Alkoholentzug
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Vielleicht haben Ihre Kinder ja Recht und Sie sollten wirklich Ihren Alkoholkonsum einschränken. Also gehen Sie ohne Ihren üblichen Nachttrunk ins Bett und beschließen auch auf den morgendlichen Schuss Whisky im Kaffee zu verzichten.
Am nächsten Morgen fällt es Ihnen allerdings schwer, den Kaffee „ohne“ zu trinken - Ihre Hände zittern fürchterlich. Also fügen Sie doch einen Schuss Whisky hinzu. Das beruhigt die Lage.
Zitternde Hände sind nur ein mögliches Symptom des Alkoholentzugssyndroms. Es überfällt alkoholabhängige Menschen, die schlagartig das Trinken einstellen oder abrupt den Alkoholkonsum reduzieren. Durch den Alkoholentzug entstehen Veränderungen im Körper, die diese beunruhigenden Symptome verursachen können. Alkoholentzug kann auch lebensbedrohlich sein.
In Deutschland werden pro Jahr 10,4 Liter reiner Alkohol je Einwohner konsumiert. Nach Angaben der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sterben in Deutschland jährlich etwa 42.000 Menschen in direktem Zusammenhang mit Alkohol, zum Beispiel Alkoholmissbrauch, oder indirekt, beispielsweise durch einen alkoholisierten Unfallverursacher.
In der Gruppe der 18- bis 69-Jährigen geht man davon aus, dass etwa 9,3 Mio. Menschen einen riskanten Alkoholkonsum betreiben, bei 2,7 Mio. spricht man von einem Alkoholmissbrauch, 1,6 Mio. sind alkoholabhängig. Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf jährlich etwa 20 Mrd. Euro geschätzt.
Welchen Einfluss Alkohol auf den Stoffwechsel hat
Alkohol kann im Allgemeinen die Stimmung heben und so meint man, dass sich Sorgen in Luft auflösen. Er ist auch für seine entspannende und beruhigende Wirkung bekannt. Allerdings nimmt diese Wirkung mit der Zeit in dem Maße ab, in dem sich der Körper an den Alkohol gewöhnt.
Bei einigen Menschen rührt die Notwendigkeit des dauerhaften Alkoholgenusses vom Verlangen danach oder dem falschen Glauben her, dass der Alkohol ihre Probleme löst. Im Lauf der Zeit spiegelt diese erhöhte Toleranz gegenüber Alkohol den Wechsel im Gleichgewicht verschiedener Stoffe im Gehirn wieder. Wenn der Alkohol plötzlich entzogen wird, kann das Gehirn nicht mehr sofort die normale Balance zwischen Erregung und Hemmung wieder herstellen. Daraus entsteht dann das Entzugssyndrom.
Die Art und die Schwere der Symptome dieses Syndroms hängen im Allgemeinen davon ab, wie viel Alkohol eine Person konsumiert und wie lange sie schon davon abhängig ist. Auch die genetische Veranlagung spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle.
Entzugserscheinungen können bereits wenige Stunden nach dem Absetzen des Alkohols auftreten. Dazu zählen Schlaflosigkeit, lebhafte Träume, leichte bis schwere Angstzustände, Stimmungsschwankungen, Erregung, Reizbarkeit, Zittern, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und die Tatsache, dass manchmal Dinge gehört werden, die nicht existieren (akustische Halluzinationen). Es kann auch sein, dass Sie leichtes Fieber, einen erhöhten Puls und einen erhöhten Blutdruck haben.
Manchmal gipfeln Alkoholentzugserscheinungen in Anfällen und im Alkoholdelirium oder beidem. Alkoholdelirien zeichnen sich durch deutlich erhöhte Blutdruckwerte und andere Anzeichen von Entzugserscheinungen aus, die von Desorientiertheit, Erregung und visuellen Halluzinationen begleitet werden.
Bei einem Alkoholdelirium kann es zu extremen Halluzinationen kommen, die den Betroffenen manchmal veranlassen, unangebrachte und zuweilen lebensbedrohliche Handlungen vorzunehmen. Alkoholdelirien sind gefährliche Zustände, die einen medizinischen Notfall darstellen und die unverzüglich in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.
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