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Akupunktur: Wirksamkeit bei chronischem Stress nachgewiesen

Wirkt sie oder wirkt sie nicht? Wenn es um Akupunktur geht, stritten sich die Forscher bisher um diese Frage. Doch nun ist es Wissenschaftlern des Georgetown University Medical Center in Washington/USA gelungen, nachzuweisen, dass Akupunktur tatsächlich etwas bringt – durch die Behandlung von Ratten.

Fünfzig verschiedene Krankheiten listet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, bei denen Akupunktur sich als hilfreich erwiesen hat. Bisher gab es zu diesen 50 Krankheiten allerdings nur Erfahrungsberichte über die Wirkung der alten chinesischen Nadeltherapie. Chronischer Stress gehörte dazu. Hier haben schon viele Menschen berichtet, dass sie sich nach einer Akupunktursitzung deutlich weniger gestresst fühlen. Allerdings war es bis heute noch nicht möglich, diese Erfahrungen zu belegen. Denn auch bei einer Scheinakupunktur ergaben sich zu große Wirkungen bei den behandelten Menschen – der Placebo-Effekt war einfach zu stark und sorgte für ein verbessertes Wohlbefinden.

Die Wissenschaftler gingen nun von einer Hypothese aus: Wenn Akupunktur Stress wirksam verringern kann, muss sie zwangsweise auch im Blut nachweisbare Stressmarker senken. Zu diesen im Blut vorhandenen Stressmarkern gehört unter anderem Neuropeptid Y. Dessen Blutspiegel steigt bei Menschen, die unter chronischem Stress leiden, stark an.

Ratten dienten den Wissenschaftlern als Untersuchungsobjekt: Eine Gruppe der Tiere wurde ganz in Ruhe gehalten. Zwei Gruppen erlebten Stress – davon bekam wiederum nur eine Gruppe Elektroakupunktur an dem Punkt, der für die Stressreduktion entscheidend ist. Sowohl beim Menschen als auch bei Ratten ist dieser Akupunktur-Punkt unter dem Knie zu finden. Die anderen Tiere wurden im Bereich des Schwanzes akupunktiert. Die Forscher wussten aus früheren Versuchen, dass eine Akupunktur hier wirkungslos ist.

Nach zwei Wochen wurde das Neuropeptid Y im Blut der gestressten Tiere gemessen. Bei denen, die falsch behandelt wurden und eine Akupunkturbehandlung im Schwanzbereich erhielten, war es deutlich angestiegen. Bei den Ratten, die am Stresspunkt Akupunktur erhielten, befanden sich die Werte des Stressmarkers auf dem Level der Tiere in der Kontrollgruppe. Er war also so niedrig, als wären die Tiere keinem Stress ausgesetzt gewesen. Dieser Effekt hielt sogar noch einige Tage lang nach der Akupunkturbehandlung an.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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