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Das Potential der Resilienz: Die Kraft zum Überleben

Eine Voraussetzung für die Heilung von schweren Erkrankungen beziehungsweise das Überwinden von Lebenskrisen sehen viele Experten in der sogenannten Resilienz. Damit ist die Widerstandsfähigkeit der Seele gemeint, die Fähigkeit, sich trotz widriger Umstände nicht unterkriegen zu lassen. Als Beispiel dafür werden häufig Kinder genannt, aus denen trotz widrigster Umstände psychisch gesunde erwachsene Menschen werden. Das Gegenteil der Resilienz ist die Verletzlichkeit. Obwohl die Resilienz zum großen Teil auf das familiäre Erbe und das in der Kindheit gewonnene Urvertrauen zurückzuführen ist, lässt sich diese Fähigkeit auch bei Erwachsenen gezielt fördern. Man könnte es so bezeichnen: Die Fähigkeit zur Resilienz bekommen wir in die Wiege gelegt, den großen Teil aber müssen wir uns im Laufe des Lebens erarbeiten. Doch das, was wir lernen müssen, ähnelt sich bei allen Ansätzen zur Selbstheilung – ob es sich um Kohärenz, Resilienz oder etwas anderes handelt. Entscheidend ist es, in Krisen aktiv zu werden und sich gewissermaßen „am eigenen Schopf“ aus dem Sumpf zu ziehen. Die eigene Stärke zu unterstützen und sich nicht der Schwäche hinzugeben, das ist in den Tälern des Lebens gefordert.

Dennoch: Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass das leichter gesagt als getan ist. In einer Krise wie einer Krebserkrankung steht ja oft alles auf den Prüfstand. Das Überleben in solchen extremen Situationen hängt davon ab, ob Sie selbst dann noch einen Sinn im Leben erkennen können. „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie“, schrieb Friedrich Nietzsche. Das mag einem fast zynisch erscheinen. Denn wir sind natürlich immer auch äußeren Bedingungen unterworfen, denen wir uns nicht ohne weiteres entziehen können.

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Über den Autor Sylvia Schneider

Expertin im Bereich Ernährungs- und Kommunikationswissenschaft Sie begann ihre journalistische Karriere nach den Studienabschlüssen mit einem Volontariat bei der dpa […]


Alte Kommentare
  • Peter Rubin schrieb am 10.07.2012, 08:29 Uhr

    Ein guter Beitrag. Das sollte ein Thema sein, welches schon in jungen Jahren zum Gegenstand des Denkens gemacht werden sollte. Ich bin ein 'Resilienzier' - seit 22 Jahren im Rollstuhl durch Unfall inklusive langem Koma und der 'inzwischen verstorben-Meldung' der Polizei... Das vertiefende Erlernen von Resilienz sollte schon in jungen Jahren auf dem Programm von Schulen stehen....Das Wissen darum... poetische Grüße Peter Rubin, Dichter dran

  • ingeborg grundmann schrieb am 10.07.2012, 10:13 Uhr

    zum Thema Krebs: Ohne Zucker und ohne Weissmehl kann sich Krebs nicht weiterentwickeln, so einfach ist das, und es scheint mir, dass dies keiner weiss.

    • Gudrun Schmitz antwortete am 10.07.2012, 17:39 Uhr

      Es mag richtig sein mit dem Zucker und dem Weissmehl aber es ist sicherlich wichtig, um was für einen Krebs es sich handelt und wie weit er fortgeschritten ist. Ich selbst bin betroffen und für mich ist es ganz wichtig eine positive Einstellung dem Leben gegenüber zu haben und nicht die Schuld bei irgend jemand en zu suchen sondern in sich zu gehen und zu fragen was will mir die Krankheit sagen, was muß ich in meinem Leben ändern und auf keinen Fall fragen "warum ich?" Die Krankheit annehmen und aus Fehlern zu lernen , wenn ich denn bereits bin die Fehler anzuerkennen. Das Leben mit voller Kraft genießen, wenn es meine Lebenszeit zuläßt, wird mir das auch noch lange gelingen.