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Grundlagenwissen zum Thema Stangerbad

Das Stangerbad, auch hydroelektrisches Vollbad genannt, gehört zu den Elektrotherapien. Es darf nicht in Eigenregie angewendet werden und wird meist von medizinischen Bademeistern oder Physiotherapeuten angeboten.

Das Stangerbad wird in einer speziellen Wanne durchgeführt, die aus Kunststoff besteht und mit Metallplatten ausgestattet ist. Diese sind wichtig für die Erzeugung eines Stromflusses. Wassertemperatur und Stromstärke werden sowohl den Beschwerden als auch der Empfindsamkeit des Patienten angepasst – ein leichtes Kribbeln während der Behandlung ist normal, Schmerzen oder unangenehme Gefühle sollten vermieden werden.

Linderung durch Gleichstrom

Untersuchungen haben gezeigt, dass der im Stangerbad erzeugte Gleichstrom die Durchblutung des Gewebes um mehrere hundert Prozent steigern kann; es eignet sich außerdem zur Beruhigung der Nerven und somit Dämpfung eventueller Schmerzen, der Steigerung oder Lösung von Muskelspannung, sowie der Verbesserung von Spastiken. Krankheiten, bei denen ein Stangerbad Anwendung findet, sind beispielsweise Rheuma, Ischiasbeschwerden, Morbus Bechterew und Fibromyalgie. Aber auch bei Menstruationsbeschwerden oder Eierstockentzündungen haben sich Erfolge nachweisen lassen.

Patienten, die unter Herzbeschwerden leiden, einen Herzschrittmacher haben oder in deren Körper sich Metallteile befinden, dürfen auf keinen Fall hydroelektrische Bäder nehmen. Da das Stangerbad im Heilmittelkatalog der Krankenkassen aufgelistet ist, wird eine Behandlung auch von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

So steigert das warme Elektrobad Ihre Durchblutung und lindert Schmerzen

Wohl jeder erinnert sich noch an die gutgemeinten Warnungen der Eltern, in der Nähe von Wasser nicht mit elektrischen Geräten zu hantieren. Schnell kann es dabei zu tödlichen Unfällen kommen. Doch nicht immer muß die Kombination aus Elektrizität und Wasser derart gefährliche Auswirkungen haben. Im Gegenteil: Richtig angewendet kann damit im Krankheitsfall eine heilsame Wirkung für den Körper erzielt werden.

Eine Kombination aus einem Wannen-Vollbad und der Nutzung von konstantem Gleichstrom stellt das Stangerbad dar. Die Anwendung wurde nach Johannes und Heinrich Stanger benannt, die um die Jahrhundertwende diese Variante der Elektrotherapie entwickelt haben.

Die Wirkung des Gleichstroms beruht auf der Tatsache, daß in sämtlichen Gewebsflüssigkeiten verschiedene chemische Verbindungen – Salze, Säuren und Basen – enthalten sind. Diese zerfallen in der wäßrigen Lösung in kleine, freibewegliche, elektrisch geladene Teilchen (sogenannte Ionen), die dann in der Lage sind, elektrischen Strom zu leiten. Deshalb werden die Gewebsflüssigkeiten auch als Elektrolyte bezeichnet.

Gleichstrom beschleunigt die Zersetzung der Abbauprodukte des Stoffwechsels

Wird nun dem Körper Gleichstrom zugeführt, beginnen die elektrisch geladenen Teilchen, die Ionen, innerhalb der Gewebsflüssigkeit zu wandern: Die positiv geladenen Teilchen, die als Kationen bezeichnet werden (zum Beispiel Natrium-Ionen), wandern zum Minuspol (der negativ geladenen Elektrode, der sogenannten Kathode). Die negativ geladenen Anionen (zum Beispiel Chlorid-Ionen) wandern in den Gewebsflüssigkeiten in die entgegengesetzte Richtung, zum Pluspol (der Anode – der positiv geladenen Elektrode) hin. Sobald die Ionen an der Hautoberfläche ankommen, treten sie in direkten Kontakt mit den Elektroden und verlieren dadurch ihre elektrische Ladung. Dabei verwandeln sie sich entweder in elektrisch neutrale Moleküle (zum Beispiel in Säuren oder Laugen) und werden auf der Hautoberfläche ausgeschieden, oder sie gehen mit anderen Molekülen neue Verbindungen ein.

Wenn die Elektroden, mit deren Hilfe dem Körper der elektrische Strom zugeleitet wird, direkt auf der Haut aufliegen (sogenannte Hautelektroden, zum Beispiel bei der Iontophorese), können die direkt auf der Haut entstehenden Säuren oder Laugen zu Verätzungen führen. Um dies zu vermeiden, muß die Haut an der Stelle, an der die Elektroden aufgelegt werden, geschützt werden (meist durch eine Zwischenlage aus feuchten Stoffen oder durch einen Viskoseschwamm).

Beim Elektrobad dient das Wasser, das zwischen den Elektroden in der Wand der Badewanne und der Oberfläche des Körpers, also der Haut liegt, lediglich als Stromleiter. Die Säuren und Laugen, in die sich die austretenden Ionen umwandeln, konzentrieren sich deshalb nicht auf der Haut. Dadurch besteht beim Elektrobad keine Gefahr solcher Hautverätzungen.

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