Abhängigkeit: Überaktive Hirnzellen
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Bei der Alkoholabhängigkeit kommen dagegen vor allem psychische Mechanismen ins Spiel. Jeder, der schon einmal Alkohol getrunken hat, wird dessen sofortige Wirkung auf die Psyche kennen: Hemmungen werden gelöst, Ängste und Nervosität fallen von einem ab. Diese Effekte beruhen darauf, dass der Alkohol im Gehirn die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen behindert.
Bei regelmäßigem Alkoholkonsum stellen sich die Nervenzellen langsam auf den gestörten „Funkverkehr“ ein, indem sie empfindlicher auf die Signale reagieren – so als würden Sie Ihr Radio lauter drehen, um auch einen schwachen Sender noch zu empfangen. Die Hirnzellen bleiben allerdings auch dann empfindlich und überaktiv, wenn der Alkoholspiegel sinkt.
Die Folge sind die typischen Alkohol-Entzugssymptome: Schweißausbrüche, innere Unruhe, Schlafstörungen, Übelkeit, zittrige Hände und nicht selten epileptische Anfälle. Um sie zu mildern, hilft dann nur: erneut trinken. Die Alkoholsucht ist perfekt, der Teufelskreis geschlossen.