativ mager und kalorienarm - sie enthalten nur ein Viertel der Kalorien eines gleich großen Stücks Rindfleisch. Deshalb sind diese Fischsorten auch ideal, wenn Sie abnehmen möchten.
Kein Nahrungsmittel ist so reich an essenziellen Fettsäuren
Aus gesundheitlichen Gründen spricht vor allem der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren für den Fisch. Sie sind ein wichtiger Rohstoff für den Organismus, den er nicht selbst herstellen kann (essenzieller Nährstoff).
So verbessern Omega-3-Fettsäuren Ihre Gesundheit:
- bessere Fließfähigkeit des Blutes
- Schutz vor Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall
- Senkung der Blutfette (Triglyceride, LDL-Cholesterin)
- Verhinderung von Herzrhythmusstörungen
- Senkung des Alzheimer-Risikos
- Stärkung der Abwehrkräfte
- Unterdrückung entzündlicher Erkrankungen (z. B. Arthritis, Schuppenflechte, Morbus Crohn)
- geringere Neigung zu Asthma, Bronchitis, Parodontitis und Depressionen
Vor allem Kaltwasserfische wie Aal, Lachs, Hering oder Makrele enthalten viel der überaus gesunden Fettsäuren. Zwei Portionen pro Woche à 200 g, und Ihr gesamter Omega-3-Bedarf ist abgedeckt.
Thunfisch und Hai: Nicht öfter als einmal wöchentlich
Allerdings reichern vor allem Raubfische wie Thun- und Schwertfisch oder Haie Schwermetalle wie Quecksilber oder Zinn-Verbindungen an. Manche Stichproben enthalten pro 100 g mehr als 100 μg Quecksilber (zum Vergleich: Pro Woche sollte ein 70 kg schwerer Mensch keinesfalls mehr als 150 μg Quecksilber zu sich nehmen). Belastet sind vor allem Arten, die an Flussmündungen oder in Küsten nähe leben.
Doch auch Bakterien und Viren können den Fisch ungenießbar machen. Vor allem bei schlechter Kühlung und zu langen Lagerzeiten kann es daher zu Fischvergiftungen kommen. Wenn Sie Fisch roh verzehren wollen (z. B. Sushi), sollten Sie ihn vorher mindestens sechs Tage einfrieren. So töten Sie Fadenwürmer (Nematoden) ab, die in vielen Fischarten als „natürliche" (meist eher harmlose) Parasiten leben. Entscheidend ist auch eine ausreichende Garzeit. Als Richtlinie gilt: zwei bis drei Minuten pro Zentimeter Dicke, gemessen an der dicksten Stelle des Tieres. Stechen Sie mit einem dünnen Messer vorsichtig in den Fisch und halten Sie die Messerspitze an Ihre Oberlippe. Ist sie warm, ist der Fisch gar, und dem Genuss steht nichts mehr im Wege.
Fischkauf: So erkennen Sie frische Ware
- Frischer Fisch riecht niemals unangenehm, sondern nach Meer, Salzwasser oder Algen.
- Die Schuppen sollten glänzen, und die Kiemen leuchtend rot, nicht bräunlich verfärbt oder beschädigt sein.
- Das Fleisch muss sich elastisch anfühlen: Drücken Sie den Fisch mit einem Finger leicht ein. Innerhalb von Sekunden sollte er wieder seine ursprüngliche Form annehmen.
- Die Augen sollten klar sein. Milchige, trübe Augen deuten auf alte Ware hin.
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Doris Kiechle Pohlmann (10.05. 2011 16:10 Uhr):
Ihnen sind bei dem Artikel mehrere Fehler unterlaufen was die Inhaltsangaben betrifft: es müssen sich bei den Angaben von Quecksilber sicherlich immer um Milligramm; mg, handeln, ansonsten würde wohl kaum ein Mensch den Genuß von Fisch noch überleben. Liebe Grüße Doris Kiechle-Pohlmann
Antworten - Kommentar von Henning Jäger (10.05. 2011 16:56 Uhr):
Fisch: Wie rechnet es sich, dass manche Fische auf 100 Gramm mehr als 100 Gramm Quecksilber enthalten? Das Müsst dann ja ein "Queck"-Silberfisch sein. Ist es richtig, dass ich mit einem Gewicht von 105 kg etwa 225 Gramm Quecksilber zu mir nehmen darf? Dann muss ich mir ja keine Sorgen machen, wenn ich versehentlich einmal ein paar Quecksilberkügelchen herunterschlucke? Es grüsst der Druckfehlerteufel.
Antworten - Kommentar von Elisabeth Wolf (10.05. 2011 17:31 Uhr):
Im Newsletter über Quecksilber in Fisch ist ein gravierender Fehler, denn 100 g Fisch können nicht mehr als 100 g Quecksilber enthalten. Da wäre statt Fisch nur Quecksilber amTeller! Allerdings sind in diesem Formular vermutlich korrektere Angaben bez. Quecksilber. MfG E. Wolf
Antworten - Kommentar von Dieter Schoultz (10.05. 2011 17:41 Uhr):
In dem per e-mail versandten Artikel könnte man schlußfolgerrn, das Quecksilber sinnvollerweise aus Thunfisch oder Haifisch gewonnen werden sollte ;das μ-Zeichen wurde vergessen.
Antworten - Kommentar von Manfred Kröll (10.05. 2011 18:39 Uhr):
Guten Tag,ich lese in diesem Artikel den Sa Manche Stichproben enthalten pro 100 g mehr als 100 g Quecksilber. Da steckt wahrscheinlch irgendwo ein Tippfehler. - Ich hoffe, dass der Rest weniger Fehler enthält Aus Siegburg grüßt Manfred Kröll.
Antworten
- Kommentar von Dr Oskar R Weber (10.05. 2011 18:39 Uhr):
Thunfisch und Hai Ist das richtig, dass 100g mehr als 100g Quecksilber enthalten?
Antworten - Kommentar von Dr Bittorf (10.05. 2011 19:17 Uhr):
Diese Fische hätte ich gerne. Würde das Quecksilber mit 100 gramm a 100 gramm Gewicht gerne verkaufen. Aber nein: Die gehen ja unter, die können ja gar nicht schwimmen bei einer Dichte von 13,6.......
Antworten - Kommentar von titus tankovitz (10.05. 2011 19:33 Uhr):
ich glaube dass ihnen hier ein kleiner fehler unterlaufen ist: 100g quecksilber auf 100g fisch erscheint mir doch ein wenig zu viel.
Antworten - Kommentar von Johannes Walter (11.05. 2011 08:41 Uhr):
Da haben ja viele Leser aufgepasst!!! Der Grenzwert bemisst sich aber in Mikrogramm=mü und nicht in Milligramm =mg wie bei meiner Vor-Rednerin Doris Kiechle.
Antworten - Kommentar von Paul Kugler (11.05. 2011 09:53 Uhr):
Leider stehen Sie mit den Dimensionen auf Kriegsfuss. Da könnte man Fische zur Quecksilbergewinnung einsetzen.
Antworten
- Kommentar von Baldelli Angela (11.05. 2011 22:00 Uhr):
Angesichts der Überfischung er Meere vergeht mir der Appetit auf Fisch. Um Fische im Meer zu züchtem braucht es ja auch noch ernorm viel anderen Fisch - so gesund Fisch auch ist - gibt es keine Alternativen? A, Baldelli
Antworten