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Schröpfen: Kleine Glasgefäße beseitigen Verspannungen und Schmerzen

Geschröpft wird mit kugelförmigen Glasgefäßen, die eine Öffnung mit einem Durchmesser von drei bis sechs Zentimeter haben. Diese Gefäße werden auf den vom Therapeuten ausgewählten Bereich mit einer Technik aufgesetzt, die in der kleinen Glasglocke einen Unterdruck und damit eine Saugwirkung erzielt. Prinzipiell kann auf dreierlei Weise geschröpft werden.

Die drei Varianten des Schröpfens

  1. trockenes Schröpfen
  2. blutiges oder nasses Schröpfen
  3. Schröpfkopfmassagen

Jede dieser Schröpfmethoden hat ihre speziellen Anwendungsgebiete. Fast alle Schröpfbehandlungen werden am Rücken durchgeführt, da sich hier auch die meisten Reflex- bzw. Head’schen Zonen befinden.

Die Hauptanwendungsgebiete der Schröpfbehandlungen

Da Schröpfen auch das Immunsystem aktiviert, wird die Behandlung auch bei Erkältungen und grippalen Infekten sowie zur allgemeinen Kräftigung bei Schwächezuständen eingesetzt.

Das erwartet Sie bei einer Schröpfbehandlung

Zu Beginn der Schröpf-Behandlung tastet der Arzt oder Heilpraktiker sorgfältig den Rücken ab und erspürt dabei Leere- sowie Füllezustände, Verhärtungen und sulzig-weiche Stellen. Diese Veränderungen zeigen dem erfahrenen Therapeuten, wo er seine Schröpfgläser aufsetzen muss. Nun muss die Luft im Schröpfglas erwärmt werden, was meistens mittels eines angezündeten Wattebauschs, der in das Glas gehalten wird, geschieht. Manche Therapeuten setzen hierzu auch eine Art Gummipumpe ein.

Die so vorbereiteten Schröpfköpfe werden jetzt auf den ausgewählten Hautstellen platziert. Zum Einsatz kommen dazu bis zu zehn der kleinen Glasglocken. Zwischen 10 und 20 Minuten bleiben die Schröpfköpfe dann in ihrer Position liegen. Anschließend werden sie vorsichtig abgezogen. Eine solche Behandlung dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Oft reichen zur dauerhaften Besserung der Beschwerden schon zwei bis drei Behandlungen aus, die jeweils im Abstand von einer Woche durchgeführt werden. Bei chronischen Erkrankungen werden manchmal bis zu zehn Behandlungen nötig. Schröpfbehandlungen hinterlassen rötlich-blaue Flecken (Hämatome), die im Laufe von einigen Tagen abgebaut werden. Eine Schröpfbehandlung ist nicht schmerzhaft. Im behandelten Gebiet kann es jedoch zu einer Art Ziehen wie etwa bei einem Muskelkater kommen.

Trockenes Schröpfen bei Leere-Zuständen

Wenn der Therapeut bei der Tastuntersuchung des Gewebes eine Leere feststellt, wird er sich für das trockene Schröpfen entscheiden. Diese Leere-Zustände des Gewebes sind gekennzeichnet durch schlecht durchblutete sulzige Verhärtungen (Gelosen). Durch das Aufsetzen der Schröpfköpfe werden Blut und Lymphe angesaugt, wodurch es zu einer Rötung bis Blaufärbung der Haut unter dem Schröpfglas kommt. Auf das ausgetretene Blut reagiert der Körper wie auf eine Wunde und baut sowohl die Blutbestandteile als auch abgelagerte Schlackstoffe ab.

Durch den Zerfall der weißen Blutkörperchen werden Substanzen freigesetzt, die den Stoffwechsel und das Immunsystem aktivieren. Gleichzeitig tritt ein schmerzstillender Effekt ein. Trockenes Schröpfen hilft besonders gut bei chronischen Schmerzzuständen und Muskelverhärtungen in der Rückenmuskulatur.

Beim blutigen Schröpfen wird sichtbar ausgeleitet

Der einzige Unterschied zwischen einer trockenen und einer blutigen Schröpfbehandlung ist, dass die Haut im zu behandelnden Bereich vor dem Aufsetzen des Glaskopfs mit einer Lanzette leicht angeritzt wird. Dadurch treten beim anschließenden Ansaugen Blut und Lymphe aus den Gefäßen nicht nur in das Bindegewebe aus, sondern fließen nach außen ab. Durch diesen kleinen „Aderlass“ werden pro Schröpfglas zwischen 10 und 100 ml Blut und Gewebeflüssigkeit ausgeleitet.

Zur Anwendung kommt dieses Verfahren unter anderem bei Bluthochdruck und Infekten. Diese Art des Schröpfens war in früheren Zeiten die beliebteste, da hier eine sichtbare Ausleitung stattfindet. Da das blutige Schröpfen für den Patienten jedoch etwas unangenehmer ist und durch die streng einzuhaltenden Hygienemaßnahmen aufwändiger, wird es heute eher selten durchgeführt.

Fast schon eine Wellness-Behandlung: Die Schröpfmassage

Vor allem bei anhaltenden Verspannungen und zur Lockerung der Muskulatur wird gerne mit einer Schröpfkopfmassage gearbeitet. Hierzu wird der Rücken zunächst mit einem Hautöl eingerieben, damit die Schröpfköpfe besser gleiten können. Dann zieht der Therapeut einen der Glasköpfe über den zu behandelnden Hautbereich. Auf diese Weise kann ein ganzes Areal besser durchblutet und gelockert werden. Eine solche Schröpfmassage dauert etwa 45 Minuten.

Schröpfbehandlungen sind keine Kassenleistung

Auch wenn das Verfahren sich in der Praxis seit langer Zeit bestens bewährt hat, gibt es doch bis heute keine klinischen Studien. Streng genommen ist damit die Wirksamkeit des Schröpfens nicht wissenschaftlich bewiesen. Das ist auch der Grund, warum die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Schröpfbehandlungen nicht erstatten. Jede einzelne Behandlung müssen Sie mit etwa 30 Euro selbst bezahlen. Wenn Sie jedoch zum Beispiel durch Fehlhaltungen oder einseitige Belastungen ständig mit verspannten Muskeln oder Rückenschmerzen kämpfen, lohnt sich diese Investition durchaus.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Dathe schrieb am 25.09.2013, 10:47 Uhr

    Das Schröpfen wurde vor 30 Jahren in den neuen Bundesländern sehr oft bei Rückenschmerzen angewandt, auch bei mir und mit Erfolg. Das Gesundheitswesen war damals nicht auf Gewinn bedacht, sondern den Patienten möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu machen. Vielen Dank für den Artikel, der sofort gute Infos gebracht hat.

  • Erika Götz schrieb am 01.10.2013, 15:16 Uhr

    Die Schröpfkopf-Massage kenne ich seit einigen Jahren. Sie wurde mir von einem Bademeister im Klinikum Großhadern empfohlen. Ich bin begeisterte Bergsteigerin und hatte vor einigen Jahren massive Schwierigkeiten mit den Beinen. Nach einer Stunde hatte ich in den Oberschenkeln solche Schmerzen, dass ich nur mit Tränen weitergegangen bin und hinterher einen grausigen Muskelkater bekam. Der Bademeister erklärte mir, dass bei mir bei Anstrengung kleine Blutgefäße reißen und hinterher die Unterhaut mit der Muskeloberfläche sich verklebt. Und da ich sehr kräftige Muskeln habe (Jahrelanges Bergsteigen) konnte sich der Muskel nicht mehr ausdehnen und schmerzte. Jetzt mache ich nach jeder Tour ein paar Mal abends die Schröpfkopfmassage an den Oberschenkeln und habe keine Schwierigkeiten mehr. Es hat anfangs verdammt geschmerzt, aber jetzt hält es sich in Grenzen.