Abhängigkeit: 6 Methoden, das Rauchen aufzugeben
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1. Setzen Sie einen Schlusspunkt. Die meisten Raucher versuchen, auf diese Art von der Sucht loszukommen. „Morgen ist definitiv Ende" oder „Das ist die Letzte" — und dann bleibt es auch dabei. Sie brauchen aber eine Voraussetzung: einen wirklich starken Willen. Den haben leider nur wenige Menschen: Die Erfolgsquote liegt bei dieser Methode nur bei 10 %.
Wichtig ist auch, dass Sie den Schlusspunkt überlegt setzen. Stehen Sie gerade unter Stress, sind Sie angespannt oder müssen Sie sich auf etwas Wichtiges konzentrieren, ist das wahrscheinlich nicht der geeignete Zeitpunkt dafür, mit dem Rauchen Schluss zu machen. Dann warten Sie lieber noch 2 bis 3 Tage, bis es Ihnen auch seelisch gut geht — Ihre Erfolgschancen sind dann besser. Das ist kein Freibrief, Ihren Rauchstopp immer noch weiter herauszuschieben — Sie sollten sich nur möglichst wohl fühlen, wenn Sie die Zigaretten endgültig in die Verbannung schicken.
Hören Sie zum 1. Januar auf, nur weil es Mode ist, „rauchfrei" ins neue Jahr zu starten, dann kommen Sie nicht weit. Haben Sie es aber selbst richtig satt, stört es Sie, dass Sie so viel Geld in die Luft pusten und alles ständig nach Qualm riecht, dann ist diese Methode für Sie die richtige.
2. Nikotinpflaster, -kaugummis oder -spray. Diese so genannten Nikotinersatzpräparate empfehle ich meinen Patienten immer dann, wenn sie stark abhängig sind, also zum Beispiel jahrelang Kettenraucher waren. Auch wenn Sie es in so einem Fall nur mit reiner Willenskraft schaffen wollen, empfehle ich Ihnen, die Präparate zur Unterstützung zu nehmen. Sie mildern das Verlangen nach Nikotin, dass einen Kettenraucher überfallen wird, stark ab. Bei Sprays und Kaugummis führen Sie das Nikotin dann zu, wenn Sie einen „Suchtschub" bekommen. Nachteil: Sie lösen sich so nicht von Ihrem Suchtverhalten, sondern greifen jetzt zu Ersatzpräparaten, statt wie früher zu einer Zigarette. Hilfreicher sind da schon Pflaster. Durch diese wird das Nikotin dauerhaft zugeführt. Damit lösen Sie sich von Ihrem Suchtmuster und werden so auch die Gewohnheiten los, die mit dem Rauchen verbunden sind (die Zigarette zum Kaffee).
Aber Sie sollten trotzdem mit Ihrem Arzt über die in Ihrem Fall richtige Dosierung von Pflaster, Kaugummi oder Spray sprechen. Die Erfolgsquote, mit diesen Hilfsmitteln von der Nikotinsucht loszukommen, liegt bei 15 bis -20 %.
3. Verhaltenstherapie: Diese Therapieform kennen Sie sicherlich unter dem Namen „Gruppentherapie". Hierunter fallen zum Beispiel die Raucherentwöhnungskurse, die von den Krankenkassen angeboten werden. Diese teilen sich in 3 Phasen:
Selbstbeobachtung: Dabei steht im Vordergrund, dass Sie sich über die einzelnen Situationen, in denen Sie rauchen, klar werden. Sie sollen auch erkennen, warum Sie rauchen (z. B. aus Langeweile oder aus Stress)
Entwöhnung: Hier gibt es zwei Verfahren. Entweder Sie setzen sich sofort einen Schlusspunkt und rühren keine Zigarette mehr an. Oder Sie reduzieren nach und nach Ihre Zigaretten. Dann brauchen Sie aber sehr viel Selbstbeherrschung, um diese Rationierung durchzuhalten. Einfacher fällt den meisten Menschen die Schlusspunkt-Methode. Während dieser Phase lernen Sie auch Gegenstrategien, die Ihnen helfen, dem Verlangen nach einer Zigarette standhaft zu widerstehen und sich abzulenken.
Stabilisierungsphase: Zum Abschluss lernen Sie, wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie in eine kritische Situation gelangen, in der die Lust auf eine Zigarette wieder da ist. Dies passiert meist in Form von Rollenspielen.
4. Die Pille gegen die Sucht: Dabei handelt es sich um den Stoff Bubropion, ein ehemaliges Antidepressivum, das jetzt auch in Deutschland zur Bekämpfung der Nikotinsucht zugelassen ist. Sie sollten dieses Mittel nur unter ärztlicher Kontrolle nehmen. Ich weiß, dass es bei vielen Anwendern zu Problemen gekommen ist, weil bei ihnen die unterschiedlichsten Nebenwirkungen des Mittels aufgetreten sind. Ich empfehle diese Pille nur als „letzte Hilfe" - sie hat aber immerhin eine Erfolgsquote von 30 %.
5. Lassen Sie sich in Trance versetzen. Auch die Hypnosetherapie ist eine sehr gute Möglichkeit, dass Sie Ihre Sucht loswerden — aber nur wenn Sie an diese Methode glauben. Hypnose ist unbedenklich und hat auch keine Nebenwirkungen. Es gibt dabei zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann der Hypnotiseur Ihnen — wie bei einer Verhaltenstherapie - Mut zusprechen und Ihrem Unterbewusstsein versichern, dass es stark genug ist, den Entzug durchzuhalten. Sie gehen so mit gestärktem Selbstbewusstsein an den Entzug heran.
Zum anderen gibt es die so genannte Aversionstherapie. Dabei erregt der Hypnotiseur in Ihrem Unterbewusstsein Ekel vor Zigaretten, indem er zum Beispiel von überquellenden Aschenbechern und dem Gestank kalten Rauchs berichtet. Dadurch sehen Sie Zigaretten aus einer anderen Perspektive, was Ihnen das Absetzen erleichtert. Die Erfolgsquoten liegen bei 30 %.
6. Raucherentwöhnung nach Allen Carr: Diese Methode ist wissenschaftlich nicht untersucht. Es handelt sich um das Buch „Endlich Nichtraucher" von Allen Carr. Carr war selbst Raucher und hat seine Erfahrungen aufgeschrieben. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum die Methode funktioniert. Er droht nicht, sondern er schildert seine Erfahrungen, wie er es geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie fühlen sich verstanden und eifern ihm nach. Carr gibt quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Die Erfolgsquote, obwohl keine wissenschaftlichen Erhebungen vorliegen, wird auf 50 % geschätzt.
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