Akutes Delirium: Allgemeines
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Die Krankenhausumgebung kann den Patienten einem unbewussten Stress aussetzen
Sie fühlen sich erleichtert – die Operation Ihres Ehemanns verlief gut. Er bleibt noch auf der Intensivstation.
Einen Tag nach der Operation sieht es schon anders aus: Er wirkt unruhig, ist verwirrt, extrem ängstlich und unkooperativ. Er scheint nicht ganz er selbst zu sein.
Die Ärzte sagen, er erleide ein akutes Delirium. Ein akutes Delirium während eines Krankenhausaufenthalts wird auch Intensivstationspsychose oder Durchgangssyndrom genannt. Es ist ein vorübergehender Zustand, der auftreten kann, wenn sich der Körper in großem Stress befindet und auf eine Reihe von Einflüssen reagiert. Daraus resultiert ein Verhalten, das von leichter Verwirrung und Wahnvorstellungen bis hin zur Aggressivität reichen kann.
Ein Zustand, der gar nicht so selten ist
Alles, was die normale Funktion des Gehirns stört, kann ein Delirium zur Folge haben. In einer Klinikumgebung trifft dies insbesondere für schwerkranke Personen zu, bei denen die Hirnfunktion bereits beeinträchtigt ist (z. B. durch fortgeschrittene Parkinson-Krankheit oder Gedächtnisstörungen).
Bei älteren Menschen ist das Risiko eines Deliriums größer. Es kann aber jeden treffen, der ins Krankenhaus kommt. Wenn er bereits vorher ein Delirium erleiden musste, hat er eine größere Wahrscheinlichkeit, noch einmal in diesen Zustand zu geraten.
Ein Delirium kann sich außerdem als Teil einer Entzugsreaktion entwickeln, wenn Sie regelmäßig verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel einnehmen oder übermäßige Mengen Alkohol trinken.
Ein Delirium kann überall in einer Klinikumgebung auftreten. Auf Intensivstationen ist es jedoch am häufigsten anzutreffen.
Körperlicher Stress und die Krankenhausatmosphäre können Auslöser sein
Obwohl ein Delirium ein medizinisches Problem ist, sind die Faktoren unbekannt, die bei den einzelnen Patienten die normale Hirnfunktion stören und zum Delirium führen.
Ein Delirium kann durch eine zugrunde liegende Erkrankung hervorgerufen werden. Nach einer größeren Operation können beispielsweise physiologische Veränderungen, wie ein niedriger Sauerstoffgehalt des Bluts, niedriger Blutdruck, niedriger Blutzuckerspiegel oder Flüssigkeitsverschiebungen und -ungleichgewichte ein Delirium auslösen. Leber- oder Nierenversagen, Hirnblutungen oder sogar Infektionen können zur Störung beitragen.
Die Unruhe und die Aktivitäten in einem Krankenhaus können ein weiterer Faktor sein. Der normale Tages- und Nachtrhythmus ist aufgehoben. Pflege und Überwachung rund um die Uhr machen eine Klinik zu einem betriebsamen und oft lauten Ort. Schlafmangel kann das Problem weiter verschärfen.
Die Anwendung von Medikamenten, wie zum Beispiel Sedativa (Beruhigungsmittel), Schmerzmittel, Steroide oder Medikamente, die bestimmte Gehirnregionen beeinflussen, können zu einem Delirium beitragen. Auch Schmerzen nach der Operation können das Problem verschlimmern.