Zwangsstörungen: Zwanghaftes Aufschieben
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GNL5356
Zeitmanagement
Anstehende Entscheidungen vor sich her zu schieben oder sich vor unangenehmen Aufgaben zu drücken, kann Selbstschutz sein: der natürliche Trieb, sich vor den Risiken des Unbekannten zu bewahren. Aber wenn daraus eine Gewohnheit wird, kann diese selbst zum Problem, zum Risiko werden.
Am guten Willen, eine wichtige Aufgabe zu erledigen oder etwas im Leben zu ändern, fehlt es uns selten. Doch wie oft hapert es an der Durchführung! Da fällt uns so Vieles ein, das auch getan werden muß oder das uns hindert, gerade jetzt die Entscheidung zu fällen und umzusetzen. So bleibt alles beim Alten, oder wir sind wieder einmal nicht zum richtigen Zeitpunkt fertig geworden. Wir ärgern uns.
Was steckt hinter ständigem Aufschieben?
- Angst vor dem Versagen. Wenn wir dann doch – unter Druck, aber wieder zu spät – oder gar nicht fertig geworden sind und dabei uns und andere in Schwierigkeiten gebracht haben, bereiten die privaten oder beruflichen Folgen noch mehr Ängste.
- Angst vor dem Erfolg. Auch das gibt es. Vor allem Frauen, die gewohnt sind, immer einen Schritt hinter ihrem Mann zu bleiben, damit er der Erfolgreichere bleibt, trauen sich oft nicht, selbst Erfolg zu haben. Sie verschanzen sich gern hinter einer Rücksichtnahme auf ihren Partner und hinterfragen gar nicht erst, ob diese überhaupt so gewünscht wird.
- Angst vor Nähe. Ist eine Beziehung zu Ende gegangen – durch Tod oder Trennung – zögert so manche Frau, eine neue Verbindung einzugehen oder mit dem neuen Freund zusammenzuziehen, weil sie um ihre neugewonnene Selbständigkeit fürchtet.
- Perfektionismus. Eine perfektionistische Frau will bei einer Aufgabe nicht ihr Bestes geben, sondern das Beste überhaupt. Sie ist sich selbst gegenüber noch kritischer, als sie dies von den anderen erwartet. Unrealistische Maßstäbe führen dazu, daß sie gar nicht erst anfängt, weil sie es doch nicht so gut schafft, wie sie möchte. Am Ende kann dann die nutzlos verwartete Zeit nur gerechfertigt werden, wenn sie mehr als ihr Bestes gibt, das Jahrhundertwerk gewissermaßen. Also wird sie nie fertig.
- Scham. Alles, was ein Mensch unternimmt, kann theoretisch auch mißlingen. Welche Beschämung, wenn das gerade einer ehrgeizigen Frau passieren sollte. Also dann doch lieber warten, bis sie kompetenter ist, weniger Ablenkungen hat, nächsten Monat vielleicht ...
All dies führt zu Selbstzweifeln, Depressionen, Ärger und Wut auf sich und die Welt, die soviel verlangt.
Ihre Strategien gegen das Aufschieben
Wenn es Ihnen auf die Nerven geht, daß Sie die Erledigung von Aufgaben oder größeren Projekten immer vor sich herschieben, gibt es nur eines: Fangen Sie an! Gleich, wie es ausgeht. Das Lustprinzip? Wenn Sie erst fragen, ob Sie Lust haben, haben Sie natürlich keine. Falls das Ergebnis später doch nicht Ihren Hoffnungen entspricht, ist die Frustration bestimmt nicht schlimmer als die Scham, es wieder einmal gar nicht oder viel zu spät versucht zu haben.
„Im Anfang war die Tat!“
so munterte sich Goethes Faust auf
Paradox – aber hilfreich
Bei dem Anfangen kann Ihnen eine Einstellung helfen, die aus der Logotherapie bekannt ist die sogenannte paradoxe Intention. Sagen Sie sich: „Ich wünsche mir geradezu, was ich befürchte: daß die Erledigung dieser Aufgabe schief geht. Soll doch mein Mann (mein Chef, mein Freund,) sehen, daß auch ich etwas in den Sand setzen kann.“ Eine solche Einstellung baut Hemmungen ab, und Sie können ungestört von Selbstzweifeln loslegen. Wunderbarerweise (Psychologen finden das ganz natürlich) geschieht dann meistens, was Sie nicht erwarteten: Ihre Arbeit findet Anklang. Dabei haben Sie sich gar nicht so sehr angestrengt. Gerade Frauen sind oft mißtrauisch gegenüber eigenen Leistungen, die sie „mit links“ erledigen können. So manche Frau traut sich nicht zu wissen, wieviel sie eigentlich kann. Könnte das eine Aufgabe sein, die Sie sich vornehmen sollten?
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