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Alkoholismus - erkennen Sie die Zeichen!

Obwohl der Alkoholkonsum mit zunehmendem Lebensalter allgemein zurückgeht, bleibt der Alkoholismus unter älteren Menschen ein weitverbreitetes Problem. Nach amerikanischen Studien ist bei etwa 10 % der älteren Erwachsenen, die zu Hause leben, Alkoholmißbrauch zu verzeichnen.

In den Pflegeheimen sind angeblich 40 % der dort untergebrachten Menschen aufgrund von alkoholbedingten Langzeitschäden in Behandlung. Über die Suchtproblematik liegen in Deutschland keine wissenschaftlich exakten Zahlen vor. Studien über die Alkohol-Gefährdung älterer Menschen sind spärlich.

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren kann von etwa 2, 5 Millionen behandlungsbedürftigen Alkoholkranken ausgegangen werden.

Nach einer 1980 durchgeführten statistischen Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergaben sich bei der Gruppe der über 60jährigen Männer bei 13 % und der Gruppe der über 60jährigen Frauen bei 3 % Hinweise auf bestehende Alkoholprobleme.

Bei der jüngeren Altersgruppe der 50 – 59jährigen Männer betrug der Anteil 17 %. Gesundes Älterwerden umfaßt viele Aspekte – seelisches Wohlbefinden, unterstützende soziale Beziehungen, finanzielle Sicherheit – und keine Abhängigkeit.

Bleibt Alkoholismus unbehandelt, dann stellt er eine lebensbedrohliche Abhängigkeit dar. Greift man ein und bringt einen Alkoholabhängigen in Behandlung, dann ist dies eine Gewähr dafür, daß seine Lebensqualität wiederhergestellt wird.

Wie viel ist „normal“?

Die Grenze liegt tatsächlich niedriger, als viele vermuten: Frauen sollten nicht mehr als 13 g Alkohol pro Tag trinken, das entspricht einem Bier (0,3 l) oder einem halben Glas Wein. Männer dürfen dagegen bis an die Grenze von 25 g pro Tag gehen, sollten sich aber auch anzwei bis drei alkoholfreie Tage pro Woche halten.

Laut Bundesamt für Risikobewertung überschreitet jeder vierte Erwachsene in Deutschland diese Grenzen und geht damit einerhöhtes Risiko für beispielsweise Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verletzungen ein. Nach neuesten Erkenntnissen erhöht sich außerdem das Risiko, im Alter schneller geistig abzubauen und Alzheimer zu bekommen. Es gibt also schon aus medizinischer Sicht gewichtige Gründe, um in Sachen Alkohol Maß zu halten.

Selbsttest: Bin ich süchtig?

  1. Trinken Sie regelmäßig Alkohol bzw. nehmen Sie regelmäßig Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmittel ein?
  2. Benötigen Sie Medikamente oder Alkohol, um sich entspannter zu fühlen?
  3. Können Sie nach dem ersten Glas nur schlecht mit dem Trinken aufhören?
  4. Haben Sie schon einmal ohne ärztlichen Rat die Dosis Ihrer Medikamente erhöht?
  5. Haben Sie schon einmal versucht, ohne Alkohol/Medikamente auszukommen, und es ist Ihnen nicht gelungen?
  6. Haben Sie schon versucht, Ihr Trinken vor Ihrer Umwelt zu verbergen?
  7. Verstecken Sie Ihre Medikamentenpackungen?
  8. Haben Sie bestimmte Tricks, um an Medikamente zu kommen (z. B. mehrere Ärzte oder Apotheken aufsuchen, Tabletten im Internet bestellen)?
  9. Schwindeln Sie, wenn Sie gefragt werden, wie viele Tabletten Sie täglich einnehmen?
  10. Wechseln Sie das Thema, wenn man Sie auf Ihren Alkoholkonsum anspricht?
  11. Hatten Sie schon einmal körperliche Probleme, nachdem Sie Alkohol getrunken bzw. Tabletten eingenommen haben (z. B. Gleichgewichtsstörungen, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen)?
  12. Hatten Sie bereits Ärger mit Angehörigen oder Freunden wegen Ihres Alkohol-/Medika-mentenkonsums?
  13. Sind Sie in letzter Zeit lieber allein, oder haben sich Freunde von Ihnen zurückgezogen?

Auswertung:

Versuchen Sie, so ehrlich wie möglich zu antworten. Wenn Sie drei oder mehr Fragen bejaht haben, haben Sie höchst wahrscheinlich ein Suchtproblem.

Das Alkohol-Experiment für mehr Gesundheit

Man könnte denken, dass ein oder zwei Gläschen Wein am Abend gesellig und entspannend sind. Warum sollte man dennoch an mindestens zwei Tagen die Woche darauf verzichten? Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig.

Auch ohne Alkoholsucht fällt es deshalb oft schwer, der „Spielverderber“ oder die „Spaßbremse“ zu sein. Aber es lohnt sich: Durch den bewussten Verzicht auf Alkohol müssen Sie zwar auf lieb gewonnene Rituale wie das Bier zum Feierabend verzichten, aber Sie entdecken sehr viel gesündere und spannende neue „Gewohnheiten“.

Sie können sich beispielsweise statt auf einen Wein zu einem Wellnessabend verabreden. Solche aktiven Verabredungen oder auch neue Hobbys sind so bereichernd, dass Ihnen das Alkohol-Experiment sicherlich nicht wie ein Verzicht vorkommen wird, im Gegenteil.

Am besten gelingt das, wenn man erst einmal eine längere, mindestens ein- bis zweiwöchige Pause einlegt und dann mit weniger Tagen wieder einsteigt, an denen das Glas Wein oder Bier abends erlaubt ist.

3 Tipps, die Ihr Alkohol-Experiment erleichtern

Damit Sie leichter auf Alkohol verzichten können und eine Pause gelingt, müssen Sie sich vor allem mental stark machen und immer wieder auf schwierige Situationen vorbereiten, bei denen Sie in Versuchung geraten könnten.

  1. Stärken Sie Ihre Motivation. Machen Sie sich immer wieder bewusst, welche Nachteile Alkohol hat und welche Kraft frei wird, wenn der Körper nicht mehr ständig mit dessen Abbau beschäftigt ist. Wofür möchten Sie diese Kraft nutzen?
  2. Alternativen entdecken. Vermeiden Sie das Gefühl von Verzicht und suchen Sie bewusst nach Alternativen. Tauschen Sie das Glas Wein zu Beginn des Feierabends gegen etwas Gleichwertiges aus. Was das sein kann, ist Geschmackssache: Ein Teeritual, ein schönes Essen oder einfach auf dem Sofa sitzen und Musik hören oder Sie probieren im Lokal die alkoholfreien Cocktails durch.
  3. Denken Sie langfristig. Oft trinken wir Alkohol, weil wir jetzt sofort Spaß und Genuss haben wollen. Fokussieren Sie Ihre Gedanken auf eine längere Perspektive: Ich bekomme zwar jetzt keinen Wein, aber morgen früh geht’s mir dafür gut oder ich spare Geld usw. Unterstützen Sie sich, indem Sie etwas Kalziumreiches essen, wie Käse oder Nüsse und grünes Gemüse. Neueste Studien haben gezeigt, dass Kalzium die Lust auf Alkoholisches bremst.

Regelmäßiger Konsum von Alkohol, selbst in Maßen, bremst Ihre Aktivität und wirkt sich allein deshalb negativ auf Ihre Gesundheit aus. Außerdem fühlt man sich ohne Alkohol am nächsten Morgen deutlich fitter fühle und hat mehr Ausdauer beispielsweise beim Sport. Wer aktiv sein und bleiben möchte, muss seinen Alkoholkonsum einschränken. Übrigens profitiert davon nachweislich auch Ihre Stimmung.

Ab wann ist es Alkoholismus?

Diese Anzeichen bei einem Verwandten oder Freund könnten auf Problemtrinken hinweisen:

  • Veränderung der Trinkgewohnheiten – Die Person trinkt mehr oder häufiger, verleugnet aber das Problem.
  • Veränderung der äußeren Erscheinung – Die Person hat ungesund aussehende Haut, blutunterlaufene Augen, unerklärliche blaue Flecken oder eine ungepflegte Erscheinung.
  • Gesundheitsprobleme – Die Person leidet unter Katererscheinungen, häufigen Kopfschmerzen, chronischen Verdauungsproblemen, Müdigkeit, Händezittern oder Verletzungen nach Stürzen.
  • Persönlichkeitsveränderungen – Die betroffene Person leidet unter Gedächtnisschwund oder Verwirrung, verwaschener Sprache, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder mangelndem Interesse an Aktivitäten.

Warum man die Anzeichen leicht übersieht

Die Symptome von Alkoholismus kann man bei älteren Menschen aus drei Gründen leicht übersehen:

  • Körperliche Veränderungen – Ein älterer Alkoholiker mag vielleicht gar nicht viel Alkohol trinken. Die tatsächliche Menge liegt vielleicht gar nicht höher als die Menge, die man im Alter von 20 bis 30 Jahren als „Trinken in Gesellschaft” betrachtet hat.

Da die Gesamtmenge an Körperflüssigkeit jedoch mit fortschreitendem Lebensalter abnimmt, steigt der Alkoholspiegel im Blut an. Mit zunehmendem Alter läßt auch die Fähigkeit des Gehirns nach, die depressiven Wirkungen des Alkohols auszugleichen. Die gleiche Menge Alkohol, die bei einem Zwanzigjährigen leichte Koordinationsschwierigkeiten hervorruft, kann bei einem Achtzigjährigen zu einer Vergiftung führen.

  • Weniger auffällige Anzeichen – Junge Erwachsene, die Alkoholmißbrauch betreiben, kommen vielleicht zu spät zur Arbeit oder bekommen ein Bußgeld wegen Alkohol am Steuer, während sie unter dem Einfluß von Alkohol stehen. Ältere Trinker hingegen zeigen vielmehr Anzeichen von Vergeßlichkeit, Fahrlässigkeit gegenüber sich selbst, Depressionen und häufige Stürze.
  • Soziale Isolierung – Etwa ein Drittel der älteren Menschen ist allein und hat keine Familienangehörigen, die Anzeichen von Alkoholismus bemerken könnten. Andere verzichten vielleicht auf das Beisammensein mit der Familie, um möglichst zu verhindern, daß sich jemand in ihre Trinkgewohnheiten einmischt.

Sollten Sie eingreifen?

Einige Alkoholiker, die auf dem Weg der Besserung sind, berichten, daß sie erst Hilfe gesucht haben, als ein Nahestehender sich besorgt äußerte. Oftmals sind sie dankbar für das Eingreifen von Familie, Freunden oder einem engagierten Arzt.

Einmischung bedeutet für einen Alkoholiker eine Hilfestellung, um zu erkennen und zu akzeptieren, daß Hilfe notwendig ist. Wenn jemand aus Ihrem Bekanntenkreis Alkoholprobleme hat, erwägen Sie folgende Anregungen, um ihm zu helfen:

  • Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch – Ein günstiger Augenblick ist kurze Zeit nach einem Zwischenfall wegen Trunkenheit, wenn die Erinnerung daran noch frisch ist. Eine andere Möglichkeit besteht um einen Geburtstag herum oder im Urlaub, denn in diesen Zeiten fühlen die Menschen oft, daß eine Veränderung ihrer Situation nötig ist.

Stille Anzeichen

Achten Sie auf diese Anzeichen , die auf Alkoholprobleme hinweisen können:

  • Der Betreffende trinkt allein oder heimlich.
  • Er kann sich nicht an Gespräche oder Abmachungen erinnern.
  • Er macht es sich zur Gewohnheit, vor, zu oder nach Mahlzeiten Alkohol zu trinken und wird ärgerlich, wenn diese Gewohnheit gestört wird.
  • Er verliert das Interesse an Aktivitäten und Hobbies, die ihm früher Freude machten.
  • Er wird reizbar, wenn seine gewohnte Trinkstunde näherrückt, besonders wenn kein Alkohol greifbar ist.

Versuchen Sie nicht, das Gespräch darauf zu bringen, während Ihr Freund oder Angehöriger gerade trinkt oder unter Alkohol steht. Dann besteht nämlich die Gefahr, daß Sie die Situation nur verschlimmern und ihn in die Defensive drängen.

  • Nennen Sie genaue Beispiele – Bringen Sie konkrete Situationen zur Sprache. Zum Beispiel: „Als du deine Pläne über den Haufen geworfen hast” anstelle von „Du hälst deine Versprechen nie ein”.
  • Machen Sie keine Schuldvorwürfe – Sprechen Sie mit Anteilnahme und Besorgnis und nicht in Worten, die eine allgemeine Abwertung des Verhaltens darstellen.
  • Verwenden Sie die „Ich”-Form – Mit Formulierungen wie „Ich habe bemerkt, daß …” oder „Ich mache mir Sorgen darüber, daß …” vermeiden Sie Vorwürfe im Gespräch.
  • Sprechen Sie emotionale Themen an – Die Betroffenheit von Kindern, Freunden oder Ihnen selbst berühren einen Alkoholiker oftmals mehr als Äußerungen über die Gesundheit des Alkoholabhängigen.

Mit Alkoholismus muss keiner allein fertig werden

Für Menschen mit Alkoholproblemen gibt es verschiedene Anlaufstellen, die Hilfe anbieten. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Rat und Überwachung durch einen Hausarzt bis zu Einzeltherapie und speziellen Behandlungsprogrammen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie meinen, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person Hilfe benötigt. Ältere Menschen sind in der Überwindung von Alkoholproblemen genau so erfolgreich wie jüngere Menschen. Es ist nie zu spät, Hilfe in Anspruch zu nehmen oder das Trinken zu reduzieren, bevor es zum Problem wird.

Sie können helfen

Die negativen Auswirkungen des Alkoholismus auf Körper und Geist sind bei älteren Menschen deutlich schlimmer, und die Sterblichkeitsrate ist hoch. In einer Studie der Mayo Clinic von 1988 unter älteren Alkoholikern wiesen 36 % der Patienten eine alkoholgeschädigte Leber auf, mehr als 40 % zeigten eine deutliche Beeinträchtigung des Gedächtnisses und des Urteilsvermögens.

Mehr als ein Drittel verstarb innerhalb von fünf Jahren (im Vergleich zu 12 % bei jüngeren Alkoholikern) – nahezu die Hälfte der Todesfälle stand in direktem Zusammenhang mit Alkohol. Alkoholiker im fortgeschrittenen Lebensalter sprechen auf eine Therapie jedoch genauso gut an wie jüngere Erwachsene.

Sollten Sie bei einem Ihnen nahestehenden Menschen Alkoholprobleme bemerken, betrachten Sie dies als eine ernsthafte und lebensbedrohliche Angelegenheit. Dies bedeutet: Eingreifen, um dann fachkundige Unterstützung einzuholen.

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