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Osteopathie: Behandlungstechniken

Das sind die Behandlungstechniken der Osteopathie:

  • Gelenkmanipulation: Blockierte oder schmerzende Gelenke werden durch „Einrenken“, Ziehen, Drehen oder einen sanften, aber gezielten Stoß wieder beweglich. Diese Technik entspricht in etwa der „Chiropraktik“.
  • Muskel-Energie-Technik: Wenn verspannte Muskeln die Beweglichkeit einschränken, können sie durch gezielte Anspannung (gegen einen vom Therapeuten gesetzten Widerstand) entspannt werden (siehe Abb. auf Seite 8).
  • Zug- und Gegenzug-Technik: Bei schmerzenden Muskelverspannungen wird der Körper in besonderer Weise gelagert und das schmerzende Gewebe durch leichten Druck des Therapeuten entlastet.
  • Viszerale Technik: Durch spezielle Griffe in Gewebe und Muskulatur werden die mit ihnen in Verbindung stehenden inneren Organe wie Lunge, Leber oder Herz aktiviert bzw. entspannt.
  • Craniosacral-Technik: Die Schädelknochen werden mit sanftem Druck gegeneinander verschoben. Das entspannt Kopf-, Nacken- und Kiefermuskulatur.

Sehr gut geeignet ist das Verfahren z. B., um nach Unfällen, Operationen oder Verletzungen Schonhaltungen zuverhindern, die langfristig wichtige Gelenke wie Knie oder Hüfte belasten.

Studien belegen Erfolge bei Rückenschmerzen und Sodbrennen

Zu empfehlen ist ein Besuch beim Osteopathen außerdem, wenn Ihre Beweglichkeit durch Schmerzen eingeschränkt ist, deren Ursache bisher nicht geklärt werden konnte. Vielfach gelingt es dem Patienten dann, ohne Schmerzmittel oder Kortison auszukommen oder deren Verbrauch zumindest deutlich zu reduzieren.

In diesen Fällen sollten Sie auf osteopathische Behandlungen verzichten:

  • bei akuten Entzündungen
  • bei Knochenbrüchen
  • bei Krebs
  • bei psychischen Krankheiten
  • bei Gallen- und Nierensteinen

Mittlerweile zeichnen sich die guten Erfolge der Osteopathie auch in wissenschaftlichen Studien ab. Beispielsweise haben britische Mediziner der Universität von Wales in Wrexham im Jahr 2003 insgesamt 201 Patienten mit chronischen Nackenoder Rückenschmerzen behandelt. Die Hälfte erhielt zusätzlich zur normalen Therapie mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik 3 bis 4 osteopathische Behandlungen. Nach zwei Monaten war die Stärke der Beschwerden in der Osteopathie-Gruppe durchschnittlich um 22 % gesunken. In der reinen Schulmedizin-Gruppe betrug der Rückgang nur 3 %.

In den vergangenen Jahren wurden außerdem an der Akademie für Osteopathie in Gauting verschiedene kleinere Beobachtungs-Studien zur Osteopathie durchgeführt. Dabei zeigten sich erste Erfolge z. B. bei so unterschiedlichen Anwendungsgebieten wie Sodbrennen, Reizdarm, Menstruationsbeschwerden oder Tinnitus. Allerdings stehen hier große, aussagekräftigere Studien noch aus.

Deutliche Besserung schon nach 1 bis 2 Sitzungen

In ihrem Ursprungsland, den USA, ist die Osteopathie neben der eigentlichen Schulmedizin eine etablierte Behandlungsform. Über 40.000 Therapeuten haben die dortigen Universitäten für Osteopathie durchlaufen. Auf der Suche nach einem geeigneten Therapeuten sollten Sie sich an einen der beiden links genannten Verbände wenden. Die dort organisierten Therapeuten haben eine fundierte mehrjährige Zusatzausbildung durchlaufen. Leider gilt das nicht für alle Therapeuten, die sich „Osteopath“ nennen, denn diese Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt.

Die besten Osteopathie-Tipps: Wie Sie sich rückengesund bewegen

  • Wenn Sie stehen, sollten Sie den Rücken möglichst gerade halten. Vermeiden Sie längere Zeiten ohne Bewegung.
  • Wenn Sie sitzen, stehen Sie idealerweise alle 30 Minuten auf und gehen ein paar Schritte.
  •  Vermeiden Sie starre Kopfhaltungen (z. B. beim Lesen, Fernsehen oder vor dem Computer). Drehen und heben Sie am besten alle 10 bis 20 Minuten Ihren Kopf in jede Richtung.
  •  Beim Heben von Gegenständen (auch leichten!) sollten Sie keine Drehbewegungen durchführen.
  •  Überstrecken Sie den Rücken nicht, wenn Sie Gegenstände (z. B. aus einem Regal) von oben herunterholen. Benutzen Sie Leitern oder Trittstufen.
  •  Tragen Sie keine hochhackigen Schuhe. Sie überstrecken die Wirbelsäule und schaden dem Fußgewölbe.
  •  Schlafen Sie möglichst nicht auf dem Bauch und benutzen Sie mittelharte Matratzen, in denen Sie nicht einsinken. Der Hals sollte durch das Kopfkissen nicht abgeknickt werden, sondern in einer Linie mit dem Rumpf verlaufen.

Eine Therapiesitzung dauert 45 bis 60 Minuten und kostet zwischen 60 und 120 €. Die Kosten übernehmen lediglich private Krankenversicherungen. Wenn sich nach fünf Terminen noch keine Besserung einstellt, ist es eventuell ratsam, eine andere Behandlungsmethode zu wählen. Allerdings: Oft gehen selbst hartnäckigste Beschwerden bereits nach ein bis zwei Sitzungen zurück – Grund genug, das Verfahren einfach mal auszuprobieren.

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