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Trauer - wie Sie wieder vertrauen in die Zukunft fassen können

Der Verlust eines nahen Angehörigen setzt in uns Gefühle frei, wie wir sie in dieser Stärke im Leben nie mehr oder nur sehr selten erleben. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Todesfall handeln. Viele empfinden eine ungewollte Trennung vom Lebenspartner oder den Auszug der Kinder fast genauso intensiv.

In solchen Situationen ist es wichtig, dass Sie die Trauergefühle zulassen und nicht verdrängen. Denn sie sind eine ganz natürliche Reaktion und helfen uns, diese Phase ohne größere Schäden an Körper und Seele überstehen zu können.

Typischerweise wird der Trauerprozess in der Psychologie in vier Phasen eingeteilt, die sich jedoch nicht immer strikt trennen lassen. Vo r allem in der Phase der aufbrechenden Gefühle (Phase 2) kann sich die normale Trauerreaktion auch in körperlichen und seelischen Beschwerden äußern.

Das sind typische Beschwerden während des Trauerns:

  • depressive Verstimmungen
  • Schlaflosigkeit
  • innere Unruhe
  • Konzentrationsmängel
  • Appetitmangel oder Heißhungerattacken

Die Verarbeitung eines Verlustes ist für den Körper eine extreme Stresssituation. Daher treten auch typische Stresssymptome wie Herzrasen, Sodbrennen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Asthma oder Schwindel auf.

Beruhigungsmittel sind keine Dauerlösung

Ganz entscheidend ist, dass Sie die vier Phasen komplett durchlaufen und nicht in einer der ersten drei Trauerphasen verharren. Denn dann verselbständigen sich die aufgeführten Beschwerden leicht, und schwere Depressionen oder ernste psychosomatische Beschwerden wären die Folge.

Wenn Sie das Gefühl haben, Sie können die Trauer nicht mehr selbst bewältigen, sollten Sie sich dringend Ihrem Arzt, einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle (z. B. Telefonseelsorge) anvertrauen. Das gilt ganz besonders, wenn Sie Selbstmordgedanken hegen oder die Trauer nur noch betäubt von Alkohol oder Medikamenten ertragen können.

Beruhigende Medikamente (z. B. Schlafmittel und Psychopharmaka) sollten Sie allerhöchstens in den ersten zwei bis drei Wochen nach dem Trauerfall einnehmen. Langfristig dämpfen sie die Betroffenheit, sodass Sie den notwendigen Trauerprozess sehr verzögert oder sogar unvollständig durchlaufen.

Der seelische Schmerz ist nicht zu Beginn der Trauer am stärksten, sondern erst, wenn die ersten, oft noch betriebsamen Wochen überstanden sind. Ausgerechnet in dieser Phase geht jedoch die Anteilnahme der Mitmenschen zurück. Sie sollten also einer trauernden Person gerade in dieser Zeit Ihre Unterstützung anbieten.

Drängen Sie einem Trauernden Ihre Hilfe nicht auf

Allerdings: Drängen Sie Hilfe und Trost nicht auf. Hören Sie lieber einfach zu oder schweigen Sie gemeinsam, anstatt mit einem aufgesetzt fröhlichen Gespräch die traurige Situation überspielen zu wollen. Andererseits sollten Sie sich als Betroffener auch nicht scheuen, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Es gibt jedoch auch immer mehr professionelle Trauerbegleiter,  die Sie mit Gesprächen (teils in Gruppen mit anderen Trauernden) und praktischen Ratschlägen in dieser schweren Zeit unterstützen. Vielen hilft auch ein Tagebuch, dem sie ihre Gedanken jederzeit anvertrauen können.

Um wieder zu einem geregelten Tagesablauf zu kommen, sollten Sie sich einen Tagesplan aufschreiben, den Sie schrittweise mit immer mehr Aufgaben des alltäglichen Lebens auffüllen. Verabreden Sie sich vor allem auch an Wochenenden und Feiertagen rechtzeitig mit Freunden und Verwandten.

Denn diese Tage sind sonst oft von Einsamkeit geprägt. Wie lange die Trauerphase insgesamt dauert, ist individuell sehr verschieden. In der Regel sollte sie aber nach etwa drei Jahren abgeschlossen sein. Spätestens dann können Sie Ihr Leben wieder frei von niederdrückender Traurigkeit genießen.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Sie den geliebten Menschen vergessen und verdrängen, die Erinnerung an ihn bereitet Ihnen nun jedoch keinen Schmerz mehr. Vielmehr überwiegt die Freude, mit ihm ein besonders schönes Stück des Lebenswegs gemeinsam gegangen zu sein.

Umgang mit dem Tod: Trauer braucht ihre Zeit

Umso wichtiger ist es, damit Körper und Seele keinen Schaden nehmen, die Zeit der Trauer zu akzeptieren. Geben Sie sich die Zeit, alle vier Phasen der Trauerarbeit zu durchleben, die bei den meisten Menschen insgesamt drei bis fünf Jahre dauern. Wertvolle Unterstützung gibt Ihnen dabei die Homöopathie.

In der ersten Phase des Verlusts, in der man sich noch in einer Art Schockzustand befindet, kann das homöopathische Mittel Ignatia Ihnen die Spitze der Verzweiflung nehmen. Zwar ist der Kummer nicht beseitigt, Sie können jedoch mit Hilfe des Mittels die erste Panik durchbrechen.

Träufeln Sie dazu bis zu dreimal täglich fünf Tropfen der Potenz LM VI direkt auf die Zunge. Wenn der Kummer schon länger anhält und Sie ihn einfach nicht loslassen können, sollten Sie einen Versuch mit Natrium muriaticum starten. Legen Sie dann einmalig drei Globuli in der Potenz C30 unter die Zunge.

Substanzen aus der Natur können helfen

Die körperlichen Reaktionen auf den Verlust können individuell sehr unterschiedlich sein. Dabei kommt Schlaflosigkeit ebenso vor wie das Bedürfnis, nur noch schlafen zu wollen. Auch das Essverhalten ändert sich. Manch einer hat gar keinen Appetit mehr, ein anderer versucht, den Kummer „wegzufuttern“.

Ehe Sie in dieser Situation zu Schlaftabletten oder Antidepressiva greifen, sollten Sie unbedingt zunächst natürliche Methoden anwenden. Diese Heilpflanzen beruhigen Ihre Seele:

Fertigpräparate aus Extrakten dieser Pflanzen können Ihnen helfen, wieder besser in die Balance zu kommen.

Bewältigen Sie die Trauer in vier Phasen

Die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen kann man nicht in wenigen Wochen abstreifen und einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Damit Ihre Seele keinen Schaden nimmt, sollten Sie sich die Zeit geben, die Phasen der Trauer zu durchleben.

Phase 1: Nicht wahr haben wollen

Die erste Phase ist kennzeichnet durch Verzweiflung und das Geschehene wird noch nicht erfasst. Einige sind hier wie versteinert, andere brechen vollkommen zusammen und verlieren die Orientierung. Diese Phase kann Stunden bis hin zu Wochen anhalten.

Phase 2: Aufbrechende Gefühle

Nun drängen Gefühle wie Wut, Angst oder auch Schuldgefühle an die Oberfläche. Diese Gefühle sollten Sie auf keinen Fall verdrängen, denn sie helfen Ihnen, den Schmerz zu verarbeiten. Wenn Sie diese Emotionen nicht zulassen, können Depressionen die Folge sein.

Phase 3: Neuorientierung

Anschließend beginnt die innere Suche nach dem neuen Weg ohne die geliebte Person. Langsam beginnt jetzt wieder eine Öffnung nach außen. Zwar kommt es noch zu Stimmungsschwankungen, doch das Hadern und Trauern lassen etwas nach und der Körper beginnt wieder, seinen Rhythmus zu finden.

Phase 4: Neues Gleichgewicht

In der letzten Phase der Trauerarbeit ist ein Vertrauen in die Zukunft entstanden. Zwar wird der Verstorbene nie zu ersetzen sein und auch nie vergessen werden, dennoch ist jetzt ein neues Vertrauen in den Fluss des Lebens entstanden.

Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen

Für Trauernde kann es befreiend und wohltuend sein, über den Verstorbenen und die schmerzlichen Gefühle reden zu können. Falls Sie sich jedoch damit schwertun über Ihre Gefühle zu sprechen, kann Ihnen eine Art Trauertagebuch helfen. Schreiben Sie einfach nieder, was Sie durchleben und was Sie bewegt.

Oder Sie schreiben Briefe an den Verstorbenen, auch wenn Sie diese niemals absenden. Wichtig ist alleine das Niederschreiben, denn es hilft Ihnen beim Verarbeiten. Wenn Sie spüren, dass Sie trotz aller Bemühungen nicht aus der Tal der Trauer herausfinden, sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Hier finden Sie Unterstützung und ein offenes Ohr

  • Hausarzt
  • Selbsthilfegruppen
  • Internetforen
  • Telefonseelsorge

Inzwischen bieten auch viele Bestattungsunternehmen Trauerbegleitung in Form von Seminaren, Vorträgen und Gruppenarbeit an, die in der Regel kostenfrei sind.

Wie Sie einem trauernden Freund oder Familienangehörigen helfen können

Die amerikanische Gesellschaft für Mentale Gesundheit gibt folgende Ratschläge für die Begleitung einer nahe stehenden trauernden Person:

  • Geben Sie keinen falschen Trost – Äußerungen wie „Mit der Zeit wirst du darüber hinweg kommen“ helfen dem Betroffenen nicht. Sie helfen dem Trauernden eher, wenn Sie Ihr Mitgefühl zeigen und ein guter Zuhörer sind.
  • Teilen Sie die Trauer und die Sorgen – Ermuntern Sie die trauernde Person, über ihre Gefühle zu reden und auch von Erinnerungen zu erzählen.
  • Helfen Sie im Alltagsleben – Bieten Sie Ihre Hilfe beispielsweise beim Kochen oder bei Erledigungen im Alltag an.
  • Überstürzen Sie nichts – Sich von einem großen Verlust zu erholen, kann sehr lange dauern. Versuchen Sie immer ein offenes Ohr zu haben.
  • Wenn es nötig ist, ermutigen Sie den Betroffenen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Trauer, die dazu führt, dass der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann, bedarf professioneller Hilfe.
Trauer Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Hospiz: Ein Abschied in Würde

In den 60er Jahren gründete sich in England die Hospizbewegung. Sie machte es sich zur Aufgabe, Sterbende auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Seit Mitte der 80er Jahre findet der Hospizgedanke bei uns in Deutschland zunehmend Unterstützung.