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Möglichkeiten und Grenzen der Osteopathie

Immer mehr Menschen vertrauen auf die ganzheitliche Methode der Osteopathie. Mit speziellen, meist sanften Griffen und gezieltem Druck löst der Therapeut Blockaden, deren Ursprung manchmal im Körper weit entfernt liegt. Bei einer ganzen Reihe von Beschwerden wie bei Kopf- und Rückenschmerzen kann die Osteopathie helfen, vor allem in Kombination mit der Schulmedizin. Bei anderen Erkrankungen wiederum stößt diese Heilmethode an ihre Grenzen oder sollte gemieden werden.

Wie funktioniert die Osteopathie?

Gewebe, Organe und Körperteile funktionieren nur dann optimal, wenn sie ausreichend Bewegungsfreiheit haben. Der Osteopath erspürt schmerzhafte Blockaden und Funktionsstörungen mit seinen Händen. Da die Strukturen Ihres Körpers über Faszien (Bindegewebshüllen) miteinander vernetzt sind, wirken sich die Störungen häufig an weiter entfernten Stellen im Körper aus. Beispielsweise kann eine verklebte Narbe im Unterleib auf Dauer auch zu Kopf- und Nackenschmerzen führen. Diese Verklebung löst der Osteopath mit einer speziellen Handtechnik und aktiviert dadurch die Selbstheilungskräfte.

Bei vielen Beschwerden beschleunigt die Osteopathie die Heilung, vor allem in Kombination mit der Schulmedizin. Häufig helfen schon wenige Sitzungen, bei chronischen Beschwerden bedarf es einer längerfristigen Therapie. Nach viermaliger Behandlung sollten sich allerdings Ihre Beschwerden merklich gebessert haben. Ärztliche Befunde wie beispielsweise Laborwerte oder Röntgenbilder sollten Sie zu Ihrem ersten Termin beim Osteopathen mitnehmen.

So unterteilt die Osteopathie den Körper

  1. craniosacrales System: Schädel, Kreuzbein, Gehirn und Rückenmark
  2. parientales System (Stützsystem des Körpers, das für Stabilität und Fortbewegung sorgt): Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder
  3. viszerales System: innere Organe, Blut- und Lymphgefäßsystem, peripheres Nervensystem

Diese drei Systeme sind alle durch die Hüllen der Muskeln aus feinem Bindegewebe miteinander verbunden.

Einsatzgebiete und Anwendungsbeispiele

  • Bewegungsapparat: Rückenschmerzen, Hexenschuss, Ischias (jeweils ohne Bandscheibenvorfall); Gelenkprobleme, Schleudertrauma, nach Sportverletzungen (auch Leistungssportler vertrauen immer häufiger auf die Osteopathie)
  • innere Medizin: Operationsnarben und Verwachsungen, Verdauungsstörungen, funktionelle Herzbeschwerden (z. B. Herzstechen, Herzrasen ohne organische Ursachen) oder Asthma
  • HNO-Bereich und Kieferorthopädie: Kopfschmerzen, Migräne, Nasennebenhöhlenentzündungen, Schwindel, Tinnitus, Kiefergelenksprobleme, chronische Mittelohr- oder Mandelentzündung
  • urogenitaler Bereich: chronische Blasenentzündungen, Drang-Belastungsinkontinenz, Nierenprobleme, Prostatabeschwerden
  • Gynäkologie: Menstruationsbeschwerden vor, während und nach der Schwangerschaft, Vernarbungen und Verwachsungen im Bauchbereich, nach Operationen
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