Zwangsstörungen: So gehen Sie gegen das Aufschieben an
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Der Psychologe und Studienberater der Freien Universität Berlin, HansWerner Rückert, gibt in seinem Buch „Schluss mit dem ewigen Aufschieben“ praktikable Tips für mannigfaltige Situationen und Lebenslagen, in denen Drückebergerei besiegt werden kann. Ein wichtiger Tip bezieht sich auf das Selbstmanagement in kleinen Schritten. Um das Ziel handhabbar zu machen, gilt es festzulegen,
- welche Schritte Sie machen werden,
- wann genau Sie diese machen werden,
- was Sie tun werden, wenn Schwierigkeiten auftauchen.
Behalten Sie immer das Ziel vor Augen, aber konzentrieren Sie sich auf die nächsten Etappen. Rückert empfiehlt, nicht gleich das ganze Projekt insgesamt anzugehen, sondern es in kleine, überschaubare Einheiten aufzuteilen und mit den leichteren Schritten zu beginnen, z. B. den mechanischen, ordnungstiftenden, gliedernden Arbeiten. Außerdem rät er, ein kleines Journal anzulegen. Es enthält einen realistischen(!) Plan der nötigen Arbeitsschritte für den kommenden Tag, der genügend Pausen und ein festes Ende der Arbeitszeit vorsieht. Das Journal enthält auch eine Spalte, in die Sie kurz Ihre Gefühle und Gedanken niederlegen, sowie die Impulse und Ablenkungen, die Sie von der Arbeit abhalten wollen. Das verlangt von Ihnen vorübergehend, neue Handlungen zu vollziehen und sich mit unvertrauten Gefühlen auseinanderzusetzen. Ein kleines Abenteuer, das sich aber lohnt, weil Sie daraus viel über sich und für sich lernen können. Nach der Erledigung der kleinen Einheiten und des Tagesprogramms genehmigen Sie sich eine Belohnung.
Eine solche Einteilung in kleine Einheiten bewährt sich auch bei größeren Projekten, z. B. der Suche nach einer (Halbtags)Stelle, nach einem geeigneten ehrenamtlichen Engagement, nach einem altersgerechten Wohnsitz für sich oder Ihre Eltern, bei der Vorbereitung eines Grundsatzgesprächs im Beruf oder der Familie oder was auch immer ansteht.
Kreativität läßt sich organisieren
Sich die Zeit fest (aber nicht zu eng!) einzuteilen, heißt nicht, daß Sie Ihre Spontanität aufgeben sollen. Sie ist vielmehr ein Gerüst, um Ihre Kreativität in Bahnen zu lenken, statt in kopflosem Aktivismus unterzugehen. Vertrauen Sie ruhig darauf, daß sich Lust und Ideen von allein einstellen, sobald Sie sich auf Ihr Projekt eingelassen haben und die ersten kleinen Erfolge verzeichnen können. Am Ende haben Sie mehr Freizeit, die Sie guten Gewissens genießen können, und eine bessere Qualität Ihrer Arbeit.
Geeignete psychotherapeutische Verfahren
Sollten Sie trotzdem das Problem nicht in den Griff bekommen, können Sie professionelle Hilfe suchen. Zwei Verfahren versprechen Erfolg:
- Verhaltenstherapie: Sie trainieren einen anderen Umgang mit Ihrem Problem, um es im Alltag zu überwinden.
- Gesprächs(psycho)herapie: Hier stehen Ihre Sichtweisen jetzt und hier im Vordergrund. Hilfreiche Lösungen des Problems werden gesucht. In der analytischen Psychotherapie (Psychoanalyse; sie dauert oft Jahre) unterziehen Sie sich einer Analyse emotionaler Konflikte, die die stumme Grundlage für Ihr Problem bilden.
Bei starkem Leidensdruck und beeinträchtigenden Folgen für das Alltagsleben können die Gesetzlichen Kassen nach dem neuen Psychotherapiegesetz Kosten einer Behandlung auch dann übernehmen, wenn diese durch einen Psychologen vorgenommen wird. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach den Voraussetzungen einer Erstattung.
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