Positives Denken schützt Sie nicht vor Krebs
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 30.10.2007 06:00 Uhr
GNL5356
Die Macht der Gedanken hat offenbar bei einer Krebserkrankung keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Bei mehr als 1.000 Patienten, die an Kopf- und Halskrebs litten, konnten Wissenschaftler der Universität von Pennsylvania keine Unterschiede im Krankheitsverlauf ausmachen. Andere Experten reagierten auf die Studie allerdings deutlich differenzierter: Positive Gedanken könnten Menschen sehr wohl helfen, die Nebeneffekte von Krebstherapien besser zu ertragen.
Emotionale Unterstützung wirke sich bei Krebspatienten deutlich positiv aus, erklären die Forscher. "Wenn Krebspatienten eine Psychotherapie möchten oder in einer Selbsthilfegruppe mitmachen wollen, sollten sie dies auch tun", so Studienleitautor James Coyne. Das bringe eine Menge günstiger Begleiteffekte mit sich.
In der Studie wurde deutlich aufgezeigt, dass der emotionale Zustand eines Patienten keinen Einfluss auf die Überlebenschance habe - egal ob es sich um männliche oder weibliche Krebspatienten handelte. Das Ergebnis war zudem bei allen Tumorarten gleich. "Menschen, die an Krebs erkrankt sind, werden häufig dazu aufgefordert, sich gut fühlen und positiv zu denken. Doch ganz offenbar ist es auch völlig in Ordnung, wenn ein Krebskranker sich nicht gut fühlt. Sehr viele Patienten fühlen sich logischerweise schon nach der Diagnose schlecht. Das hat jedenfalls keinen Einfluss auf den Behandlungserfolg.