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Psychische Gewalt - nicht minder gefährlich zu physischer Gewalt

Eine Studie der Universität South Carolina mit 1.152 Patientinnen bestätigt die Schäden, die durch psychische Gewalt entstehen. Über die Hälfte der teilnehmenden Frauen war mindestens einmal in ihrem Leben von ihrem Partner körperlich oder seelisch misshandelt worden.

Die Psychologin Ann Cooker fand dabei deutliche Parallelen zwischen Frauen, die von ihren Männern geschlagen wurden und jenen, die über seelische Grausamkeit berichteten. Die Frauen beider Gruppen litten unter psychosomatischen Beschwerden wie chronische Schmerzen, Blaseninfektionen, Darmbeschwerden, Migräne.

Psychoterror ist schwieriger aufzudecken als körperliche Misshandlung und daher in gewisser Weise heimtückischer, berichtet die Amerikanerin Carol Lampert aus ihren Erfahrungen mit ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin. Mehrere Jahre lang leitete sie Gruppen von Frauen, die mit einem sehr dominanten und ständig kontrollierenden Mann zusammen lebten.

Ihr Rat: Bevor Frauen psychisch so weit unten sind, dass sie den ständigen, krankmachenden Herabsetzungen glauben und alles Selbstvertrauen verlieren, sollten siepsychologische Beratung suchen.

Bevor Kränkungen Sie krank machen…

Kennen Sie das?: Ein schnell dahingesagter Satz, eine plötzliche Kritik, eine unerwartete Absage – all dies kann einen mitten ins Herz treffen. Nicht jeder kann solche Situationen souverän wegstecken, die meisten fühlen sich vor den Kopf gestoßen und sind zutiefst gekränkt.

Verletzte Gefühle und belastende Situationen können auf Dauer das körpereigene Immunsystem schwächen und uns anfälliger gegenüber Erkrankungen machen – mal ganz abgesehen von den psychischen Problemen, die daraus folgern können. Mit diesen drei Tipps lernen Sie, in solchen Situationen besser zu reagieren, sie besser einzuordnen und nicht alles gleich persönlich zu nehmen:

1. Analysieren Sie Ihre Reaktion. Lernen Sie zu unterscheiden, ob es sich um „normalen“ Ärger handelt, oder ob Sie wirklich im Innersten zutiefst gekränkt sind. Haben Sie das Bedürfnis, es Ihrem Gegenüber heimzuzahlen? Keimt da so was wie ein Schrei nach Rache in Ihnen auf? Diese Gefühle kennzeichnen eine typische Kränkungssituation.

2. Suchen Sie nach Ihrem wunden Punkt. Wieso hat Sie gerade diese Äußerung/diese Situation zutiefst betroffen gemacht? Welche Kränkungen erleben Sie immer wieder? Reagieren Sie sofort unangemessen heftig? Dann hat Ihr Gegenüber Ihren wunden Punkt genau getroffen.

3. Überwinden Sie Ihren verletzten Stolz. Das Bedürfnis nach Rache ist natürlich, bringt Sie aber nicht weiter. Besser ist es, Sie denken einen Moment darüber nach und suchen das Gespräch mit der kränkenden Person und erklären ihr, was Sie betroffen macht.

Wenn das nicht möglich sein sollte, wiederholen Sie das Gespräch in Gedanken und setzen sich mit Ihrem Gegenüber in Ihrer Fantasie auseinander. Oder Sie schreiben sich den Ärger von der Seele, z.B. in einer Mail, die Sie nie abschicken.

Auf diese Missetaten müssen Sie bei Stalkern gefasst sein

Stalker verfügen über ein überaus kreatives Potentzial, ihre Opfer zu quälen:

  • unerwünschtes und ständiges Anrufen
  • unflätiges und wiederholtes Besprechen des Anrufbeantworters
  • pausenloses SiMSen
  • Herumtreiben in der Nähe des Aufenthaltsortes
  • Hinterherfahren oder Hinterherreisen
  • Beschimpfungen
  • Verleumdungen
  • Bedrohungen
  • Gewaltausübung
  • sexuelle Belästigung

Da die Polizei oft nicht helfen kann, wenden sich viele Betroffene zunächst an ihren Arzt – zumal die meisten Gestalkten unter vielfältigen körperlichen und seelischen Beschwerden leiden. Doch der Arzt kann nur ihre körperlichen Beschwerden lindern. Die Angst, sich nirgendswo mehr sicher zu fühlen, kann er ihnen nicht nehmen.

Warnsignale für Menschen, die problematisch werden könnten:

  • sie spionieren ihr Opfer aus
  • sie sind von Anfang an übermäßig engagiert – sie schreiben Ihnen Briefe, rufen an, hinterlassen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter oder schreiben ohne Unterlass E-Mails oder SMSs
  • es fällt Ihnen schwer, nein zu sagen, weil er oder sie ständig wieder Kontakt zu Ihnen sucht
  • ein Stalker ist oberaufmerksam und erinnert sich an jedes noch so winzige Detail und jedes Wörtchen, das Sie jemals gesagt haben
  • Sie fühlen sich spontan und intuitiv unbehaglich
  • er bietet Ihnen ungebeten Hilfe an und überrumpelt sie damit
  • er interpretiert in Ereignisse oder Äußerungen Dinge hinein, die Sie nicht gemeint haben
  • er ist stürmisch und anmaßend, spricht beispielsweise über Ihre gemeinsame Heirat, auch wenn Sie (zumindest aus Ihrer Sicht) gar kein Paar sind
  • er beginnt Sie und Ihre Aufenthaltsorte zu kontrollieren
  • er wird deutlich eifersüchtig und versucht, sie von Ihren Freunden zu isolieren
  • er macht Sie für seine Probleme verantwortlich
  • er weigert sich, Ihr Nein zur Kenntnis zu nehmen.

Was Sie tun können, wenn Sie gestalkt werden:

Stalker richtig einzuschätzen und ihnen angemessen zu begegnen ist außerordentlich schwierig. Je mehr sie für die Verfolgung auf sich nehmen – etwa über lange Strecken hinter Ihnen herreisen, desto gefährlicher sind sie, sagen Psychologen. Sie raten:

  • ignorieren Sie jeden Annäherungsversuch so gut es geht (Karl Dall hatte sich den Zeitungsberichten zufolge mit der Journalistin per E-Mail ausgetauscht)
  • reagieren Sie nicht und seien Sie nicht erreichbar
  • geben Sie keine Informationen über Ihre Aufenthaltsorte – auch nicht an entferntere Freunde oder Familienangehörige (das ist natürlich für Prominente so gut wie unmöglich)
  • riskieren Sie kein Gespräch, keine Diskussion und vor allem keine direkte Zurückweisung, das führt häufig zum Ausbruch von Gewalt
  • achten Sie nicht nur auf direkte Drohungen, sondern auch auf Aussagen wie „Die ganze Welt wird noch über unsere Liebe staunen!“
  • wirken Sie – falls bekannt – auf das Umfeld des Stalkers ein
  • schalten Sie einen psychiatrischen Dienst ein, den jede Stadt beziehunsgweise jedes Land anbietet (Kontaktummer erfahren Sie bei der örtlichen Telefonseelsorge)
  • gehen Sie trotzdem auf jeden Fall zur Polizei, vor allem wenn sich Gewalt anbahnt oder schon stattgefunden hat. (Was sich im Übrigen als negativ erwiesen hat, ist wenn die Polizei mit dem Täter oder der Täterin ein vorsorgliches Gespräch führt. Daraus leitet der Stalker ab, dass er – ohne ernste Konsequenzen erwarten zu müssen – tun und lassen kann, was er will.).
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