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Osteopathie und Physiotherapie bei Rückenschmerzen

Bei unspezifischen chronischen Schmerzen im unteren Rücken sind osteopathische Behandlungen offenbar sehr wirksam zur Schmerzlinderung. Das belegte eine aktuelle Studie der Universität von North Texas eindrucksvoll.

Weniger Schmerzen durch osteopathische Behandlungen

Die texanischen Wissenschaftler hatten 455 Patienten mit chronischen Kreuzschmerzen in vier Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt osteopathische Behandlungen, die zweite eine Ultraschalltherapie und die Patienten der restlichen beiden Gruppen jeweils eine Scheinbehandlung eines der beiden Verfahren. Insgesamt lief die Studie über acht Wochen, in denen die Probanden jeweils sechs Behandlungen erhielten.

Nach zwölf Wochen hatten die Patienten aus der Osteopathie-Gruppe deutlich die wenigsten Schmerzen. Auf einer visuellen Analogskala waren die Schmerzen um 18 mm gesunken. Bei der Gruppe mit der osteopathischen Scheinbehandlung lediglich um 9 mm. Die Ultraschallbehandlung zeigte keinen schmerzlindernden Effekt. Insgesamt hatte mehr als die Hälfte der Osteopathie-Patienten um mehr als 50 Prozent weniger Schmerzen. Ebenso wurde durch die manuelle Methode der Schmerzmittelverbrauch deutlich gesenkt. Die Studienleiter meinen nun, dass die Osteopathie eine gute Möglichkeit sei, Patienten mit chronischen Rückenschmerzen Linderung zu verschaffen. Eine Verbesserung in der Funktionalität und Beweglichkeit sei von den Behandlungen allerdings nicht zu erwarten.

Rückenmassage bei der Physiotherapie© somenski - Fotolia

Die Wirksamkeit der Physiotherapie

Physiotherapie erwies sich als eine sinnvolle Methode bei chronischen Rückenschmerzen. Halten die Beschwerden länger als drei Wochen an, hilft diese Art der Behandlung Ihnen sehr gut. Doch bei akuten Schmerzen verbessert sie nicht sonderlich viel. Das fanden Forscher der Universität Utah heraus. Die Wissenschaftler untersuchten 220 Menschen mit Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Alle hatten akute Schmerzen. Sie nahmen Schmerzmedikamente ein, zusätzlich erhielt die Hälfte von ihnen vier Wochen lang einmal pro Woche eine physiotherapeutische Behandlung.

Am Anfang und am Ende der Studie wurde von den Teilnehmern der Oswestry Disability Index (ODI) ausgefüllt. Dieser gibt Auskunft über den Schmerz- und Funktionsstatus bei Rückenschmerzen. Zu Beginn der Studie lag dieser Wert im Durchschnitt in beiden Gruppen bei 41 (Höchstwert ist 100, Maximum an Schmerzen und Einschränkungen im täglichen Leben). Nach drei Monaten war er in beiden Gruppen gesunken. Bei denen, die Physiotherapie bekamen, lag er bei 7 und bei den anderen bei 10. Der Unterschied ist klein und klinisch nicht relevant.

Wann lohnt sich die Therapie?

Die Forscher weisen darauf hin, dass bei akuten Schmerzen im unteren Rücken eine Therapie mit Medikamenten ausreiche. Physiotherapie lohne sich dagegen bei chronischen Rückenschmerzen sowie bei Menschen, die immer wieder zu Rückenschmerzen neigen. Denn diese lernen im Rahmen der Therapie, Rückenproblemen vorzubeugen.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • martin schrieb am 09.05.2013, 08:27 Uhr

    ....genau - mit Osteopathie hatte ich auch eine sehr gute Erfahrung gemacht. Dann die betroffenen Regionen am besten noch zusätzlich mit einer Magnetfeldtherapie unterstützen.

  • Monika Rinker schrieb am 09.05.2013, 09:39 Uhr

    Habe beste Erfahrungen gemacht, nicht nur bei Rückenschmerzen! - Leider sind die Krankenkassen nicht bereit, diese Behandlungen zu zahlen - aber mir war es das trotzdem wert.

  • anni schrieb am 09.05.2013, 09:46 Uhr

    was schleppen denn diese menschen auf ihrem rücken herum das es so schwer ist zu tragen??? jeder schleppt seinen ''rucksack''mit sich und sollte sich auch darüber gedanken machen wieso er so eine last auf sich geladen hat die chronisch wird..das hat mit der einstellung eines jeden einzelnen zu tun, denn viele schleppen die lasten anderer mit auf ihren rücken weil sie nicht loskommen von falschen erwartungshaltungen, oder von der vorstellung das sie es müssen weil man ihnen ein schlechtes gewissen eingibt damit sie machenwas andere wollen obwohl sie es gar nicht möchten..es hat sehr viele seeliche ursachen die chronische rückenprobleme verursachen, doch hier werden wieder nur die körperlichen sympthome angezeigt und wie man sie behandeln sollte, um geld damit zu verdienen..ein richtiger arzt klärt auch auf die seelischen ursachen hin und macht eine ganzheitsbehandlung, so wie es für den menschen vorgesehen ist und nicht nur weil man damit etwas verdienen will..der patient bleibt immer auf der strecke wenn man ihm nur durch solche möglichkeiten helfen will. doch damit sind die ursachen nicht ausgeräumt, denn sie sind seelich bedingt und haben tiefere wurzeln die es heisst zu finden und sie gemeinsam mit dem patienten zu beheben damit eine vollkommene gesundheit hergestellt werden kann...

    • martin antwortete am 10.05.2013, 09:23 Uhr

      Sehr richtig Anni, Unsere ganze Gesellschaft müsste sich wieder viel mehr in diese Richtung entwickeln. Durch den ganzen Finanzkrisenhickhack bleiben die wirklich wichtigen Dinge vollkommen auf der Strecke - manchmal habe ich den Eindruck, dass unsere Regierung, wer immer das auch ist, mit allen Mitteln verhindern wollen, dass wir unser Bewußtsein erweitern. Doch es liegt auch an jedem selbst. Und genau da setzt ja die Osteopathie an - vieleicht werden deshalb die Kosten nicht übernommen, trotz offensichtlicher Erfolge.

  • Bernd Zielinski schrieb am 09.05.2013, 14:35 Uhr

    Die Aussage kann ich nur bestätigen. Wobei ich dem letzten Satz nicht zustimmen kann, da meine Funktionalität und Beweglichkeit sich erheblich verbessert hat. Nach einem Arbeitsunfall (auf dem Gesicht aufgeschlagen) konnte ich meinen Kopf nicht mehr richtig drehen. Bin bei vielen Ärzten einschl. Reha gewesen aber keine wollte oder konnte das Problem richtig erkennen. Es gab nur Andeutungen und da auch die Röntgenaufnahmen kein objektives Bild darstellten, war ich also ein "Simulant". Die Psychologen gebrauchen dafür ein anderes Wort, Somatisierungsstörung. Den letzten Ausweg, nach 2 Jahren Behandlungen, sah ich jetzt nur noch im Osteopathen. Der Osteopath in Dresden stellte nach einer halben Stunde ausführlicher Anamnese fest, daß ich meinen Kopf nicht richtig drehen/bewegen kann da der Kopfdreher (Atlas) blockiert ist/war. Jetzt kann ich meinen Kopf wieder vollständig nach links und rechts drehen auch wenn ich immer noch Schmerzen habe. Da ich jetzt fast täglich meine Thera-Band Übungen in Eigenregie durchführe gehe ich mal davon aus, daß sich die Muskelatur und das Gewebe langsam wieder regeniert. Die Berufsgenossenschaft sah/sieht allerdings keine Veranlassung mich hierbei zu unterstützen. Viele Grüße Bernd Zielinski

  • Monika K schrieb am 10.05.2013, 14:29 Uhr

    Haben mit Osteopathie sehr gute Erfahrungen gemacht. Mein Mann leidet an Alzheimer. Er hatte im linken Bein Schmerzen und ich dachte, da er an diesem Bein Krampfadern hat, an eine Venenentzündung. Durch ein CT wurde dann der Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Da ihn bestimmte Schmerzmittel aggressiv machen, versuchten wir es mit Osteopathie 3 Sitzungen übernahm die Krankenkasse und eine bezahlten wir selbst und die Schmerzen wurden ausgeschaltet. Er nimmt zur Zeit keine Schmerzmittel da er zur Zeit beschwerdefrei ist. Würde immer wieder zu einem Osteopathen gehen.