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Licht statt Stiche: die sanfte Methode gegen Schmerzen und Allergien

Sie haben von den Erfolgen der Akupunktur gehört und würden sie gerne ausprobieren? Doch allein die Vorstellung, sich mit Nadeln pieksen zu lassen, ist Ihnen vollkommen zuwider? Dann stellen wir Ihnen mit der Laser-Akupunktur eine gute Alternative vor. Das Licht regt nicht nur die Akupunkturpunkte an, sondern aktiviert auch den Zellstoffwechsel. Studien zeigen, dass die nebenwirkungsfreie Methode z. B. bei Kopfschmerzen oder Verspannungen sehr effektiv ist.

Bei der Laser-Akupunktur werden die klassischen Akupunkturpunkte nicht mit einer Nadel gestochen, sondern mit schwachem Laserlicht stimuliert. Der Therapeut bedient sich dabei eines Laserstiftes, der kaum größer ist als ein Kugelschreiber oder ein breiter Filzstift. An der Spitze trägt er einen schmalen Kopf, der durch eine winzige Öffnung oder eine durchlässige Kugel den Laserstrahl punktgenau abstrahlt. Pro Sitzung werden bis zu 20 Punkte jeweils für etwa eine Minute bestrahlt.

Die optimale Behandlung bei Nadelangst

Laser-Akupunktur eignet sich vor allem dann, wenn Sie sich vor den „echten“ Akupunkturnadeln fürchten. (Das ist zwar meist unbegründet, weil die Nadeln sehr fein sind, aber eine Therapie, die man nicht gerne undfreiwillig macht, hat von vornherein wenig Aussichten auf Erfolg.) Vor allem bei Kindern ist das Verfahren sinnvoll, weil viele eine panische Angst vor Nadeln haben.

Bei diesen Beschwerden ist der Einsatz der Laser-Akupunktur sinnvoll:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Nacken- und Schulterverspannungen (HWS-Syndrom)
  • Sportverletzungen, Tennisellenbogen
  • Ischias und andere Nervenschmerzen
  • Hexenschuss
  • Weichteil-Rheumatismus (Fibromyalgie)
  • Gürtelrose
  • Herpes
  • Heuschnupfen, Allergien

Sanfte Laserbehandlung

Eine spezielle Laser-Diode regt die Akupunkturpunkte an. Soft-Laser haben eine Energiestärke von 1 bis 700 Milliwatt. Ihre Energiestärke ist also bis zu 10.000-mal geringer und erzeugt keine zerstörerischen thermischen Effekte. Der Vorteil gegenüber der klassischen Akupunktur: Das Verfahren kommt ohne Nadeln aus.

In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass die Laser-Akupunktur ähnlich erfolgreich ist wie die klassische Nadeltechnik. Beispielsweise wurden an der Universität Jena im Jahr 2002 48 Patienten mit chronischen Nackenscherzen achtmal entweder „klassisch“ oder mit einem Laser behandelt. In beiden Gruppen gingen die Schmerzen deutlich zurück: in der Laser-Gruppe um mehr als 55 %, in der Nadel-Gruppe sogar um über 80 %.

An der Universität Kiel wurde die Laser-Akupunktur im Jahr 2001 bei 52 Migränepatienten erfolgreich eingesetzt. Nach acht Anwendungen, bei denen spezielle Migräne-Punkte behandelt wurden, nahm die Zahl von Tagen mit Migräne-Attacken um etwa 25 % ab. In einer unbehandelten Vergleichsgruppe blieb sie unverändert.

Die Farbe des Lichts ist mitentscheidend

Diese Studien zeigen, dass sich Akupunkturpunkte offenbar auch ohne Nadeln stimulieren lassen (das nutzt im Prinzip auch die Akupressur, bei der Sie die Punkte durch leichte Massage selbst aktivieren können). Doch das Laserlicht könnte auch noch eine weitere Wirkung auf das Gewebe haben.

Eine Theorie – die allerdings bisher noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist – besagt, dass Körperzellen über so genannte Bio-Photonen miteinander kommunizieren können. Das sind im Prinzip nichts anderes als winzige Lichtmengen. Innerhalb der Zelle sollen Bio-Photonen in milliardstel Sekunden chemische Reaktionen auslösen. Diese lichtgesteuerten Prozesse könnten durch das Laserlicht unterstützt werden.

Unabhängig davon, ob sich diese Theorie eines Tages bewahrheitet, ist auf jeden Fall die Farbe des Laserstrahls (seine „Wellenlänge“) für die Wirkung entscheidend. Denn sie bestimmt, wie tief das Licht in das Gewebe eindringt. Das eher selten verwendete grüne Laserlicht (497 bis 530 Nanometer) schafft es nur etwa 4 mm weit und eignet sich daher eher für die Ohrakupunktur. Das häufig angewendete rote Laserlicht (ca. 620 bis 690 Nanometer) dringt bis zu 10 mm Tiefe vor und kann damit auch tiefer gelegene Punkte erreichen. Infrarotes Laserlicht (750 bis 920 Nanometer) erreicht sogar Schichten, die 4 bis 5 cm tief im Gewebe liegen.

Erwarten Sie keine Wunderheilungen über Nacht

Haben Sie einen Arzt gefunden, der mit Laser-Akupunktur arbeitet (siehe Kasten unten), sollten Sie sich über die Kosten der Behandlungszyklen vorab erkundigen. Für länger andauernde Beschwerden sollten Sie fünf bis sechs Sitzungen einplanen. Die Kosten für eine Behandlung liegen zwischen 30 und 80 €.

Als Privatversicherter müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse eine Erstattung oder einen Zuschuss beantragen. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse gehen Sie leider leer aus. Diese erstatten seit dem 1. 1. 2007 nur die klassische Nadel-Akupunktur bei Rückenschmerzen und Kniearthrose. Dennoch lohnt sich ein Versuch mit Laser-Akupunktur für Sie in den meisten Fällen, weil diese Sie nebenwirkungsarm und nachhaltig von Ihren Beschwerden befreien kann.

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