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Posttraumatisches Stress-Syndrom (PTSD) - wie es entsteht und wie es bekämpft werden kann

Es war ein schlimmer Autounfall. Trotz allem sind Sie zum Glück weder getötet noch schwer verletzt worden. In den Wochen nach dem Unfall wollten Sie sich nicht mehr hinters Steuer setzen und auch nur ungern als Beifahrer im Auto Platz nehmen.

Genau genommen, ist es sogar so, dass schon der Gedanke daran, mit dem Auto unterwegs zu sein, bei Ihnen zu Herzrasen und einem Schwindelgefühl führt. Symptome wie diese, die länger als einen Monat nach einem schrecklichen oder potenziell schädigenden Ereignis andauern, können auf ein posttraumatisches Stress Syndrom (PTSD) hindeuten.

Wird PTSD nicht behandelt, kann sich daraus eine Angststörung entwickeln und bei chronischem Verlauf zu Persönlichkeitsveränderungen führen. Es gibt jedoch wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Wissenschaftler gehen davon aus, je früher man sich dieser Symptome annimmt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Wie Angststörungen entstehen

Die Nachwirkungen eines traumatischen Ereignisses betreffen jeden Menschen unterschiedlich. Das posttraumatische Stress Syndrom wird von einigen Patienten beschrieben, als wenn man zwischen der Erinnerung und dem Vergessen eines schrecklichen Ereignisses, indem die Gefahr eines schweren körperlicher Schaden bestand oder eingetreten ist, gefangen sei.

Etwa 8% der Erwachsenen berichten über Symptome des PTSD, die Symptome können in jedem Alter auftreten. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch wie bei Männern, PTSD Symptome zu entwickeln.

Jede Art von Ereignis kann PTSD hervorrufen, zum Beispiel gewaltsame Überfälle, Naturkatastrophen, militärische Auseinandersetzungen oder terroristische Angriffe wie am 11. September 2001. Nach dem Erleben solcher extremen Situationen empfinden Menschen dies nach Jahren noch als als Erschöpfungszustand wie nach einem Kampf.

Weshalb nur einige Menschen nach einem traumatischen Ereignis PTSD-Symptome entwickeln, ist nicht bekannt. Psychische, körperliche, genetische und soziale Faktoren spielen dabei eine Rolle.

PTSD: Diagnose

Die in Zusammenhang mit PTSD verbundenen Symptome treten in der Regel innerhalb von 3 Monaten nach dem auslösenden Ereignis auf. Wie lange PTSD andauern kann und wie schwer es verläuft, ist unterschiedlich.

Die Diagnose posttraumatisches Stress Syndrom wird im Allgemeinen dann gestellt, wenn die Symptome mehr als einen Monat bestehen. Die Merkmale und Beschwerden des PTSD lassen sich in 3 Typen einteilen:

  • Das Ereignis wird noch einmal durchlebt („Ich kann es nicht vergessen.“) – Zu den typischen Erscheinungen gehören Flash-Backs (sich aufdrängende Bilder laufen wie ein Film vor dem inneren Augen ab), Alpträume, wiederholte Erinnerungen und körperliche Reaktionen auf Bilder, die das Ereignis noch einmal wachrufen.
  • Vermeidungsverhalten („Ich will mich nicht erinnern.“) – Dazu gehören Bestrebungen, alles zu vermeiden, was irgendwie an das Ereignis erinnert (zum Beispiel auch Personen und Orte), Gefühl des Abstands, Mangel an Interesse für alltägliche Aktivitäten und ein Gefühl von emotionaler Erstarrung.
  • Erhöhte Wachsamkeit („Ich bin darauf vorbereitet, dass es noch einmal passiert.“) – Zu den Anzeichen und Beschwerden dieses Typs gehören übertriebene Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Gereiztheit.

Zusätzlich haben einige Menschen starke Schuldgefühle („ich bin schuldig, weil ich überlebt habe und andere nicht“), Depressionen und allgemeine Angst. Bei anderen Menschen geht das posttraumatische Stress Syndrom auch einher mit Symptomen wie Kopfschmer-zen, Herzklopfen, Schwäche bzw. Ohnmachtszustände, Schwindel und Unruhe.

PTSD: Behandlung

Menschen, die an einem posttraumatischen Stress Syndrom leiden, wenden sich häufig an den Hausarzt, auch wenn der Grund für den Arztbesuch ein anderer als das PTSD ist. Häufig versuchen betroffene Menschen, die posttraumatischen Symptome durch Suchtmittel zu überdecken.

Dies kann jedoch zu neuen Problemen führen, die möglicherweise zuerst behandelt werden müssen, bevor man die Angststörung in Angriff nimmt. Grundsätzlich sind Psychotherapeuten und Psychiater geeignet, Menschen mit einem posttraumatisches Stress Syndrom zu behandeln.

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass das Erlernen einer Traumakonfrontation – anstatt eine Erinnerung an das traumatische Ereignis zu vermeiden – zu den wirksamsten Behandlungsmethoden gehört.

Eine Verhaltenstherapie kann mit anderen Techniken kombiniert werden, wie zum Beispiel Entspannungs- und Atemübungen und eine Traumexposition (Konfrontation der Person mit den traumatisierenden Erfahrungen).

Zusätzlich können bestimmte Medikamente – besonders selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und andere Antidepressiva – in manchen Fällen helfen, die Symptome von Depression und Angst zu lindern, die mit dem PTSD verbunden sind.

Trotz Behandlung können manche Symptome, wie zum Beispiel Gedanken an die traumatisierende Situation, weiter anhalten. Eine möglichst frühzeitige Behandlung scheint eine bessere Prognose zu haben.

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