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Wie Therapeuten Asthma oder Migräne einfach wegmassieren

Die Naturheilkunde kennt eine Reihe von so genannten Reflexzonen-Therapien. Dabei werden innere Organe angeregt, die über spezielle Nervenverbindungen (Reflexbögen) mit der Körperoberfläche in Verbindung stehen. Eine bekannte – aber durchaus umstrittene – Therapieform ist die Fußreflexzonen-Therapie. Wissenschaftlich wesentlich fundierter und auch von den Krankenkassen anerkannt ist die Reflexzonentherapie am Rücken, die Bindegewebsmassage. Im Gegensatz zur klassischen Massage wird hier nicht die Muskulatur gelockert, sondern kranke oder träge innere Organe werden wieder aktiviert. Helfen kann Ihnen die Bindegewebsmassage vor allem bei Durchblutungsstörungen. Außerdem beseitigt sie Stauungen in den Venen und im Lymphsystem. Migräne wird gelindert oder sogar ganz zum Verschwinden gebracht. Leicht erhöhter oder erniedrigter Blutdruck normalisiert sich.

Die Erfinderin rettete ihren Fuß vor einer Amputation

Entwickelt wurde die Methode von der deutschen Krankengymnastin Elisabeth Dicke (1885 – 1952). Sie erkrankte im Alter von 44 Jahren an einer schweren Durchblutungsstörung im rechten Bein. Dort war schon kein Puls mehr zu spüren, und sogar eine Amputation des Fußes drohte. Als sie zusätzlich Rückenschmerzen verspürte, massierte sie sich selbst durch ziehende Striche mit den Fingerkuppen. Das Ergebnis war überwältigend: Nicht nur die Rückenschmerzen klangen ab, auch ihr Bein war nach einigen Monaten wieder völlig normal durchblutet.

Über Reflexzonen am Rücken werden innere Organe positiv beeinflusst

Die Fernwirkung der Bindegewebsmassage auf Magen, Darm, Herz und weitere Organe kommt über Nervenverbindungen zustande: Zwischen den Wirbeln treten Nervenstränge hervor. Ein und derselbe Nervenstrang versorgt bestimmte Hautpartien, aber auch das darunter liegende Bindegewebe, das Muskeln, Sehnen, Bänder sowie Gefäßwände einhüllt und das Gerüst für die inneren Organe ist. So lässt sich der Rücken in Segmente (Reflexzonen) einteilen. Alle Regionen eines Segments werden vom selben Nervenstrang versorgt und stehen über diesen untereinander in Verbindung. Daher lassen sich durch die Massage auch tiefer liegende Organe beeinflussen.

Hier kann Ihnen eine Bindegewebsmassage helfen:

  • bei Durchblutungsstörungen und Kreislaufschwäche
  • bei rheumatischen Erkrankungen,
  • Hexenschuss (Lumbalgie)
  • bei leichten Gelenkbeschwerden
  • bei Reizmagen, Magenschleimhautentzündung, Verstopfung und Reizdarm
  • bei Bronchitis, Asthma und Heuschnupfen
  • bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden
  • bei Schmerzsyndromen (z. B. Migräne)
  • bei Venenleiden (z. B. Krampfadern)

Nicht angewendet werden darf eine Bindegewebsmassage, wenn Sie z. B. kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, und auch nicht bei Lungenentzündung, akuter Nervenwurzelentzündung sowie anderen akuten Verletzungen und Entzündungen.

Spezielle Griffe lösen Verklebungen des Bindegewebes

Für einen Therapeuten, der in der Bindegewebsmassage geübt ist, sendet die Haut am Rücken im Falle einer Organstörung deutliche Signale aus. Er kann z. B. Stellen finden, an denen Ihre Haut und Unterhaut miteinander verklebt“ sind. Oder Ihr Bindegewebe in der Unterhaut ist tastbar aufgequollen und streifig verspannt. Der Therapeut massiert jetzt speziell diese Partien und befreit Sie so von den Verklebungen und Verspannungen. Die Bindegewebsmassage unterscheidet sich wesentlich von anderen Massageformen. Ein Therapeut ertastet die Spannungszustände im Bindegewebe und reizt es durch spezielle Griffe mit den Fingerkuppen, bis sie sich gelöst haben. Er arbeitet weniger mit Druck, sondern zieht und verschiebt die Haut sowie das darunter liegende Bindegewebe. Dabei werden unterschiedliche Gewebsschichten gegeneinander bewegt: Oberhaut und Unterhaut sowie Unterhaut und Faszien – das sind die dünnen Bindegewebshäute der Muskeln. So können beispielsweise auch Verklebungen gelöst werden, die die Gelenkbewegung erschweren.

Die Behandlung ist auf Rezept möglich

Die Bindegewebsmassage ist ein schulmedizinisch anerkanntes Heilverfahren. Sie kann von Ihrem Arzt verschrieben und von einem Physiotherapeuten durchgeführt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings nicht komplett – Sie müssen einen vorgeschriebenen Eigenanteil in Höhe von etwa 30 bis 50 zahlen. In der Regel werden 10 Sitzungen in einem Zeitraum von 3 bis 6 Wochen verordnet. Als Nebenwirkung können Sie während der Behandlung ein Schneidegefühl“ in der Haut verspüren. Das kann sich anfühlen, als ob mit den Fingernägeln massiert würde. Das ist allerdings ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass die richtige Technik praktiziert und das tatsächlich betroffene Gewebe bzw. Organ gefunden wurde und dass Sie am Ende der Behandlungsserie mit großer Sicherheit eine Linderung Ihrer Beschwerden verspüren werden.

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