Depression: Kein Tabuthema mehr
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GNL5356
In Deutschland setzen sich viele Organisation und Selbsthilfegruppen für die Akzeptanz von „seelischen“ Krankheiten ein, die von der Gesellschaft noch nicht mit derselben Selbstverständlichkeit anerkannt werden wie „körperliche“ Krankheiten. So ist zum Beispiel im Rahmen des „Kompetenznetzes Depression, Suizidalität“ (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) das Nürnberger „Bündnis gegen Depression“ entstanden. Es hat sich eine intensive Aufklärungsarbeit zum Ziel gesetzt. Schulungen von Hausärzten, Pfarrern, Lehrern, Altenpflegekräften, Polizisten, eine intensive Aufklärung der Öffentlichkeit (Plakate, Broschüren, Kinospots, Vorträge etc.) sowie Hilfe für Betroffene und Angehörige (z. B. Notfall-Hotline für Patienten nach Suizidversuch und Unterstützung von Selbsthilfeaktivitäten) haben dazu geführt, dass in Nürnberg die Anzahl von Suiziden und Suizidversuchen signifikant gesenkt werden konnte (über 20%). Eine steigende Zahl von Selbsthilfegruppen und Aufklärungskampagnen wird das Verständnis für die Depression in der Bevölkerung verbessern helfen.
Der amerikanische Autor Garrisson Keillor beschreibt den Umgang mit Depressionen so: „Geisteskrankheiten sind nicht mehr die schamhaften Geheimnisse früherer Zeiten. Geisteskrankheiten müssen beim Namen genannt und anerkannt werden, damit sie akzeptiert und eingeordnet werden können – und damit das Leben weitergehen kann.“