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Lymphdrainage: Allgemeines

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Lymphdrainage


So werden Stauungen in den Lymphgefäßen durch eine gezielte Druckmassage beseitigt

Drei Jahre nach einer Brustoperation fühlt sich Hanna R. wieder wohl. Doch ausgerechnet jetzt wird sie mit einem äußerst unangenehmen Phänomen konfrontiert: Nach einem Volleyballspiel, dem ersten seit ihrer Operation, schwillt ihr Arm an, verursacht starkes Spannungsgefühl und läßt sich kaum noch beugen. Der behandelnde Arzt diagnostiziert die blasse Schwellung als Lymphödem.

Lymphödeme entstehen durch einen Flüssigkeitsstau im Gewebe aufgrund einer Abflußbehinderung im lymphatischen System – zum Beispiel durch beschädigte oder verstopfte Lymphgefäße. Nach größeren chirurgischen Eingriffen kommt es sehr oft zu Gewebsschwellungen im betroffenen Bereich. Der Grund: Bei Operationen werden Lymphgefäße häufig durchtrennt oder Lymphknoten entfernt; der Lymphfluß ist dann gestört. Spontane Lymphödeme entstehen am häufigsten an den Beinen um die Knöchel herum. Unbehandelt kann ein Lymphödem monströse Ausmaße annehmen.


Medikamentöse Behandlung des Lymphödems bringt meist keine Besserung

Schulmedizinisch orientierte Ärzte verordnen bei Lymphödemen häufig harntreibende Medikamente (Diuretika), die die Wasserausscheidung über die Nieren steigern. Zwar wird dadurch auch dem Ödem Wasser entzogen, so daß es zu einer Verkleine-rung des Ödems kommt. Doch die Funktion des Lymphsystems wird mit Diuretika nicht unterstützt: Abfallprodukte werden über die Nieren nicht ausgeschieden, gestautes Eiweiß konzentriert sich in den Gewebslücken und hat eine verstärkte Vernarbung des Gewebes zur Folge.

Sanfte Therapie ohne Medikamente ist die beste Abhilfe

Bewährt hat sich eine Kombination aus vier physiotherapeutischen Maßnahmen: manueller Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung (Anlegen von Druckverbänden), Bewegungstherapie und gezielter Hautpflege.

Das Verfahren der Lymphdrainage wurde 1932 vom dänischen Biologen Dr. Emil Vodner entwickelt. Er versuchte, bei Patienten mit chronischen Erkältungskrankheiten die meist stark geschwollenen Lymphknoten am Hals vorsichtig zu massieren. Zwar wurde durch das Verfahren nicht, wie Vodner gehofft hatte, die Immunfunktion der Lymphknoten beeinflußt, doch die dauerhafte Entstauung lymphatischer Schwellungen hatte eine Besserung des Allgemeinzustands der Patienten zur Folge. Diese Beobachtung wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wissenschaftlich untermauert.

Mit der Lymphdrainage werden unter anderem eiweißbedingte Verklebungen der Lymphflüssigkeit beseitigt und Verhärtungen des Bindegewebes gelockert. Die Methode ist deshalb auch gut geeignet, um Verhärtungen von Narben nach Opera-tionen zu verhindern.

Kompressionsbehandlung und Bewegungsübungen verhindern ein neues Ödem

Eine fachgerecht durchgeführte Lymphdrainage bringt dem Patienten für einige Stunden Erleichterung. Für einen anhaltenden Erfolg ist allerdings eine ergänzende Kompressionsbehandlung erforderlich. Dadurch wird die Wirkung der Muskelpumpe unterstützt, der Druck im Zwischenraum der Gewebe erhöht und eine erneute Anschwellung des Ödems verhindert.

Zu Beginn der Behandlung werden dem Patienten Kompressionsbandagen angelegt. Nach Abschluß der Therapie sind Kompressionsverbände oder (bei Beinödemen) Kompressionsstrümpfe erforderlich, die in der Regel ein Leben lang getragen werden müssen. Dadurch kann der beschwerdefreie Zustand erhalten bleiben.

Krankengymnastische Übungen unterstützen den Aufbau der Muskulatur und fördern den natürlichen Lymphfluß. Die Haut einer ödematösen Körperregion ist sehr dünn, wenig elastisch und extrem anfällig für Infektionen. Deshalb ist eine intensive Hautpflege mit rückfettenden Salben oder Cremes ganz wichtig.

Lymphdrainage ist nicht erlaubt bei:

  • akuten Entzündungen (vor allem infektionsbedingt)
  • Venenthrombosen
  • Herzschwäche
  • bösartigen Tumoren im
Springende Menschen

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