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Erythrophobie: Die krankhafte Angst vor dem Erröten

Bei der krankhaften Angst vor dem Erröten laufen die Hitzeattacken meist nach einem ähnlichen Schema ab: Es beginnt mit einem Kribbeln im Hals, dann steigt Hitze aus dem Bauch in den Kopf auf, erst werden die Wangen rot und heiß, dann das ganze Gesicht. Das geht blitzartig und unaufhaltsam. Die Folgen sind Panikattacken, Herzrasen und Schweißausbrüche.

Angst vor dem Erröten© Adobe Stock – bruno135_406

Eine schwer zu behandelnde Erkrankung

Dass wir in bestimmten Situationen erröten (z. B. vor Wut, Scham oder Freude), ist eine natürliche Reaktion des vegetativen Nervensystems und auf unsere genetische Ausstattung zurückzuführen. Es ist die altbekannte menschliche Reaktion auf Stress: Wenn Sie auf eine reale oder vermeintliche Gefahr treffen, macht sich Ihr Köper bereit, entweder um das Weite zu suchen oder sich in den Kampf zu stürzen.

Ihr Herz schlägt schneller, Ihr Blutdruck steigt, Ihr Kopf wird stärker durchblutet: Sie werden rot. Manche Menschen erröten dabei schneller und heftiger als andere. Bei ihnen gesellt sich dann oft noch die Angst vor dem Erröten hinzu. Sie haben Angst, von anderen wegen ihrer „roten Bombe“ verhöhnt zu werden. Nach Schätzungen leidet etwa jeder 20. Deutsche unter einer solchen Erythrophobie. Männer und Frauen sind gleichauf vertreten.


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Die Angst vor dem Erröten wird immer stärker

Die Erythrophobie gehört zu den Angsterkrankungen. Typisch dafür ist, dass die Betroffenen immer mehr Taktiken entwickeln, Situationen zu vermeiden, in denen sie erröten könnten. Da manchmal schon die hochgezogene Augenbraue oder ein leichtes Zucken des Mundwinkels ihres Gegenübers ausreicht, um ihnen die Röte ins Gesicht zu treiben, steht am Ende oft der totale soziale Rückzug. Jede kleine Geste wird zum angsteinflößenden Ereignis.

Möglichkeiten der Behandlung

Die Erythrophobie ist schwer zu behandeln. Heilbar ist sie nicht, denn das Erröten lässt sich durch die Willenskraft nicht beeinflussen. Im Gegenteil: Das stresst Sie nur noch mehr. In einem so angespannten Zustand erröten Sie häufiger und heftiger. Was Ihnen helfen kann, müssen Sie ausprobieren. Manche machen gute Erfahrungen mit Entspannungstechniken. Andere spüren Erleichterung durch Sport. Für viele ist eine Verhaltenstherapie der erste Schritt zur Besserung. Positive Erfahrungen versprechen auch Johanniskrautpräparate.

Die Schulmedizin bietet noch eine ziemlich drastische Abhilfe: die endoskopische Sympathikusblockade (ESB). Dabei werden durch einen Schnitt unter der Achsel die Nervenknoten durchtrennt, die den Röte-Impuls weiterleiten. Der Eingriff kostet rund 3.000 Euro und wird meist von der Krankenkasse übernommen. Etwa 80 Prozent der Operierten sind danach ihr Problem los. Doch der Eingriff ist nicht unumstritten, denn er greift tief in die natürliche Wärmeregulation Ihres Körpers ein. Nebenwirkungen: Vermehrtes Schwitzen am Rumpf und trockene Hände. Zudem verschwinden mit der Operation auch nicht automatisch die Angstzustände. Zusätzlich wird oft noch eine Psychotherapie nötig.

Rat und Info finden Sie im Internet unter www.erythrophobie.de

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