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Angst

Angst kann eine normale, zuweilen zweckmäßige Reaktion auf viele Ereignisse sein. Durch Angst werden Sie psychisch mobilisiert und zur Aktivität angespornt. Eine leicht ängstliche Angespanntheit kann für einen Schauspieler oder Athleten sogar der besondere „Kick“ zum Erfolg sein. So beherrschen Sie Ihre Sorgen – bevor diese Sie beherrschen.

Doch wenn Furcht, Beklemmung oder Anspannung Ihren Alltag beherrschen und Ihnen den Schlaf rauben, sind Sie überängstlich. Menschen aller Altersklassen machen sich hin und wieder Sorgen. Im Alter können jedoch die Sorgen zunehmen, während gleichzeitig die Fähigkeiten abnehmen, damit richtig umzugehen. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten zum richtigen Umgang mit der Angst.

Wodurch wird Angst im Alter verursacht?

Mit zunehmendem Alter können folgende Umstände Sorgen bereiten:

Gesundheit – Die Wahrscheinlichkeit, daß Sie selbst oder jemand aus Ihrem engsten Familien- und Freundeskreis krank wird, steigt.

Finanzen – Ein festes Einkommen oder der Verlust der Erwerbskraft können unter Umständen Angst auslösen. Hohe Inflation oder steigende Kosten.

Die teilweise komplizierten Formulare für die Krankenversorgung, von Versicherungen und Behörden können Ängste noch vermehren.

Sicherheit – Eingeschränktes Hör-und Sehvermögen kann zum Gefühl von Verwundbarkeit und zum Aufbau einer „Festungsmentalität” beitragen.

Verlust – Der Tod des Ehepartners oder eines Freundes oder der Verlust des geliebten Familienheims kann Angstzustände auslösen.

Rollenwechsel – Der Übergang in den Ruhestand oder das Syndrom des „leeren Nestes“ kann für Sie zum Anlaß werden, Ihren Selbstwert und Sinn des Lebens in Frage zu stellen.

Isolierung – Wenn Sie oder Ihr Ehepartner in den Ruhestand treten, kann es schwieriger werden, mit Altersgenossen in Kontakt zu kommen. Einsamkeit und Isolierung können die Angst verschlimmern.

Die verschiedenen Gesichter der Angst

Wird Angst nach außen hin sichtbar, kann sie verschiedene Ausdrucksformen annehmen. Zum Beispiel können Sie:

  • Schwierigkeiten beim Einschlafen haben und an Schlafstörungen leiden
  • länger in einer bestimmten Situation verharren und Mühe haben, über etwas anderes nachzudenken
  • unter Anspannung, Ruhelosigkeit, Nervosität, Benommenheit und Schweißausbrüchen leiden
  • Mühe haben, sich zu konzentrieren
  • dazu neigen , sich zu überessen bzw. den Appetit zu verlieren
  • übervorsichtig und sehr schreckhaft sein
  • die Vorahnung eines drohenden Unheils haben, „als ob gleich etwas Schlimmes passieren wird”
  • Depressionen haben (Angst kann auch eine Tarnung für Depressionen sein)

Behalten Sie die Oberhand

Wenn Angst zu einem Störfaktor Ihres Alltags wird, ist es an der Zeit, wieder die Kontrolle zu erringen.

Wenn Sie Angst nicht als solche erkennen und sich nicht ernsthaft damit auseinandersetzen, können Sie sich selbst einem erhöhten Gesundheitsrisiko aussetzen.

Nehmen Sie Angstzustände ernst. Sie können Ihrer Gesundheit schaden (s. „Angst und die Gesundheit des Körpers”).

Der erste Schritt zur Wiedererlangung der Kontrolle besteht darin, festzustellen, worin Ihre Ängste bestehen. Faktoren, die Angst auslösen können, lassen sich oft in zwei Kategorien einteilen: Dinge, an denen Sie etwas ändern können, und Umstände, über die Sie keine Kontrolle haben (s. „ Was tun, wenn…?” ).

Für Sorgen, an denen Sie etwas ändern können, gilt: Handeln Sie! Zögern Sie nicht, selbstbewußt aufzutreten. Wenn Sie zum Beispiel in Angst geraten sind, weil Sie Ihren Arzt nicht richtig verstanden haben, bitten Sie um eine Erklärung, die in einer Sprache formuliert ist, die für Sie verständlich ist.

Menschen machen sich oft Sorgen über Situationen, die außerhalb der Reichweite ihrer Kontrolle liegen. So kann es zum Beispiel sein, daß Sie einem Freund, mit dessen Gesundheitszustand es bergab geht, kaum helfen können. Derartige Situationen sind jedoch eher die Ausnahme. In vielen Fällen können Sie selbst aktiv werden.

Lesen Sie im folgenden unsere Empfehlungen:

Sprechen Sie über Ihr Problem – Erzählen Sie Ihren Kummer einem guten Freund oder Verwandten. Geteilte Sorgen sind halbe Sorgen. Akzeptieren Sie auch Ihre Grenzen.

Unternehmen Sie etwas, das Ihnen Freude bereitet – Eine angenehme Tätigkeit, ganz gleich, ob Sie im Garten arbeiten, klöppeln oder lustige Filme ansehen, wird Ihnen dabei helfen, auf andere Gedanken zu kommen und sich zu entspannen.

Gönnen Sie sich genügend Ruhe – Gehen Sie zeitig zu Bett. Ausreichender Nachtschlaf stellt die Lebenskraft wieder her, und Sie können sich den Dingen wieder mit neuer Frische stellen.

Treiben Sie regelmäßig Sport – Körperliche Bewegung kann entspannend sein und bewirken, daß Sie abends sofort einschlafen können.

Essen Sie richtig – Eine vernünftige Ernährung kann als Puffer gegen Angstzustände wirken. Koffein, Schokolade und Alkohol können Ängste verschlimmern.

Teilen Sie sich Ihre Zeit richtig ein – Wenn Ihr Tag mit zu vielen oder zu wenigen Aktivitäten gefüllt ist, kann sich unter Umständen Ihre Angst steigern. Verzeichnen Sie in einem Tagesplan, was Sie nacheinander erledigen möchten.

Akzeptieren Sie gegebene Tatsachen – So können Sie sich von Ihren Sorgen befreien.

Engagieren Sie sich – Helfen Sie sich selbst, indem Sie anderen helfen. Isolierung kann Ihre Sorgen vergrößern. Knüpfen Sie Kontakte zu anderen und beteiligen Sie sich an interessanten Unternehmungen.

Wann Sie Hilfe suchen sollten

Wenn keiner dieser Vorschläge helfen kann, Sie zu beruhigen, oder wenn Ihre Angstzustände gerade erst aufgetreten sind oder sich verstärken, ist es an der Zeit, daß Sie Ihre Gefühle Ihrem behandelnden Arzt mitteilen.

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