Profitieren Sie von den heilenden Inhaltsstoffen der Ozeane
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Naturheilkunde
vom 12. Juli 2010, 16:00 Uhr
GNL5223
Schon vor über 2.000 Jahren setzte der griechische Arzt Hippokrates die heilende Kraft des Meeres ein. Er empfahl Bäder im warmen Mittelmeerwasser gegen körperliche Beschwerden wie Rheuma, Ischias und Entzündungen. Das Meer - griechisch: thalassa - ist mit seinen Inhaltsstoffen eine schier unerschöpfliche Quelle der Gesundheit. Alle Inhaltsstoffe des Meeres werden genutzt: Mineralien, Salze, Sand, Algen, Plankton und natürlich das Meerwasser selbst. Daraus entwickelte sich die Thalasso-Therapie - eine Umschreibung für „Kur am Meer".
Dazu gehört auch das ganze „Drumherum": am Strand im Sand laufen, im Watt wandern, in der Brandung baden, den salzigen und jodhaltigen Brandungsnebel tief einatmen. Durch die jodhaltige Luft werden Sie zudem rascher müde und können besser durchschlafen. Zur Thalasso-Therapie gehören Behandlungen wie Massagen, Schlickpackungen, Peelings und Algenbäder.
Eine Thalasso-Kur müssen Sie aus eigener Tasche zahlen
Stress, Abgespanntheit, Nervosität, aber auch Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen, Rheuma, Bindegewebsschwäche und schwere Beine sind die häufigsten Gründe für eine Thalasso-Therapie. Denn bezahlen müssen Sie sie meist aus eigener Tasche. Die Thalasso-Therapie wird in der Regel leider weder verschrieben noch von der Krankenkasse bezahlt. Manche Kassen übernehmen jedoch im Einzelfall einzelne Thalasso-Anwendungen im Rahmen von ärztlich verordneten Kuren oder Reha-Maßnahmen.
Das sollten Sie im Vorfeld mit Ihrer Krankenkasse abklären. Für eine Woche Thalasso-Therapie können Sie mehrere 100 bis 1.000 € veranschlagen.
Hier kann Ihnen die Meerwasser-Therapie helfen
- Wechseljahrsbeschwerden
- Bandscheibenprobleme
- Arthrosen an Hüft-, Knie- und Fußgelenken
- Quetschungen, Verstauchungen, Verrenkungen
- Gliedmaßen- und Beckenbrüche
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Neuralgien
- Lähmungen
- multiple Sklerose
- Kreislaufstörungen
- arterielle und venöse Blutgefäßerkrankungen
- Atemwegsleiden (allergisches Asthma)
- Schuppenflechte und andere schwere Hautkrankheiten
- Wundheilung
Das Meerwasser ähnelt Ihrem Blutserum
Die wohltuende Wirkung auf die Haut und der heilende Effekt des salzigen Elements sind mittlerweile naturwissenschaftlich gut belegt. Biochemiker haben herausgefunden, dass die Zusammensetzung des Meerwassers dem Blutplasma sehr ähnlich ist - weswegen immer leicht erwärmtes Meerwasser verwendet wird. In Ihrem Blutserum finden sich dieselben Stoffe wie im Meerwasser: Kochsalz, Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen zum Beispiel. Im Meerwasser ist nur die Konzentration höher.
Die Mediziner sind sich heute weitgehend darin einig, dass die Thalasso-Therapie die Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Mineralsalze aus dem Meer fördern das Zusammenwachsen von gebrochenen Knochen. Seesalz strafft das Gewebe und stärkt die Nerven, Schlick verwöhnt die Haut mit Feuchtigkeit. Schlamm- und Algenpackungen wärmen und geben wertvolle Heilsubstanzen ab.
Die gelösten Salze gelangen beim Baden in den Körper, denn sie lassen die Haut aufquellen und machen sie aufnahmebereit für die Inhaltsstoffe des Meerwassers. Am Toten Meer beispielsweise ist die kombinierte Wirkung von Wasser, Salz und Sonne so intensiv, dass damit sogar eine hartnäckige Schuppenflechte gebessert werden kann. Aber auch an den Stränden von Mittelmeer sowie Nord- und Ostsee verschwinden Wunden, die nicht heilen wollen, und andere Hautprobleme verblüffend schnell.
Auch Hotels und kleine Kosmetikstudios bieten Thalasso-Anwendungen an
Zum „kleinen" Thalasso-Programm gehören Wannenbäder, in denen Meersalz und Algenkonzentrate zum Einsatz kommen. Auf Wunsch werden sie mit Massagen und Strömungsdüsen kombiniert. Darüber hinaus gibt es Algenbäder und -tees, die je nach Konstitutionstyp und Hautbild zusammengestellt werden.
Die klassische Thalasso-Kur sollte mindestens vier bis zwölf Tage dauern und unmittelbar am Meer stattfinden - beispielsweise an der Ostsee mit ihrer milden Meeresluft, an der Nordsee mit ihrem jodhaltigen Reizklima oder an der französischen Atlantikküste, wo die Thalasso-Therapie „Spa" (Gesundheit aus dem Wasser) getauft wurde. Bei diesen Kuren gibt es mindestens drei Anwendungen am Tag. Zusätzlich stehen Wandern am Strand und Bewegung im Wasser auf dem Stundenplan. Die Meeresbrandung ist eine Wohltat für Ihre Atemwege.
Salzwasser gibt Ihnen Auftrieb
Weil das salzige Wasser ein höheres spezifisches Gewicht als Süßwasser hat, finden Sie darin mehr Auftrieb. Im Salzwasser spüren Sie nur einen Bruchteil Ihres normalen Gewichts. Krankengymnastik im geheizten Meerwasserbecken erhöht die Schmerzgrenze und macht Bewegungsübungen möglich, die normalerweise nicht mehr ausgeführt werden können. Darüber hinaus entkrampfen sich verspannte Muskeln. Im Wasser verengt der Wasserdruck die Gefäße und stabilisiert den Kreislauf. Der Körper wird sanft massiert.
Nur in seltenen Fällen muss von einer Meerwassertherapie abgeraten werden - etwa wenn Herz- oder Nierenleiden vorliegen oder während eines akuten Rheumaschubs. Dann ist der Organismus mit den vielfältigen Reizen überfordert. Auch bei einer Jodallergie, einem Venenleiden oder einer Überfunktion der Schilddrüse sind Thalasso-Therapien nicht zu empfehlen. Bei allen chronischen Erkrankungen sollten Sie ohnehin vorher Ihren Arzt befragen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael Bruchage (12.07. 2010 16:40 Uhr):
Na was denn nun? Oben steht : Hilft bei venösen Blutgefäßerkrankungen und unten bei einem Venenleiden nicht zu empfehlen.
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