Alkoholabhängigkeit
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Abhängigkeit (Sucht)
Wie Sie den Teufelskreis endlich durchbrechen
Mit einem ambulanten Entzug bewältigen viele Alkoholkranke den Weg aus der Sucht – Familie und Kollegen sind dabei fest eingebunden
le voEs gibt Zahlen, die erschrecken: In Deutschland sind etwa 3 % der Erwachsenen alkoholkrank oder – wie es früher etwas geringschätzig hieß – „alkoholsüchtig“. Dazu kommen noch einmal 5 %, die durch zu hohen Alkoholkonsum gesundheitlich gefährdet sind. Das summiert sich auf vier Millionen Einzelschicksan Menschen, deren Leben ganz oder zu einem großen Teil durch den Alkohol bestimmt wird.
Doch es gibt Auswege aus dem Dilemma. Das Wichtigste dabei sind Offenheit und Mut. Woran Sie als Betroffener oder als Angehöriger eine Alkoholabhängigkeit erkennen und wie Sie zusammen mit Familie, Freunden und Therapeuten die Sucht besiegen, lesen Sie in diesem Beitrag.
Körperliche Schäden durch Alkohol
Gehirn und Nervensystem: Entzugsdelirium, epileptische Anfälle, absterbende Nervenzellen, Demenz, Muskelzittern
Mund und Rachen: erhöhtes Krebsrisiko
Speiseröhre: Bildung von Krampfadern, Blutungen
Herz und Gefäße: Verfettung, Rhythmusstörungen, Herzschwäche, Bluthochdruck
Leber: Fetteinlagerungen, Verhärtung, Schrumpfung (Zirrhose), Krebs
Dünndarm und Bauchspeicheldrüse: Entzündungen, verringerte Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen
Geschlechtsorgane: geringere Hormonproduktion, Potenz- und Libidoverlust
Alkohol schädigt fast alle Organe des Körpers. Die Schädigungen gehen zum Teil direkt auf seine giftige Wirkung auf die Körperzellen zurück. Die Zerstörung der Leber als zentrales Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des Körpers verursacht darüber hinaus weitere Folgeschäden.
Alkoholmissbrauch: Auch ohne Abhängigkeit drohen körperliche Schäden
Heute konsumiert jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 10 l reinen Alkohol. Aber nicht jeder, der regelmäßig Alkohol trinkt, ist auch alkoholabhängig. Vor allem dann, wenn die risikoarmen Trinkmengen nicht überschritten werden, ist die Gefahr einer alkoholbedingten Erkrankung eher gering.
Doch auch ohne dass der Alkoholkonsum in eine Sucht ausartet, gibt es bereits bestimmte Trinkmuster, die zu körperlichen und psychischen Schäden führen können. In diesen Fällen wird von einem Alkoholmissbrauch gesprochen. Missbrauch und Sucht sind also nicht dasselbe – das wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft übersehen. Ein typisches Kennzeichen für den Alkoholmissbrauch ist beispielsweise, wenn der Betroffene auch zu unpassenden Gelegenheiten trinkt (am Arbeitsplatz, am Steuer, während der Schwangerschaft, zusammen mit Tabletten oder anderen Drogen). Oft werden große Mengen konsumiert und es wird bis zum Vollrausch weitergetrunken. Ein Alkoholmissbrauch liegt ebenfalls dann vor, wenn das Trinken lediglich der Beruhigung dient oder wenn Ängste und Sorgen im Alkohol „ertränkt“ werden sollen.
Die Betroffenen leiden nicht unter Entzugssymptomen, aber dennoch können Organe geschädigt werden, die Unfallgefahr wächst, und nicht selten ist der Alkoholmissbrauch auch mit einem sozialen Abstieg oder dem Verlust des Arbeitsplatzes verbunden.