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Dorn-Methode: Sanfter Fingerdruck befreit von Schmerzen und Fehlstellungen

Rückenschmerzen, die durch sanften Druck verschwinden? Daumenbewegungen entlang der Wirbelsäule, die dafür sorgen, dass die ­Folgen eines Beinlängenunterschieds ausgeglichen werden? Das hört sich zu schön an, um wahr zu sein – und doch gibt es eine solche Therapie, die auf sanftem Weg Ihren Rückenproblemen ein Ende bereiten kann: die

Massage© Khorzhevska - Fotolia
Dorn-Methode. Wie sie funktioniert und wie Sie einen kompetenten Therapeuten finden, der auch Ihnen helfen kann, lesen Sie in diesem Artikel.

Gelenkschmerzen, die nicht wieder verschwinden, Rückenschmerzen, die Sie schon über lange Zeit quälen? Viele Ärzte werden solche Beschwerden als Alterserscheinungen charakterisieren oder sie als Arthrose, Wirbelsäulenschaden bzw. Rheuma einordnen. Die Folge ist immer die gleiche: Ihnen werden Operationen oder Medikamente ans Herz gelegt, dringend nötig, wenn Sie wieder schmerzfrei werden wollen. Dabei steht häufig eine viel sanftere Therapie zur Verfügung: die so genannte Dorn-Methode.

Ein Hexenschuss führte zur Verbreitung der Dorn-Methode

Bei dieser Therapie handelt es sich um eine so genannte Erfahrungsmethode. Benannt wurde sie nach einem Bauern aus dem Allgäu. Er hatte sich Anfang der 1970er-Jahre an einem Baumstamm „verhoben“: Ein Hexenschuss war die Folge. Auf der Suche nach Schmerzlinderung ließ er sich von einem alten Bauern behandeln, der in der Gegend durch seine Heilfähigkeiten bekannt war. Der alte Mann drückte mit dem Daumen entlang der Wirbelsäule, worauf sich Herr Dorn wieder schmerzfrei bewegen und weiter im Sägewerk arbeiten konnte.Er ließ sich von dem alten Bauern die Behandlungsmethode beibringen und entwickelte sie ständig weiter. Heute wird sie unter dem Namen Dorn-Methode von vielen Therapeuten, aber auch Masseuren oder Krankengymnasten angewandt.

So lindern pendelnde Bewegungen und Druck Ihre Schmerzen

Die Behandlungsweise, die der Dorn-Methode zugrunde liegt, ist einfach. Man geht davon aus, dass Rückenschmerzen von Fehlstellungen der Wirbel und Gelenke ausgelöst werden. Bei einer Dorn-Behandlung erfolgt unter Bewegung und durch sanften Druck mit den Daumen eine Korrektur der Wirbel. Dazu führen Sie als Patient Pendelbewegungen mit Kopf, Armen und Beinen durch. Gleichzeitig fährt der Behandler mit den Daumen an Ihrer Wirbelsäule entlang, um die Fehlstellungen zu korrigieren. Hier liegt übrigens auch der Unterschied zur Chiropraktik. Die Dorn-Methode ist deutlich sanfter und verzichtet auf das Dehnen von Sehnen und Bändern. So kann es auch nicht zu Verletzungen der Halsgefäße kommen.

Bei diesen Beschwerden wird die Dorn-Methode angewandt

Die Dorn-Therapie wird bei vielen Beschwerden angewandt. Gute Erfolge zeigt sie zum Beispiel bei:

  • Arthrose
  • Hexenschuss
  • Herzbeschwerden nervöser Art
  • Ischias
  • Müdigkeit
  • Tinnitus
  • Spannungskopfschmerzen
  • Stressinkontinenz

Hüftfehlstellungen können behoben werden

Ein weiterer Ansatzpunkt bei der Dorn-Methode ist das Hüftgelenk. Der Grund dafür: Bei immerhin 50 Prozent aller Menschen sind die Beine unterschiedlich lang – Ursache ist hier eine Hüftfehlstellung.Diese Fehlstellung kann dazu führen, dass es zu Rückenschmerzen kommt – auch wenn viele Menschen keine Probleme mit ihren unterschiedlich langen Beinen haben. Diejenigen aber, bei denen der Beinlängenunterschied zu Beschwerden führt, leiden stark unter den Schmerzen.Um diese Beschwerden auszugleichen, tas­tet der Dorn-Therapeut die Wirbelsäule ab. Er beginnt im Bereich der Lendenwirbelsäule und arbeitet sich dann nur mithilfe der Daumen links und rechts an den Wirbeln entlang. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass der Patient Pendelbewegungen durchführt. Die Kombination aus diesen Bewegungen und dem Fingerdruck sorgt dafür, dass sich die Wirbel der Wirbelsäule recht einfach und mit relativ wenig Druck wieder an ihre ursprüngliche Position verschieben lassen.

Wie die Breuß-Massage Verspannungen löst

Es kann vorkommen, dass die Rückenmuskulatur des Patienten sehr verspannt ist. Schuld daran ist eine jahrelange falsche Belastung der Muskeln, zum Beispiel durch Fehlhaltungen. Dann kann der Dorn-Therapeut nicht sofort mit seiner Behandlung beginnen – die verspannte Muskulatur verhindert, dass sich die Wirbel wieder zurückschieben lassen. In diesem Fall wird Ihr Rücken zunächst mit Johanniskrautöl eingerieben. Der Behandler wendet dann die so genannte Breuß-Massage an. Es handelt sich um eine spezielle Form der Rückenmassage. Sie soll die Wirbelsäule strecken und so dafür sorgen, dass die Bandscheiben mehr Platz erhalten. Dadurch können sich diese regenerieren. Das verwendete Johanniskrautöl hat zudem einen sehr beruhigenden Effekt auf die Nerven.Die Breuß-Massage wird sehr langsam ausgeführt. Die sanfte Massageform kommt mit sehr wenig Druck aus. Dadurch entspannen sich Ihre Muskeln automatisch – besser als durch jede andere Art von Massage.

In diesen Fällen müssen Sie auf die Dorn-Behandlung verzichten

Die Dorn-Methode darf allerdings nicht jederzeit angewandt werden. Tabu ist sie zum Beispiel nach einer frischen Verletzung, wie sie durch einen Unfall entstehen kann. Bei solchen Unfallverletzungen ist nicht auszuschließen, dass ein Wirbel betroffen ist. Daher muss in diesem Fall zunächst eine Röntgenuntersuchung erfolgen, um eine solche Verletzung auszuschließen.Auch bei anderen Beschwerden und Erkrankungen darf die Dorn-Therapie nicht angewandt werden. Hierzu gehören

  • Entzündungen der Wirbel
  • Metastasen in der Wirbelsäule
  • Schäden an den Bandscheiben

Ungeeignet ist eine Dorn-Therapie auch für Menschen, die bettlägrig sind. Der Grund dafür: Die Behandlung muss immer in Bewegung erfolgen.

Eine Behandlung für Körper und Seele

Eine Dorn-Therapie ist übrigens keine rein körperliche Behandlungsform. Vielmehr werden Körper, Geist und Seele zu gleichen Teilen behandelt. Grund dafür ist, dass Dieter Dorn davon ausgegangen ist, dass die Rückenwirbel sich nicht nur auf die einzelnen Organe des Körpers auswirken. Vielmehr beeinflussen sie auch die Psyche bzw. werden umgekehrt auch von der Psyche beeinflusst. Daher sind auch Ihre Gedanken und Gefühle in den meisten Fällen Teil der Therapie und werden vom Behandler beachtet.

Suchen Sie einen quali­fizierten Therapeuten auf

Wenn Sie sich für eine Dorn-Therapie interessieren, sollten Sie darauf achten, dass Sie einen qualifizierten Therapeuten aufsuchen. Auf keinen Fall sollten Sie einen Behandler wählen, der seine Ausbildung an ein oder zwei Wochenenden gemacht hat. Auf der Such nach einem Therapeuten kann Ihnen zum Beispiel das Zentrum für die Dorn-Methode weiterhelfen (Adresse, Telefonnummer und Website im Kasten unten).Eine Dorn-Sitzung kostet – je nach Therapeut und Dauer – zwischen 50 und 100 €. Diese Kos­ten werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Allerdings zahlen manche privaten Kassen diesen Betrag. Sprechen Sie daher vorher mit Ihrer Krankenkasse, ob die Kosten übernommen werden. Übrigens: Im Gegensatz zu mancher anderen ­Therapie sind bei der Dorn-Methode in der Regel nur wenige Behandlungen, manchmal ist sogar nur eine einzige, nötig, um die Beschwerden abzustellen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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