Ärger und Zorn: 2 Ärger-Typen
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Etwas macht uns rasend, wir spucken Gift und Galle und der Ärger schlägt uns auf den Magen. Der Volksmund ist voll von solchen Sprüchen, die deutlich machen, dass unkontrollierter Ärger an der Entwicklung von Krankheiten beteiligt ist. Wenn Sie aber einmal „Ihren“ Ärgertyp erkannt haben, können Sie sich mit der richtigen Strategie vor Bluthochdruck und Magengeschwüren schützen.
Mensch ärgere Dich nicht – und wir tun es doch. Die Psychologie unterteilt dabei in zwei Typen:
1. Der „Vesuv-Typ“ oder auch Anger-Out-Typ. Diese Menschen sind im Extremfall als Choleriker bekannt und lassen ihre Wut ungefiltert heraus. Sie verraten sich häufig durch heftige Rötung des Gesichts, der Blutdruck steigt dramatisch an. Geschieht dies sehr oft, heftig und über Jahre, so ist eine Schädigung des Herzens und der Gefäße kaum zu vermeiden.
2. Der zweite Typ ist „der stille Leider“; der Anger-In-Typ. So nennt man Menschen, die den Ärger „in sich hineinfressen“, bei denen der Druck ein innerliches Kochen erwirkt und vor allem der Magen oft dauerhaft rebelliert. Häufig wird bei entsprechender Veranlagung auch die Redewendung in die Tat umgesetzt: Die Wut im Bauch wird mit Nahrungszufuhr bekämpft, eine spezielle Variante des Frust-Essens, die oft mit extremem Übergewicht endet, mit der so genannten Fettsucht. Auch von Gallenproblemen wird in diesem Zusammenhang immer wieder berichtet.
Ein Herumdoktern an den Symptomen kann nicht die Lösung sein ...
Diesen beiden Mechanismen ist eins gemeinsam: Wenn sich ärgerliche Ereignisse häufen und wenn dem Ärger dann immer wieder mit der selben Extremreaktion begegnet wird, droht echter gesundheitlicher Schaden. Leider wird in der klassischen Medizin bisher weitestgehend symptomatisch behandelt – dass die Ursache der Erkrankung auch im falschen Umgang mit Ärger liegen kann, wird meistens übersehen.
Wer irgendwann zum Beispiel mit Beschwerden wegen Bluthochdrucks zum Arzt geht, bekommt in vielen Fällen Betablocker verschrieben – die Pille nach dem Ärger schafft dann Entspannung, ohne das Problem wirklich zu lösen.
Gerade Probleme mit Magen und Verdauung werden oft erst einmal mit konventionellen Mitteln behandelt: Diagnose per Magenspiegelung, medikamentöse Behandlung eines Geschwürs, Gallenspiegelung, eventuell gar Entfernung der Gallenblase. Erst wenn all dies keine Heilung gebracht hat oder wenn von Anfang an keine direkten organischen Ursachen für die Erkrankung gefunden wurden, erfolgt die Diagnose einer psychosomatischen Erkrankung. Und weil man ungern darüber redet, hat sich noch nicht herumgesprochen, dass die gegen psychosomatische Störungen oft verschriebenen Psychopharmaka – vereinfacht Happy-Pills – mittlerweile zur am häufigsten verschriebenen Medikamentengruppe in Deutschland gehören. Selbst in den Fällen, in denen diese Tabletten tatsächlich geistige Entspannung und auch körperliche Erholung bringen, können sie die eigentlichen Ursachen nicht heilen.