Das Stangerbad, auch hydroelektrisches Vollbad genannt, gehört zu den Elektrotherapien. Es darf nicht in Eigenregie angewendet werden und wird meist von medizinischen Bademeistern oder Physiotherapeuten angeboten.
Das Stangerbad wird in einer speziellen Wanne durchgeführt, die aus Kunststoff besteht und mit Metallplatten ausgestattet ist. Diese sind wichtig für die Erzeugung eines Stromflusses. Wassertemperatur und Stromstärke werden sowohl den Beschwerden als auch der Empfindsamkeit des Patienten angepasst – ein leichtes Kribbeln während der Behandlung ist normal, Schmerzen oder unangenehme Gefühle sollten vermieden werden.
Untersuchungen haben gezeigt, dass der im Stangerbad erzeugte Gleichstrom die Durchblutung des Gewebes um mehrere hundert Prozent steigern kann; es eignet sich außerdem zur Beruhigung der Nerven und somit Dämpfung eventueller Schmerzen, der Steigerung oder Lösung von Muskelspannung, sowie der Verbesserung von Spastiken. Krankheiten, bei denen ein Stangerbad Anwendung findet, sind beispielsweise Rheuma, Ischiasbeschwerden, Morbus Bechterew und Fibromyalgie. Aber auch bei Menstruationsbeschwerden oder Eierstockentzündungen haben sich Erfolge nachweisen lassen.
Patienten, die unter Herzbeschwerden leiden, einen Herzschrittmacher haben oder in deren Körper sich Metallteile befinden, dürfen auf keinen Fall hydroelektrische Bäder nehmen.
Da das Stangerbad im Heilmittelkatalog der Krankenkassen aufgelistet ist, wird eine Behandlung auch von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Lesen Sie hier mehr über die Wirkung und Durchführung des Stangerbads und wann eine Anwendung sinnvoll ist.