Depression: Lust und Frust der Hausfrau
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Depression
GNL5356
Berufe
Die Deutsche Hausfrauengewerkschaft hat es deutlich formuliert: „In Deutschland wimmelt es von Managerinnen mit 53 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr. Volkswirtschaftlicher Wert von 1,2 Billionen DM. Durchschnittlich 60 – 80 Stundenwoche. Gefragt sind: hohe Motivation, Multitalent, unerschöpfliche Einsatzfähigkeit, Risikofreudigkeit, Flexibilität, ökonomisches Genie. Wenn so Ihr Alltag aussieht, sind Sie eine der 9 Millionen Managerinnen zum Nulltarif, nämlich Hausfrau im größten deutschen Dienstleistungsunternehmen Familienhaushalt.”
Die Beschreibungen und Selbsteinschätzungen von Hausfrauen-Arbeit sind ebenso verschiedenartig wie die Frauen, die sie ausüben: Sie unterscheiden sich voneinander durch ihr Alter, ihren Bildungsstand, ihren früheren Beruf, die Zahl ihrer Kinder, die Höhe des Einkommens ihres Mannes, die Größe ihres Haushaltes. Dennoch haben sie Gemeinsamkeiten: Sie sind hauptberuflich für ihre Familie zuständig. Das zweite gemeinsame Markenzeichen der Hausfrauen von heute: Sie haben wenigstens ein Kind (vielleicht inzwischen schon erwachsen und außer Haus). Daß eine kinderlose Frau als Hausfrau lebt, kommt so gut wie nicht mehr vor. Das Kind war dann auch für die meisten Hausfrauen der Auslöser dafür, daß sie zu Hause blieben, die Familienarbeit übernahmen und – spätestens, seit die Kinder selbständiger sind – gegen ein negatives Image ankämpfen.
Der Hausfrauen-Status ist gesunken
Gegenüber früheren Zeiten, in denen eine Familie kinderreich und ein Haus-halt ohne technische Erleichterungen ungleich arbeitsintensiver war, oft auch Hausangestellte beschäftigt wurden, ist die Wertschätzung der Hausfrauenarbeit gesunken. Daran sind die Hausfrauen selbst nicht ganz unbeteiligt. Zum einen bringen sie es fertig, auf die Frage, ob sie arbeiten, mit „Nein” zu antworten. Zum anderen ergänzen sie ihre Antwort gern mit dem Satz: „Ich bin nur Haus-frau.” Diese schwache Selbsteinschätzung ist die perfekte Widerspiegelung der gesellschaftlichen (Nicht)-Wertschätzung. Denn der Status der als Haus-frau arbeitenden Ehefrau ist in den letzten 40 Jahren rapide gesunken.
Galt es noch in den 50er Jahren als Symbol für die wirtschaftliche Potenz der Familie, wenn die Frau nicht arbeiten gehen „mußte”, werden heute viele Frauen, spätestens wenn ihre Kinder im Kindergartenalter sind, gefragt, warum sie nicht wieder in ihren Beruf zurückkehren. Sie geraten in den Ruf, rückständig zu sein, und das Etikett „Heimchen am Herd” ist ihnen schnell an die Schürze geheftet. Was heute zählt, ist die Berufstätigkeit.
Was nichts kostet, ist nichts wert
Die außerhäusliche Erwerbstätigkeit hat für Männer wie für Frauen in der heutigen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Die Hausfrauenarbeit kann da nicht mithalten. Erstens wird sie nicht bezahlt. Sie erfolgt, pointiert ausgedrückt, gegen Kost und Logis. Und für Viele gilt: Was nichts kostet, ist nichts wert. Zweitens findet sie nicht im öffentlichen Raum statt und ist nicht wie Erwerbsarbeit sichtbar; sie führt auch nicht zu überprüfbaren Ergebnissen. Hausfrauenarbeit vollzieht sich im privaten Bereich und fällt meist erst auf, wenn sie nicht oder nicht gut erledigt wurde. Sie schafft wenig Bleibendes. Kaum erledigt, steht sie schon wieder von neuem an. Und ein drittes „Manko”: Sie ist zu 99 Prozent Frauenarbeit. Arbeit von Frauen wird ja auch im Erwerbsleben häufig geringer honoriert als „Männerarbeit”.
ähnliche Beiträge
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Kostenlose Newsletter
Gratis Gesundheits-Tipps
per E-Mail
Chronische Krankheiten natürlich heilen
Wie Sie dauerhaft Ihre Schmerzen besiegen und Ihre Gesundheit zurückgewinnen – mit sanften Alternativen statt chemischen Keulen