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Schlagende Frauen: Eine üble Verbindung

natürlich von tag zu tag, Einfälle und Ausfälle von Sylvia Schneider

Ich erinnere mich noch wie heute, als ein Kollege zum ersten Mal sagte, dass viel mehr Männer von ihren Frauen geschlagen würden, als wir alle glauben würden. Ein empörter Aufschrei ging durch unsere Redaktionsstube. Der Kollege war fortan an als übler Macho verschrien, der nicht wahrhaben wollte, dass Frauen fortwährend der Gewalt von bösen Männern ausgesetzt sind. Nun lese ich aber immer häufiger, dass Frauen handgreiflich werden. Das ist jetzt sogar erstmals in Studien nachgewiesen worden.

Eine Untersuchung aus dem Bundesfamilienministerium kommt zu diesen Zahlen: Von etwa 200 befragten Männern war fast jeder 4. schon einmal schon mindestens einmal von einer Partnerin in irgendeiner Form angegriffen worden. Wegschubsen, Ohrfeigen, Beißen, Kratzen, schmerzhafte Tritte und das Schleudern gefährlicher Wurfgeschosse gehören mehr und mehr zu den weiblichen Ausdrucksformen, wie es scheint.

Kaum ein Mann geht deswegen zur Polizei und bringt die Untat zur Anzeige. Welcher Kerl outet sich schon gern als Weichei, das von seiner Frau verwamst und vermöbelt wird? Wenn Frauen in der Beziehung die Fetzen fliegen lassen, ist das für den Mann nur eines: sturzpeinlich.

Was aber treibt Frauen in eine derart schlagende Verbindung? Darüber gibt eine neuseeländische Studie Aufschluss: Frauen, die ihren Partner misshandeln, sind bereits als Teenager durch eine besonders aggressive Haltung aufgefallen. Wenn diese dann auf einen Mann treffen, der ebenfalls ein großes Agressionspotential mitbringt, steigert sich die Gewaltbereitschaft der Frauen und bringt sie zum Zuschlagen. Man weiß ja auch nicht, wie sehr sie von ihrem männlichen Gegenüber gereizt wurden.

Das Dumme: Gleich und gleich gesellt sich gern. Rabauke sucht Rabaukin. Und am Ende prügeln beide um die Wette.

Gerade Mädchen und junge Frauen zeigen heute ein große Neigung zur Gewalt. Sie schlagen und quälen sich auch untereinander. Prügelnde Mädchen-Gangs sind an manchen Schulen ganz groß in Aktion. Die Polizei konstatiert eine zunehmende Grausamkeit und Brutalität beim weiblichen Geschlecht.

Wie viele Männer von Frauen zum Geschlechtsverkehr genötigt wurden, erfuhr die Potsdamer Psychologin Professor Barbara Krahé bei einer anonymen Befragung von 248 jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren. Knapp 10 % gaben zu, schon einmal erotische Erfahrungen gegen den Willen des Mannes gemacht zu haben. Fast 3 Prozent sagten, sie hätten schon einmal einen Mann zum Sex gezwungen. Wobei sie Drohungen oder körperliche Gewalt genutzt beziehungsweise die Hilflosigkeit des betrunkenen Mannes ausgenutzt hätten. Ihre Opfer waren meist Freunde oder Bekannte, der aktuelle Partner.

Und die Moral von der Geschicht‘: Wehrhaft sein – das ist für Frauen im Prinzip von ganz enormer Bedeutung. Doch Verrohung, das kann es ja nun wirklich nicht sein. Das geht gar nicht. Das, was bei Männern verachtenswert ist, ist es in diesem Fall auch bei Frauen.

Wie sehen Sie das?

Ihre Sylvia Schneider

P. S.: Übrigens sah unser Strafgesetzbuch noch bis 1997 lediglich Männer als Vergewaltiger. Frauen kamen nur als Opfer vor.

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