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Osteopathie: Heilen mit den Händen

Vor etwa 150 Jahren entwickelte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still eine Methode, mit der allein durch sanfte Griffe Bewegungseinschränkungen und Blockaden in allen Körperstrukturen aufgelöst werden können. Er nannte sein Verfahren Osteopathie und die zu den manuellen Therapien zählende Methode erfreut sich heute zunehmender Beliebtheit.

Wie funktioniert die Therapie?

Andrew Taylor Still entdeckte, dass jede Einschränkung der Beweglichkeit automatisch zu einer Funktionsstörung der betroffenen Körperstruktur führt. Wird diese Blockade aufgelöst, kann die Energie wieder frei fließen und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.

Osteopathie hilft Ihnen unter anderem bei:

  • Beschwerden am Bewegungsapparat wie Schulterschmerzen, Rückenschmerzen und Hexenschuss
  • Beschwerden am Kopf wie Tinnitus, Migräne und Schwindel
  • Verdauungsstörungen wie Verstopfung und Magenschmerzen
  • Prostatabeschwerden und Blasenentzündungen

Lassen Sie nur Profis ran!

Achtung: Lassen Sie diese Behandlungen nur von einem gut ausgebildeten Osteopathen vornehmen. Leider sind in Deutschland weder das Berufsbild noch die Ausbildung eines Osteopathen staatlich geregelt. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, können Sie sich an den Berufsverband der Osteopathen wenden. Hier erhalten Sie eine Liste mit Adressen von Osteopathen, die eine mindestens fünfjährige Ausbildung durchlaufen haben.

Wo liegen die Grenzen der Osteopathie?

Osteopathie ist keine Notfallmedizin und ersetzt auf keinen Fall den Arzt. So gehört ein Patient mit Herzinfarkt fraglos in sofortige ärztliche Behandlung. Auch Infektionen wie beispielsweise bakterielle Organentzündungen werden nicht primär osteopathisch, sondern konventionell (z. B. mit einem geeigneten Antibiotikum in angemessener Dosierung) behandelt.

Unfallverletzungen, Tumore und andere schwere Erkrankungen bedürfen auf jeden Fall ärztlicher Versorgung, gegebenenfalls kann später eine begleitende osteopathische Behandlung eingeleitet werden. Auch bei manchen strukturellen Beschwerden kann die Osteopathie überfordert sein. Als Beispiel mag der Bandscheibenvorfall mit massiver Beeinträchtigung einer Nervenwurzel oder der knöchern stark eingeengte Wirbelkanal dienen (Spinalkanalstenose). Hier kann zwar gegebenenfalls eine Linderung herbeigeführt werden, aber keine Heilung.

Nicht immer mit sanftem Griff

Die Griffe erfolgen häufig sanft und ohne ruckartige Bewegungen (im Gegensatz beispielsweise zur Chiropraktik). Manchmal wird aber auch ein Manipulieren (Einrenken) notwendig. Das Gewebe um den Wirbel herum wird dann vorher optimal darauf vorbereitet, indem es mobilisiert und weich gemacht wird. Die Beschwerden können nach der Behandlung auch vorübergehend intensiver werden. Werten Sie das als positive Reaktion, denn Ihr Körper muss sich zunächst an das „neue Muster“ gewöhnen. In den meisten Fällen tritt anschließend eine schnelle Besserung ein.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • chapola schrieb am 09.08.2012, 09:47 Uhr

    Möchte bemerken, dass die Techniker KK die Kosten für eine Osteopathiebehandlung übernimmt!!!!

  • KC schrieb am 09.08.2012, 14:20 Uhr

    Osteopathie hilft wirklich dort, wo keiner mehr weiter weiß. Die Kosten für die Behandlung übernehmen auch anteilig die BKK Thüringer Energieversorgung und lt. meiner Osteopathin auch Techniker Krankenkassen...

  • Bernd Zielinski schrieb am 13.08.2012, 18:56 Uhr

    Ich kann dieser Feststellung nur zu stimmen. Allerdings sollte der Osteopath wirklich im genannten Verein organisiert sein und entsprechende Qualifikationen (Stundennachweis) nachweisen können. Hatte 2009 einen Arbeitsunfall und konnte meinen Kopf nicht mehr richtig drehen. Die Schulmediziner und auch einige Physiotherapeuten wußten nicht so richtig was mit mir anzufangen und Berufsgenossenschaft ließ mich im Stich obwohl Arbeitsunfall. Aus schulmedizinischer Sicht gab es keinen objektiven Befund durch die MRT, also konnte es nach deren Auffassung nur ein psychosomatisches Problem sein. Durch eine andere Physiotherapeutin ( mit Spezialausbildung in der manuellen Medizin) wurde ich auf meinen jetzigen Osteopathen aufmerksam. Nach einer gründlichen Anamnese, noch besser als von den Schulmedizinern durchgeführt, stellte dieser fest, daß mein Kopfdreher blockiert war. Leider habe ich immer noch Schmerzen beim drehen sowie noch weitere andere Schmerzsymptome. Aber viel wichtiger, ich kann meinen Kopf wieder drehen. Was kann ich jedem mit auf dem Wege geben: denken Sie positiv, seinen Sie selber sportlich aktiv und verlieren Sie nicht den Mut. Bleiben bzw. werden Sie gesund. Viele Grüße Bernd Zielinski