Depression: Stressdepression
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Stressdepressionen – das klingt wie eine neumodische Erfindung. Wir stehen doch alle immer wieder unter Stress, oder? Aber bei Stressdepressionen handelt es sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die genetisch gesteuert wird. Gerade Männer leiden oft unnötig darunter, weil die Symptome nicht rechtzeitig erkannt werden. Ich zeige Ihnen, worauf Sie als Mann achten müssen und wie Sie gegen Stress und Depressionen vorgehen sollten.
Grundsätzlich ist Stress nichts Negatives. Stresshormone werden ausgeschüttet, um den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen, die Aufmerksamkeit zu erhöhen und die Leistung zu steigern. All das sind positive Faktoren des Stresses. Sie bleiben aber nur dann positiv, wenn das Hormonsystem nach der Situation, die den Stress ausgelöst hat, auch wieder zur Ruhe kommt.
Nutzen Sie die Energie, die bei Stress freigesetzt wird,dagegen nicht, kommt es zum negativen Stress. Die Energie verliert ihren eigentlichen Sinn, Sie zur Leistung anzutreiben. Stattdessen hemmt sie Ihre Leistungsfähigkeit. Stress wird so zur Überforderung und kann zu Nervosität, Schlafstörungen oder erhöhtem Blutdruck führen.
Vor allem das Stresshormon Cortisol aktiviert bestimmte Signalstoffe im Körper. Diese sind in der Lage, sich an die Gene anzudocken und hier die „Schaltereinstellungen“ zu verändern. Sie aktivieren und deaktivieren bestimmte Gene und führen so zu Depressionen.
Stress blockiert Ihre fröhlichen Gene
Eine weitere Folge des Stresses können Depressionen sein. Diese entstehen durch eine Veränderung an den Genen, gepaart mit einem Überangebot an Stresshormonen. Somit sind sie nicht ausschließlich erblich bedingt.
Dass Krankheiten ausschließlich erblich bedingt sind und nur auf Veränderungen im Erbgut basieren, gibt es nämlich fast gar nicht. Bei den meisten Erkrankungen ist immer auch die Umwelt mit Schuld am Entstehen. Bestimmte äußere Faktoren können Gene beeinflussen, können Sie an- oder ab-schalten. Stellen Sie sich die Gene in Ihrem Körper wie Lichtschalter vor. Alle Umwelteinflüsse, die Sie erleben, alle Emotionen wie Stress, Trauer oder Freude, können solche Schalter umlegen. Das bleibt nicht ohne Folgen: eine falsche Schaltereinstellung, und Sie werden krank. Gerade Stress, das haben Forscher zum Beispiel von der Uniklinik Freiburg jetzt festgestellt, kann durch Einwirken auf die Gene eine Depression herbeiführen.
Die Grundlagen für Stressdepressionen werden früh gelegt
Auslöser für solche Depressionen gibt es in der heutigen Zeit mehr als genug. Die schlechte Wirtschaftslage, Angst um den Arbeitsplatz oder um die Familie sind meist Anlass für emotionalen Stress, der zu lähmenden Energien und damit zur Freisetzung der Signalstoffe führt, die die Gene verändern. Ein Teil der Ursachen für die Stressdepressionen sind aber auch in der Kindheit zu suchen. Denn Forscher wissen heute, dass die Empfindlichkeit der Gene in der frühen Kindheit festgelegt wird. Wird einem Kind emotionale Zuwendung entgegengebracht, ist es emotional ausgeglichen, die Gene sind sehr unempfindlich und lassen sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Anders sieht es aus, wenn Kinder wenig emotionale Unterstützung erfahren oder schon in jungen Jahren unter Stress stehen. Später kommt es bei diesen Menschen schnell zur Stressdepression.
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