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Grundlagenwissen zum Thema Burnout-Syndrom

Erschöpfung bis zum Gehtnichtmehr – wenn der Alltag das Leben frisst

Was Sie beachten sollten, damit private und berufliche Belastungen Sie nicht seelisch „verbrennen“

Der Druck am Arbeitsplatz wird immer größer, Überstunden können schon lange nicht mehr abgebaut werden, Stress und Erschöpfung sind zu einem Normalzustand geworden. Wenn dann noch die Anerkennung für die geleistete Arbeit ausbleibt, ertragen viele Menschen diese Belastung irgendwann nicht mehr; sie fühlen sich körperlich, emotional und geistig erschöpft und ausgebrannt. Sie verlieren die Fähigkeit, ihre Kräfte von selbst zu regenerieren. Menschen, die beruflich stark unter Druck standen, können oft selbst als Ruheständler immer noch nicht „abschalten“ und übertragen ihre erschöpfende Arbeitswut auf Familie und Ehrenämter.

Dieses Phänomen beschrieb der amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger bereits 1974 als „Burnout-Syndrom“, zu Deutsch etwa: Syndrom des Ausgebranntseins. Wir zeigen Ihnen, woran Sie erkennen, ob auch Sie gefährdet sind, und was Sie tun können, um mit dem verzehrenden Stress besser fertig zu werden.

Jeder Fünfte ist gefährdet

Im Prinzip kann das Burnout-Syndrom alle Menschen treffen. Insgesamt, so schätzen die Psychologen, ist in mehr oder weniger starker Ausprägung fast ein Fünftel aller Deutschen gefährdet. Zuerst wurde die Krankheit vor allem bei Angehörigen sozialer Berufe beschrieben (z. B. Ärzte, Lehrer, Kranken- und Altenpflegepersonal, Sozialarbeiter). Mittlerweile ist jedoch klar, dass auch Selbständige, Manager sowie Frauen, die Beruf und Familie unter einen Hut bekommen müssen, davor nicht gefeit sind.

Vom Burnout betroffene Ärzte, Krankenschwestern oder -pfleger distanzieren sich von ihren Patienten – bis hin zu einer zynischen Haltung. Eine Untersuchung am schweizerischen Kantonsspital Luzern aus den 90er Jahren zeigte beispielsweise, dass knapp 60 % des Pflegepersonals ihre Tätigkeit für wenig oder gar nicht sinnvoll hielten. Auch das Engagement in der häuslichen Pflege von Familienangehörigen kann zum Burnout führen.

Unsere schnelllebige Arbeitswelt fördert das Ausbrennen

Manager und Vorgesetzte können zwar beruflich häufig erfolgreich sein, dafür jedoch privat vor einem Scherbenhaufen stehen, da sie nie den „Fuß vom Gaspedal“ nehmen können. Darüber hinaus leiden auch die sozialen Kontakte sowie die Gesundheit, der „Sinn des Lebens“ geht verloren und der Weg zum Burn-out ist nicht weit.

Führungskräfte und Selbständige haben eine hohe Scheidungsrate; auch das Herzinfarkt-Risiko ist deutlich höher als bei gleichaltrigen Personen, belegen Gesundheits-Checkups verschiedener Institutionen.

Aber auch Menschen mit Heim-(Bildschirm-)Arbeitsplätzen, wie es beispielsweise in der Multimedia-Branche üblich ist, stehen unter dem Druck, ständig verfügbar zu sein, „Tag und Nacht“ arbeiten zu können, kreativ sein zu müssen, sich anzupassen, möglichst noch Arbeit und Kinder gleichzeitig zu managen. 12-oder 16-Stunden-Tage sind keine Seltenheit, „Ausgebranntsein“ gehört heute in vielen schnelllebigen Branchen fast schon zum guten Image.

Vor allem ein Mangel an körperlicher Arbeit kann dazu führen, dass der Organismus die unterschiedlichen Phasen von Müdigkeit, Schlaf und Erholung nicht mehr wahrnimmt. Ohne Ruhepause bleiben Sie im Arbeitsstress gefangen. Suchen Sie nach Möglichkeiten der Entspannung: Geeignet sind z. B. Yoga, autogenes Training, Meditation, Atemtherapie, progressive Muskelentspannung oder Feldenkrais-Arbeit.

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