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Elektrotherapie statt Schmerzmittel

Der Arzneimittelverbrauch pro Kopf steigt jährlich an. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 673 Millionen Arzneien verordnet. 50 Prozent dieser Pillen schluckten die über 60-Jährigen. Mit unangenehmen Folgen: Vor allem ältere Patienten leiden unter Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen, manche müssen sogar im Krankenhaus behandelt werden. Dabei gibt es so viele alternative Behandlungsmethoden, die beispielsweise helfen können, auf die tägliche Tablettendosis zu verzichten oder sie zumindest zu verringern. Dazu gehört etwa die Elektrotherapie, die erfolgreich bei Arthrose, Nervenschmerzen oder chronischen Leiden angewendet wird und Schmerzen lindert.

Mit der so genannten TENS (transkutane elektrische Nerven-Stimulation) können chronische Schmerzen beseitigt werden. Dabei reizen schwache Ströme die Haut und  beeinflussen die Nervenbahnen zum Gehirn so, dass sie den Schmerz nicht mehr weiterleiten. Durch den elektrischen Strom wird der Stoffwechsel verbessert, und Abbauprodukte des Stoffwechsels können besser abtransportiert werden. Damit gehen die Entzündungen und Schmerzen zurück. Die Linderung der Beschwerden führt dazu, dass Sie im besten Fall ihre Medikamente reduzieren können. Wenn Sie von einem Fachmann richtig angeleitet wurden, können Sie diese Therapie zu Hause durchführen, weshalb sie auch täglich angewendet werden kann. Sie hat sich vielfach bewährt und ist bei chronischen Schmerzzuständen allgemein anerkannt. 

Ebenfalls zu Hause durchgeführt werden kann die Hochtontherapie. Diese spezielle Form der Elektrotherapie wird bei Polyneuropathie eingesetzt. Polyneuropathie betrifft fast 30 Prozent der Diabetiker und löst Schmerzen, Brennen, Kribbeln und Taubheitsgefühle an den Beinen aus. Nach Angaben von  Prof. Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums in Düsseldorf, wurde in Studien bewiesen, dass die Hochtontherapie bei 80 Prozent der Diabetiker zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt. Die TENS Reizstromtherapie dagegen brachte nur bei 30 Prozent der Betroffenen eine Besserung. „Die Hochtontherapie ist eine sehr gute Möglichkeit, Schmerzen auch ohne starke Medikamente zu lindern“, so Prof. Martin.

Bei der Hochtontherapie werden die Muskeln nicht nur oberflächlich, sondern mehrere Zentimeter tief gereizt. „Das ist so als wäre der Patient längere Strecken gelaufen, was er der Schmerzen wegen ja nicht kann,“ sagt Prof. Martin. Dadurch erhöhe sich die Insulinverwertung und der Stoffwechsel werde angeregt. Die Beschwerden bessern sich deutlich, und die Patienten müssen weniger Medikamente einnehmen. Mit dem Hochton-Therapiegerät (z. B. HiToP 191® der gbo Medizintechnik AG) können die Patienten die Therapie bequem zu Hause durchführen und selbst die Intensität der Behandlung bestimmen.

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