Prostatakrebs-Test: Informieren Sie sich besser vorher!
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Prostatakrebs
vom 4. August 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
die häufigste Krebsart bei Männern ist nicht mehr der Lungenkrebs, sondern der Prostatakrebs. Pro Jahr erkranken etwa 59.000 Männer daran. Etwa 11.000 davon müssen ihr Leben lassen. Um dieses Risiko abschätzen zu können,wurde Männern ab 45 in letzter Zeit der so genannte PSA-Test empfohlen (die Kosten müssen Sie selbst tragen). Doch er liefert oft wenig aussagekräftige oder gar falsche Ergebnisse, weswegen immer mehr Mediziner inzwischen wieder von diesem Test abraten.
Der Test weist ein bestimmtes Marker-Eiweiß im Blut nach. Ein erhöhter Wert kann auf einen Prostatakrebs hindeuten. In vielen Fällen liegt jedoch selbst bei erhöhten Werten kein Krebs vor, darauf weist das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hin. Dennoch werden bei einem verdächtigen Ergebnis weitere Maßnahmen wie eine Biopsie ergriffen - auch wenn diese gar nicht nötig ist. Bei vielen Männern wächst der Prostatakrebs nur langsam und macht sich ihr Leben lang nicht bemerkbar. Sie sterben an einer anderen Erkrankung, ohne überhaupt von ihrem Tumor zu wissen. Warum ihnen eine Diagnose zukommen lassen, die sie gar nicht brauchen, die ihnen aber unter Umständen via Operation Impotenz und Inkontinenz beschert?
Andererseits ist ein negatives Ergebnis auch kein Freibrief, dass Sie keinen Prostatakrebs haben oder entwickeln. Ob dieser Test für Sie sinnvoll sein kann, ist also fraglich. Das DKFZ, die Uni Bremen und die AOK haben einen Online-Informationsdienst eingerichtet, der Ihnen bei der Entscheidung helfen soll:
www.psa-entscheidungshilfe.de
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb