MenüMenü

Fußreflexzonenmassage: Sanfter Druck auf die Füße hilft heilen

Die Füße massieren, wenn der Nacken verspannt ist? Oder bei verstopfter Stirnhöhle sanften Druck auf die Zehen ausüben? Was auf den ersten Blick absurd scheint, ist das Prinzip der Fußreflexzonenmassage. Das Naturheilverfahren basiert auf der Idee, dass die Fußsohlen den gesamten Körper spiegeln. Ihr Ziel ist es, Krankheiten zu erkennen und Beschwerden zu bekämpfen.

Die Fußsohlen als Spiegel der Gesundheit

Die Fußreflexzonenmassage basiert auf einer Theorie, nach der sich alle Organe in den Fußsohlen widerspiegeln. Das heißt: Jedes Organ steht mit einem bestimmten Teil der Fußsohle (Reflexzone) in enger Verbindung. Auf diese Weise bilden die Fußsohlen einen Spiegel der Gesundheit. Ist ein Organ krank, löst ein Druck auf die zugehörige Reflexzone Schmerz oder andere Fußempfindungen aus. So kann der Therapeut durch Betasten der Fußsohlen erkennen, welcher Körperbereich nicht in Ordnung ist.

Ebenso lassen sich Krankheiten durch eine Fußreflexzonenmassage positiv beeinflussen. Massiert man eine bestimmte Fußzone, wird das entsprechende Organ besser durchblutet und der Heilungsprozess unterstützt. Das Schultergelenk zum Beispiel hat seine entsprechende Reflexzone am kleinen Zeh. Drückt der Therapeut am kleinen Zeh, wird das Schultergelenk beeinflusst. Es gibt genaue „Fußkarten“, auf denen die Reflexzonen und ihre Wirkungspunkte verzeichnet sind. Dr. Fitzgerald, der „Erfinder“ der Fußreflexzonenmassage, teilte den Körper des Menschen in zehn Längszonen ein. Er stellte dabei fest, dass innerhalb eines Abschnittes alles miteinander verbunden ist. Den Fuß von der Seite gesehen, muss man sich als sitzenden Menschen vorstellen: Der Kopf befindet sich in den Zehen, das Becken in der Ferse. Jede Reflexzone der Fußsohle hat direkten Kontakt zu bestimmten Organen, Nerven, Muskeln oder Gelenken. Die rechte Körperhälfte befindet sich am rechten Fuß, die linke entsprechend am linken Fuß. Einige Körperteile kommen auf beiden Fußsohlen spiegelbildlich vor. Andere, wie zum Beispiel das Herz, sind nur auf einem Fuß abgebildet.

Bei welchen Beschwerden hilft die Massage?

Wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter weiß, versuchen es viele Patienten mit Naturheilverfahren. Dazu zählt auch die Fußreflexzonenmassage. Vor allem bei chronischen Beschwerden hat sich diese Therapie bewährt. Dabei gilt die Reflexzonenmassage nicht nur als Heilmaßnahme. Sie macht auch Sinn, wenn man sich gesund fühlt, weil sie das Wohlbefinden steigert, Blockaden löst und das Immunsystem stärkt. Krankheitsbilder, die sich durch eine Fußreflexzonenmassage spürbar verbessern lassen, sind:

Bei Schmerzen in einem bestimmten Teil des Körpers behandelt der Therapeut gezielt die passende Stelle am Fuß. Auch vegetative Störungen (z. B. Schlafstörungen) lassen sich gut mit einer Fußreflexzonenmassage behandeln. Die Therapie mildert Stress- und Spannungszustände und verbessert die psychische Verfassung.

Eine genaue Diagnose geht der Massage vorweg

Die Fußreflexzonenmassage ist eine besonders angenehme Therapie. Sie besteht aus sanftem Fingerdruck und angenehmen Streichungen und sollte niemals Schmerz oder Unwohlsein verursachen. Der Patient legt sich in Rückenlage auf die Behandlungsliege. Der Therapeut beurteilt zunächst die Füße, er registriert Auffälligkeiten an Haut oder Nägeln. Er betastet die Fußsohle, um herauszufinden, welche Organe womöglich belastet sind. Stellt er eine Störung fest, kann er dem Patienten raten, welchen Facharzt er aufsuchen sollte. Danach beginnt er, mit einer speziellen Grifftechnik die Füße zu massieren. Außer der Fußsohle behandelt er auch den Fußrücken, den Knöchel und die Ferse.

Besonderen Vorrang haben dabei die Reflexzonen, deren zugehöriges Organ Auffälligkeiten zeigt. Wichtig bei der Massage ist, dass der Therapeut einen kurzen, aber starken Druckimpuls auf die entsprechende Stelle ausübt. Hinterher bleibt der Patient noch etwa eine Viertelstunde liegen und ruht sich aus. Die Therapieserie umfasst normalerweise sechs bis zwölf Termine. Die erste Behandlung dauert etwa eine Stunde, die nachfolgenden Massagen nur noch 30 bis 40 Minuten. Wie bei vielen Naturheilverfahren können sich die Beschwerden nach den ersten Sitzungen verschlimmern. Das zeigt aber, dass der Körper reagiert und später eine Besserung in Sicht ist. Ein Nachlassen der Beschwerden verspürt der Patient in der Regel nach der dritten Behandlung. Fußreflexzonentherapeuten sind vor allem Heilpraktiker, Krankengymnasten und Physiotherapeuten. Aber auch Ärzte, Krankenhäuser und Rehabilitationszentren nehmen das Naturheilverfahren immer häufiger in ihr Behandlungsangebot auf. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten meist nicht.

Was kann die Fußreflexzonenmassage wirklich?

Es gibt Patienten und Ärzte, die auf die Fußreflexzonentherapie eher skeptisch reagieren. Dass sie funktioniert, zeigen aber nicht nur zahlreiche Erfahrungsberichte. Inzwischen gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen, welche die Wirksamkeit der Behandlung beweisen. Die Uniklinik für Innere Medizin in Innsbruck hat in einer Studie die Funktion der Nieren unter Einfluss einer Reflexzonenmassage untersucht.

Hierzu erhielten 32 Versuchsteilnehmer eine Fußmassage; die Hälfte von ihnen genau an der Zone, die gemäß der Fußkarte zu den Nieren gehört. Die andere Gruppe wurde an einer anderen Stelle des Fußes massiert. Gleichzeitig untersuchten die Forscher bei allen Teilnehmern den Blutfluss an den Arterien der rechten Niere. Die Durchblutung der Niere verbesserte sich deutlich bei der Gruppe, die an der richtigen Stelle massiert wurde. Bei der Kontrollgruppe hingegen änderte sich nichts. Eine Theorie, mit der auch die Schulmedizin die Wirksamkeit erklärt, ist Folgende: Die Nervenenden am Fuß leiten die Reize zur Wirbelsäule weiter. Von dort aus gelangen sie zu den einzelnen Organen und sorgen für bessere Durchblutung.

Wann Sie auf die Massage verzichten sollten

Nicht immer wirkt sich eine Fußreflexzonenmassage positiv aus. Es gibt bestimmte Erkrankungen, bei denen es nicht ratsam ist, die Durchblutung anzukurbeln. Dazu zählen:

  • Fieber und Infektionen
  • Entzündungen in den Venen und im Lymphsystem
  • schwere Depressionen

Riskant kann eine Fußreflextherapie auch während der Schwangerschaft sein, vor allem, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Ebenso darf bei folgenden Schäden am Fuß nicht massiert werden:

  • Pilzerkrankungen
  • Rheuma in den Füßen
  • größere Verletzungen
  • schwere Durchblutungsstörungen mit absterbendem Gewebe
  • offene Wunden

Nebenwirkungen sind bei der Fußreflexzonenmassage nur wenige zu erwarten. Zu Anfang der Behandlungsserie leiden manche Patienten allerdings unter lästigen Begleiterscheinungen. Dazu gehören Nervosität, Schlafstörungen oder Durchfall. Die Zustände verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Sie sind lediglich ein Zeichen dafür, dass der Körper auf die Behandlung reagiert. Ebenso können sich die ursprünglichen Beschwerden zu Beginn der Therapie verschlimmern. Aber auch das legt sich nach kurzer Zeit wieder.

Wichtig: Diese Massage sollte nur jemand ausüben, der sie wirklich beherrscht. Die Handgriffe sind zwar auch für jedermann erlernbar und werden oft als Kurs in Volkshochschulen angeboten. Bei Halbwissen und dilettantischer Ausführung besteht jedoch das Risiko einer Fehlbehandlung.

Möglichkeiten der Selbstbehandlung

Zum gesundheitsbewussten Umgang mit Ihrem Körper gehört auch, Grenzen einer Behandlung zu kennen und sie zu akzeptieren. Hüten Sie sich davor, aufgrund schmerzender Hautbereiche eine Selbstdiagnose zu stellen und im Übereifer kräftig zu massieren. Selbst wenn Sie die Diagnose wissen, ist Vorsicht geboten: Die falsche Behandlung von Schmerzzonen könnte Organstörungen noch verschlimmern. Außerdem können Sie unerwartete Körperreaktionen hervorrufen (z. B. eine übermäßige Anregung des Kreislaufs), welche die Anwesenheit eines Therapeuten erfordern. Das trifft auch auf gesunde Menschen zu.

Es spricht aber nichts dagegen, zur Anregung des Stoffwechsels oder zur Entspannung zu Hause die Füße selbst sanft durchzumassieren. Dazu genügt eine Sitzgelegenheit mit gerader Lehne und ein Kissen, das Sie unter das Knie legen. Vor jeder Massage wird der Fuß warm abgewaschen und gut abgetrocknet. Beginnen Sie mit dem rechten Fuß und halten Sie den linken mit einem Strumpf warm. Der nackte Fuß liegt auf dem linken Oberschenkel oder auf dem Knie, die Fußsohle zeigt nach oben. Umfassen Sie den Fuß mit beiden Händen, die Daumen liegen auf der Fußsohlenseite, die anderen Finger auf dem Fußrücken. Beide Daumen streichen die Füße von den Zehen bis zur Ferse ab, um das Gewebe zu erwärmen und auf die weitere Behandlung vorzubereiten. Der nächste Schritt ist die sanfte Bearbeitung des Fußes von den Zehen (jeder einzeln) bis zur Ferse mit kreisenden, kleinen Bewegungen eines Daumens über die Haut. Die Hand fungiert als Stütze. Der ausgeübte Druck darf nicht stark sein, um eine Entspannung zu erreichen. Außerdem können Gewebeveränderungen nur bei behutsamer Berührung ertastet werden. Fallen Ihnen bei der Fußmassage neben Schwielen oder Hornhaut auch Schwellungen, grießartige Knötchen, anomale Verfärbungen oder besonders schmerzhafte Punkte auf, streichen Sie um diese Zonen herum. Es könnte sich um reflektorische Symptome handeln, deren Behandlung in die Hände eines Arztes oder Therapeuten gehören.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten