Zwangsstörungen: Behandlung
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Eine Zwangsstörung bleibt oft für Jahre unbehandelt. Zum Teil deswegen, weil es den Betroffenen peinlich ist und sie deshalb keine Hilfe suchen. Ist sie jedoch einmal erkannt, so kann sie im Allgemeinen mit Verhaltenstherapien, Medikamenten oder einer Kombination von beiden gut behandelt werden.
Heutzutage besteht die medikamentöse Therapie im Einsatz von Medikamenten, die das Serotonin-System beeinflussen. Neben den trizyklischen Antidepressiva sind insbesondere die so genannten selektiven Serotonin Wiederaufnahme Hemmer (SSRI) wirksam, die die Fähigkeit des Gehirns steigern, die Substanz Serotonin zu verwerten. Zu diesen Medikamenten gehören die Wirkstoffe Citalopram (Sepram®), Fluoxetin (Fluctin®), Fluvoxamin (Fevarin®), Paroxetin (Seroxat®) und Sertralin (Gladem®).
Bei mehr als der Hälfte der Personen, die SSRI einnehmen, werden die Symptome der Zwangsstörung gelindert. Jedoch kann es einige Zeit dauern, bis die Patienten positiv auf die Medikamente reagieren, zuweilen sogar bis zu 4 oder 6 Monaten. Außerdem müssen sie eventuell verschiedene SSRI ausprobieren, bevor sie dasjenige finden, das bei ihnen am besten wirkt.
In manchen Situationen sind andere Medikamente eventuell notwendig, entweder in Kombination mit oder anstatt der SSRI. Die SSRI verursachen im Allgemeinen wenig Nebenwirkungen.
Manche Erkrankten finden auch Hilfe in der Verhaltenstherapie. Diese intensiven Therapiesitzungen mit einem Psychotherapeuten können über mehrere Monate hinweg stattfinden. Sie beinhalten ein Behandlungskonzept, bei dem sich der Patient der Angst auslösenden Situation aussetzt und den Umgang damit allmählich lernt.
Im Wesentlichen wird bei der Verhaltenstherapie das Konfrontieren mit Situationen geübt, die bei den Betroffenen obsessive Gedanken auslösen. Die Patienten trainieren dabei, ihr ritualistisches oder zwanghaftes Verhalten zu unterlassen bzw. damit umzugehen. Diese Therapie kann intensive Arbeit bedeuten, aber mit der Zeit gehen die Zwangsstörungssymptome bei 65% bis 75% der Personen zurück, die daran teilnehmen.