Prostatakrebs: Urintest soll in Zukunft bei Früherkennung helfen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund zum Thema Prostatakrebs
vom 8. August 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Der PSA-Test gilt als Maß aller Dinge - wenn es darum geht, erste Hinweise auf eventuellen Prostatakrebs zu erlangen. Allerdings ist er nicht zuverlässig. So kann schon Sport dafür sorgen, dass dieser Marker erhöht ist - es kommt zu einer schwerwiegenden Fehldiagnose.
Aus diesem Grund haben Forscher der University of Michigan/USA einen Urintest entwickelt. Er basiert auf der Erkenntnis, dass bei Prostatakrebs bestimmte mutierte Gene in hoher Konzentration vorliegen.
Auch dieser Test hat keine hundertprozentige Trefferquote - allerdings ist er genauer als der PSA-Test. Die Forscher hatten 1300 Männer mit erhöhten PSA-Werten, bei denen anschließend eine Biopsie durchgeführt wurde, zusätzlich mit dem neuen Urintest untersucht. Das Ergebnis: 69 Prozent der Männer, bei denen der Urintest ein besonders hohes Risiko ergeben hatte, hatten tatsächlich Prostatakrebs. Zudem zeigte der Urintest, wie aggressiv der Tumor war.
Zwar muss der Test noch weitere Studien bestehen, die Forscher gehen aber davon aus, dass er in Zukunft eingesetzt werden und Patienten vor unnötigen Eingriffen bewahren kann.