Angstzustände: Nicht nur reine „Nervensache” oder stressbedint
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Es könnte jederzeit passieren. Ob Sie nun gerade schlafen, einkaufen oder mitten in einer Besprechung sind. Plötzlich beginnt Ihr Herz zu rasen, Ihr Gesicht rötet sich und Sie bekommen Atemnot und Schweißausbrüche. Benommenheit, Übelkeit und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, stellen sich ein. Sie haben Todesangst.
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Jedes Jahr ergeht es Tausenden in Deutschland ebenso. Viele landen in der Ambulanz einer Klinik, weil sie meinen, sie erlitten einen Herzinfarkt. Andere versuchen, die Symptome zu ignorieren, ohne zu wissen, daß sie gerade eine Panikattacke überstanden haben.
Panikattacken sind plötzliche Anfälle intensiver Angst, die körperliche Reaktionen in Gang setzt. Etwa 10 bis 15% der Deutschen erleiden irgendwann in ihrem Leben einen Anfall dieser Art. Bei 5% entstehen daraus behandlungsbedürftige Angststörungen wegen des in der Regel chronischen Verlaufs. Nur jeder zehnte darf auf eine Spontanheilung hoffen. Oftmals wurden Panikattacken als „schwache Nerven“ oder Streß abgetan. Neuerdings betrachtet man sie als eine möglicherweise behindernde seelische Erkrankung, die aber behandelt werden kann.
Ein Alarmsystem wird ausgelöst
Panikattacken treten typischerweise im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal auf und können das gesamte Leben begleiten. Ein Anfall beginnt meist abrupt, erreicht seinen Höhepunkt innerhalb von 10 Minuten und dauert etwa eine halbe Stunde. Die Symptome umfassen einen schnellen Puls, Schweißausbrüche, Zittern und Atemnot. Es können auch kalter Schweiß, Hitzewallungen, Übelkeit, Unterleibskrämpfe, Schmerzen in der Brust und Benommenheit auftreten. Ein Beklemmungsgefühl im Hals und Schluckbeschwerden sind ebenfalls häufig.
Wenn die Panikattacken häufiger auftreten oder die Angst vor ihnen zu Beeinträchtigungen führt, könnte es sich um eine Panikerkrankung handeln. Dauert die Problematik länger als ein Jahr, droht sie, chronisch zu werden und wichtige Lebensbereiche des Patienten zu bestimmen.
Angststörungen sind die häufigste psychische Störung bei Frauen. Bei Männern stehen sie erst an zweiter Stelle, hinter den Abhängigkeitssyndromen. Die Ursache der Panikattacken und die unterschiedliche Betroffenheit der Geschlechter ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Erbliche Faktoren könnten eine Rolle spielen. Es wurde herausgefunden, daß die Wahrscheinlichkeit einer Panikattacke höher ist, wenn Sie nahe Verwandte mit dieser Störung haben.
Viele Wissenschaftler gehen davon aus, daß der natürliche Angriff- und Fluchtreflex bei Gefahrensituationen daran beteiligt ist. Instinktiv reagiert Ihr Körper auf den Angriff eines Raubtiers, zum Beispiel eines Bären. Herzschlag und Atmung werden beschleunigt, wenn der Körper sich auf eine lebensgefährliche Situation einstellt.
Eine ganze Reihe dieser Reaktionen treten auch bei einer Panikattacke auf. Ohne daß ein offensichtlicher streßauslösender Faktor vorhanden ist, löst irgendetwas das Alarmsystem im Körper aus, weil ihr Körper eine an sich harmlose Situation (z.B. Einkaufen) als eine lebensbedrohliche Gefahr einordnet.
Suchen Sie Rat
Andere Gesundheitsprobleme, wie z. B. ein drohender Herzanfall, eine Überfunktion der Schilddrüse oder der Entzug von Drogen und Medikamenten, können ebenfalls Symptome verursachen, die den Panikattacken ähnlich sind. Wenn Sie Symptome einer Panikattacke haben, ist es am besten, sich ärztlich untersuchen zu lassen, um andere Ursachen auszuschließen.
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