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Morgellons - das steckt wirklich hinter dem Kribbeln unter der Haut!

Menschen mit der Morgellons-Krankheit geben an, dass Fasern durch ihre Haut wachsen. Andere Betroffene behaupten, etwas Lebendiges bewege sich unter der Haut. Die Patienten sind von Juckreiz, Schmerzen, Müdigkeit und Angst geplagt.

Sie präsentieren in Praxen und im Internet Bilder von jenen krabbelnden Fasern und Lebewesen. Die 2002 in den USA gegründete „Morgellons Research Foundation“ gibt auf ihrer Webseite etwa 16.000 Familien an, die sich an die gemeinnützige Stiftung wendeten.

Wissenschaftler der renommierten Mayo Clinic in den USA befassen sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Phänomen. Ihnen liegen keine landesweiten Daten zur Häufigkeit des Phänomens vor. Allerdings schreiben sie, dass Morgellons-Fälle vor allem in den USA in Kalifornien, Texas und Florida sowie in 15 weiteren Ländern aufgetreten seien.

Keine Hinweise auf „Lebewesen“

Im Januar 2008 startete in den USA eine wissenschaftliche Untersuchung. Grund dafür war, dass immer mehr Betroffene in Praxen und Kliniken mit solchen Schilderungen auftauchten. Ziel dieser Untersuchung war es, herauszufinden, um was für eine Erkrankung es sich handelt.

Für die Studie haben sich prominente Politiker wie Hillary Clinton, John McCain und Barack Obama stark gemacht. Ihre Ergebnisse sollen demnächst vorliegen. Bereits veröffentlicht dagegen ist eine große Studie von US-Forschern der Mayo Clinic.

Bei 108 Morgellons-Patienten nahmen sie mikroskopische Untersuchungen des Gewebes sowie Hauttests vor. Das Ergebnis und die Schlussfolgerung der in dem Fachblatt „Archives of Dermatology“ veröffentlichten Studie lauten: Es handelt sich um eine psychiatrische Störung im Sinne eines Dermatozoen-Wahns.

Beweise für eine reale Erkrankung durch Parasiten (Parasitose) oder eine Erkrankung durch toxische Fasern liegen nicht vor. Die Betroffenen beeindruckt das nicht. Sie glauben fest daran, von Parasiten oder sonstigen „Lebewesen“ befallen und geplagt zu werden.

Eine psychiatrische Behandlung lehnen die Patienten in der Regel ab. Dies schreiben US-Ärzte in dem Fachjournal „American Journal of Clinical Dermatology“.

Hoher Leidensdruck

Es herrschen allgemein kontroverse Ansichten über die Ursache und Art der Erkrankung. Trotzdem  besteht Konsens darin, dass die Patienten mit hohem Leidensdruck eine Behandlung erfahren müssen. Bevor die Diagnose „Morgellons“ gestellt werde, sollten die behandelnden Ärzte andere Erkrankungen bedenken.

Damit sind solche gemeint, bei denen eine spezifische Therapie möglich ist (beispielsweise Depressionen), empfehlen die Ärzte der Mayo Clinic. Eine andere Option stellt eine Hypnose-Therapie dar.

Das Behandlungsergebnis bei einer Betroffenen erwies sich als viel versprechend, berichtet Dr. Ashley M . Gartner („Baylor University“ in Waco in Texas) im Fachblatt „International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis“.

Entdeckung der „Morgellons“ im 16. Jahrhundert

Die aktuelle Diskussion über die „Morgellons“ geht auf die US-Amerikanerin Mary M. Leitao zurück. Sie bemerkte Anfang dieses Jahrtausends bei ihrem Sohn wunde Stellen um den Mund, die sich „wie von Käfern“ befallen anfühlten. Die selbst gesunde Leitao untersuchte ihr Kind mit einem Mikroskop.

Dabei fand sie verschiedenfarbige Fasern, die sie nicht erklären konnte. Daraufhin suchte sie in der medizinischen Fachliteratur nach ähnlichen Fällen und fand eine Publikation aus dem Jahre 1674. In dieser beschrieb der Arzt, Philosoph und Dichter Sir Thomas Browne ähnliche Hautsymptome bei mehreren Kindern.

Der deutsche Arzt Michael Ettmuller stellte dann 1682 die These auf, dass Parasiten als Ursache der Erkrankung gelten. Die ersten „Morgellons-Fälle“ sollen Mitte des 16. Jahrhunderts beschrieben worden sein. Anfang des 17. Jahrhunderts tauchte die These auf, dass ein Parasit namens Dracunculus die Ursache darstelle.

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