Pneumokokken-Impfung verringert möglicherweise Ihr Herzinfarkt-Risiko
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Herzinfarkt
vom 6. April 2010, 16:00 Uhr
GNL5356
Eine Pneumokokken-Impfung kann Erwachsene über 65 Jahre vor den weit verbreiteten und manchmal tödlichen Bakterien schützen. Die Bakterien können schwere Lungeninfektionen (Lungenentzündungen), Hirnhautentzündungen (Meningitis) oder Blutkrankheiten (Bakteriämien) auslösen. Diese Impfung kann jedoch nicht nur als Schutz vor diesen, manchmal sogar tödlich verlaufenden, Krankheiten dienen.
Eine vor Kurzem in der Fachpublikation „Canadian Medical Association Journal" veröffentlichte Studie kam zu folgendem Ergebnis: Mit Hilfe dieses Impfstoffes ist es möglich, das Herzinfarktrisiko von Krankenhauspatienten um die Hälfte zu verringern.
Die Forscher untersuchten etwa 5.000 Kanadier mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren, die mindestens einen Risikofaktor für Herzinfarkt hatten. Ein Fünftel dieser Testpersonen musste sich aufgrund eines Herzinfarkts im Krankenhaus behandeln lassen. Die Zahl derer, die aus dieser Gruppe gegen Pneumokokken geimpft waren, wurde mit den restlichen 4.000 Testpersonen verglichen, die keinen Herzinfarkt erlitten hatten.
Unter den Testpersonen, die sich in den vergangenen zwei Jahren gegen Pneumokokken hatten impfen lassen, befanden sich nur halb so viele Herzinfarktpatienten im Vergleich zur Gruppe der Testpersonen, die erst im letzten Jahr oder gar nicht geimpft wurden.
Spezialisten der Mayo Clinic stimmen mit den Verfassern der Studie überein, dass es noch weiterer Forschung bedarf, um diese Ergebnisse zu untermauern. Zudem gibt es einige Faktoren, die bei dieser Studie nicht in Betracht gezogen wurden. So hatten zum Beispiel diejenigen Testpersonen, die häufiger einen Herzanfall erlitten, schon vorher mehrere Erkrankungen, die das Herzinfarktrisiko erhöhen. Es ist auch möglich, dass gegen Pneumokokken geimpfte Personen im Allgemeinen eine bessere Gesundheitsvorsorge betreiben.