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Atemtherapie: Atmen Sie Probleme und Schmerzen weg

Die Luft zum Atmen stellt unser wichtigstes Lebenselement dar. Sie versorgt das Blut mit Sauerstoff und liefert uns vitale Energie. Durch eine falsche Atemtechnik aber kommt es zu verschiedenen Krankheiten.

Der Weg zur Besserung

Atmen ist etwas, über das Sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach kaum Gedanken machen. Schließlich geschieht es wie von selbst. Jedoch gilt eine „falsche“ Atmung als Wurzel vieler Beschwerden. Hektik und Stress der modernen Lebensweise tragen ebenso wie Bewegungsmangel, Fehlhaltungen oder Übergewicht dazu bei, dass es manchen Menschen „den Atem verschlägt“. Dies verursacht verschiedene Beschwerden und Erkrankungen.

Der Weg zur Besserung führt über eine Atemtherapie. Wir können die Atmung beeinflussen und lenken. Eindrücke und Gefühle verstärken sich durch eine langsame und tiefe Atmung. Möchten wir etwas nicht wahrnehmen oder fühlen, dann atmen wir flacher oder halten die Luft an. Mit Methoden wie Rebirthing erreicht man eine deutliche Verbesserung des Lebensgefühls. Gesteigerte Leistungs- und Genussfähigkeit, Gesundheit und Optimismus stellen einige der zahlreichen positiven Effekte dar.

Wie können Sie die Atemtherapie einsetzen?

Die Atemtherapie findet grundsätzlich bei vielen verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen Anwendung. Auch gesunde Menschen profitieren von einer Atemtherapie. Dabei lernen sie, sich effektiv und rasch zu entspannen und ein Körpergefühl zu entwickeln.

Die Atemtherapie eignet sich besonders in diesen Fällen:

  • Atembeschwerden
  • Kreislaufstörungen
  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Stimm- und Sprechstörungen
  • seelische Schwierigkeiten (Ängste, Nervosität, depressive Verstimmung)
  • Schlafprobleme
  • verdrängte Gefühle als Ursache vieler Beschwerden

Gezielte Steuerung der Emotionen

Unser Verstand gilt als geniales Instrument von hoher Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus besitzt er die Macht, uns von Erlebnissen und Gefühlen abzutrennen. Dinge, die er verurteilt, blendet er von der Wahrnehmung einfach aus. Auf der körperlichen Ebene geschieht dies durch Entzug von Energie. Manchmal rebelliert der Körper und zwingt unsere Aufmerksamkeit durch Schmerzen und Beschwerden auf den vernachlässigten Bereich zurück.

Durch Lenkung der Atmung stellen wir Kontakt her. Wir schenken bestimmten Körperregionen und Emotionen Aufmerksamkeit und füllen sie mit Energie. Einige Bereiche des Körpers blieben vielleicht seit vielen Jahren unbeachtet oder empfanden eine Unterversorgung. Um unangenehme Wahrnehmungen zu vermeiden, trennten wir diese Bereiche von unserer Empfindung ab. Die Folge: Zurückgehaltene Gefühle setzten sich in Form einer Blockade fest. Das geht jedoch auf Kosten unserer Vitalität und Gesundheit.

Bewusstes Atmen mit der Rebirthing-Methode

Rebirthing bezeichnet eine Methode der Atemtherapie. Sie bringt durch bewusste Atemübungen Aufmerksamkeit in alle Körperbereiche. Abgespaltene Gefühle, Erinnerungen und Wahrnehmungen integriert sie diese in sanfter Form. Traumatische Erlebnisse bis hin zu dem der eigenen Geburt ruft man sich ins Gedächtnis zurück und sie verlieren ihren negativen Einfluss.

Emotionen, die zu lange im Dunkel von Unterdrückung und Blockierung schlummerten, erscheinen beunruhigend und größer als sie in der Realität sind. Durch sanfte Formen der Integration zeigt sich, dass sie weder unangenehm noch beängstigend sind. Körper und Seele erfahren durch diesen Prozess neues Vertrauen und erhöhte Vitalität.

Wie funktioniert eine Rebirthing-Therapie?

Diese Methode kennt verschiedene Arten der Atmung. Als sehr wirkungsvoll und verbreitet gilt der integrative Prozess des Fünf-Elemente-Zyklus.

  1. Atmen Sie kreisförmig: Atmen Sie durch Nase oder Mund (nicht kombiniert!) mit Konzentration auf die Einatmung. Dabei heißt Kreisatmung nicht, dass Ihr Atem tatsächlich einen Kreis beschreibt. Sie lassen die Pause zwischen Ein- und Ausatmung weg.
  2. Entspannen Sie sich vollkommen: Nehmen Sie alle Körperempfindungen und hochkommenden Emotionen wahr, ohne abzulenken oder abzuwehren.
  3. Lassen Sie sämtliche Unterdrückungsmechanismen los.
  4. Erleben Sie Ihre Empfindungen: Durchleben Sie sämtliche Erfahrungen in Dankbarkeit, Genuss und Ekstase. Nehmen Sie die Wahrheit durch Befreiung von Unterdrückung und Abwertung an.
  5. Tun Sie, was Sie gerade tun: Geben Sie sich den natürlichen Regungen und Bewegungen hin, ohne Einfluss zu nehmen.

Es empfiehlt sich, die Technik zu Beginn unter erfahrener Leitung auszuführen, um sich in einem sicheren Raum mit den Erfahrungen vertraut zu machen. Danach praktizieren Sie Rebirthing ohne Anleitung und allein.

Üben am Atem verschafft positive Kräfte

Sehr bekannt ist die Technik nach Ilse Middendorf. Sie entwickelte eine eigene Lehre namens „Der erfahrbare Atem“. Laut Ilse Middendorf gibt es drei verschiedene Möglichkeiten zum Atmen:

  1. Das unbewusste Atmen, das für alle Lebensfunktionen notwendig ist.
  2. Das bewusste Atmen, das man durch den Willen steuert. So atmen Sie zum Beispiel schnell oder langsam, tief oder oberflächlich, stockend oder fließend.
  3. „Der erfahrbare Atem“. Dabei lernen Sie die Gesetze und Regeln des unbewussten Atmens kennen und finden einen neuen Zugang zu Körper, Seele und Geist. Ein Satz aus der Atemarbeit nach Ilse Middendorf lautet: „Wir lassen den Atem kommen, wir lassen ihn gehen und warten, bis er von selbst wiederkommt.“

Das Üben am Atmen vermittelt mehr Selbsterkenntnis und Vertrauen. Dies stützt die positiven Kräfte, die zur Heilung von Beschwerden und Erkrankungen beitragen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, ihren Körper durch das intensive Atmen genau kennen zu lernen.

Einzel- oder Gruppentherapie?

Egal, ob Rebirthing oder Atemtherapie nach Middendorf, es gibt zwei verschiedene Formen der Atemtherapie. In der Einzelbehandlung im Liegen befinden Sie sich als Übender mit dem Atemtherapeuten allein im Raum. Der Therapeut hilft Ihnen dabei, Ihre Atmung bewusst wahrzunehmen und kennen zu lernen. Mittels verschiedener Griffe und Berührungen, die zum Teil im Atemrhythmus erfolgen, zeigt der Therapeut neue Möglichkeiten zum Atmen und Entspannen auf. Er schließt jede Einzelbehandlung mit einem Gespräch ab.

Bei der Gruppentherapie gibt der Atemtherapeut bestimmte Bewegungsabläufe vor. Sie führen diese im Sitzen, im Stehen, im Liegen und in Bewegung aus. Sie üben zudem, die Atmung auf ihre Stimme wirken zu lassen. Im Gruppenunterricht erfahren Sie das Atmen auf neue Weise und entdecken Veränderungen beim Atemrhythmus, in der Haltung und im Befinden. Im Anschluss an den Gruppenunterricht findet ein Gespräch statt, während dem die Teilnehmer einander ihre Wahrnehmungen und Erlebnisse mitteilen.

Keine Nebenwirkungen!

Die Atemtherapie stellt eine sanfte Behandlungsmethode dar, bei der in der Regel keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Wenn eine akute schwere Erkrankung vorliegt (etwa eine Lungenentzündung), sollten Sie mit der Anwendung der Atemtherapie warten, bis sich der Gesundheitszustand bessert. Bei ernsthaften seelischen Krankheiten ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Atemtherapeuten und dem betreuenden Arzt notwendig.

  • Erfahrene Atemtherapeuten finden Sie unter www.therapeuten.de
  • Weitere Informationen: Institut für Ganzheitliche Integrative Atemtherapie; Birgit van der Koelen-Gerkens, In den Dellen 1 D, 41478 Viersen, Tel./Fax. 0 21 62/56 05 18
  • Buch-Tipp: Gudrun Anders, Das Rebirthing Arbeitsbuch – Ich finde mich doof/Ich liebe mich, Rainbow Verlag, 2001 ISBN 3-929-046199, 17,80 Euro

Heiltee und Atemtraining: So helfen Sie sich selbst

Schleim- und Krampflöser mit Schlüsselblume: Mischen Sie je 30 g Schlüsselblumenwurzel, Spitzwegerichblätter und Eibischkraut mit 10 g Thymiankraut (alle getrocknet aus der Apotheke). Übergießen Sie 2 gehäufte TL Kräuter mit 1/4 l heißem Wasser und lassen Sie den Tee zugedeckt 10 Minuten ziehen. Trinken Sie zweimal täglich einen Tasse frischen, mit Honig gesüßten Tee.

Stärkung der Atemmuskulatur: Stellen Sie eine angezündete Kerze etwa 30 cm vor Ihren Mund. Pusten Sie mit gespitzten Lippen so fest, dass die Flamme leicht flackert. Wiederholen Sie die Übung in verschiedenen Abständen zur Kerze: Machen Sie dazwischen kurze Pausen. Übungsdauer: 10 Minuten pro Tag. Wenn Sie die Übung ohne Anstrengung beherrschen, sollten Sie so zart pusten, dass die Flamme leicht zittert.

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