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Angstzustände: Die paradoxe Intention (Logotherapie)

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Angstzustände

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Hinter diesem schwierigen Begriff versteckt sich eine List der logotherapeutischen Behandlung, mit der Frankl berühmt geworden ist. Die paradoxe Intention (paradox = widersinnig, Intention = Absicht, Vorhaben) hilft der scheinbar Hilflosen, selbst ihr Leiden, ihre Ängste zu überwinden, statt sich ihnen auszuliefern. Dafür ist ein bißchen Mut zur Selbstironie nötig. Ins alltägliche Deutsch übertragen, bedeutet „paradoxe Intention“ so viel wie:

Wünsche dir, wovor du dich so fürchtest; meide, was du dir so sehr wünschst. Dieser Trick zeitigt oft verblüffenden Erfolg. Er läßt sich in nicht zu schweren Fällen sogar von Ihnen an sich selbst anwenden.

Mit der paradoxen Intention läßt sich Angstzuständen und Zwangsneurosen begegnen: Waschzwang, Putzzwang, Ordnungszwang sowie allen möglichen Phobien (Ängste) wie Platzangst, Höhenangst, Angst vor Aufzügen, Treppen, Straßen. Das sind meistens Ängste, die mit Zwangsvorstellungen verbunden sind.


Erwartungsangst auslöschen

Hinter der paradoxen Intention steht die Beobachtung, daß die Erwartungsangst das Teuflischste an diesem Teufelskreis ist: Die Furcht macht wahr, was sie befürchtet. Die neurotische Angst steigert sich zur Angst vor der Angst. Manche kämpfen dagegen an, indem sie Zwangsrituale erfinden, welche die Angst bannen sollen. Andere begeben sich aus Furcht vor der Angst auf die Flucht vor der Angst und meiden die Auslöser (manche können dann ihr Bett nicht mehr verlassen).

Das Befürchtete herbeiwünschen

Wenn diese Menschen es sich fest vornehmen können, sich zu fürchten, sobald sie sich auf einem großen freien Platz befinden; wenn sie es sich wünschen, auf der Straße ohnmächtig umzufallen – dann gelingt es ihnen nicht.

Heute setzen auch Verhaltenstherapeuten die Patienten den Auslösern ihrer Ängste aus. Das spezielle Merkmal der paradoxen Intention ist aber, daß Sie sich dabei die Angst herbeiwünschen oder sogar noch eines draufsetzen müssen: „Jetzt werde ich dem Chef zeigen, wie stark ich meine Hände beim Operieren zittern lasen kann.“ Mit dem Zittern, das sich nicht einstellen will, bleiben dann auch die Zwangsvorstellungen aus. Der Angst wird der Wind aus den Segeln genommen. Der Patientin, die die Bilder auf diesen Seiten gemalt hat, gelang es, die irrationale Bedrohung zu personifizieren. Sie domestizierte den schwarzen Vogel, indem sie ihm befahl, sich vor sie zu begeben. Sie malte ihn, bis er als heller Vogel davonflog. Andere sprechen mit ihrer personifizierten Angst, die ihnen gegenübersitzt.

Mann greift sich an den Kopf

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