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Das wichtigste über Akupunktur

Aus China kam eine Heilmethode zu uns, die wie Zauberei anmutet. Doch sind ihre Erfolge inzwischen wissenschaftlich belegt. Die Akupunktur findet nun auch bei uns Anwendung, vor allem gegen chronische Krankheiten und Schmerzen.

Akupunktur© Adobe Stock

Qi – die Lebensenergie

Das Heilsystem der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gründet auf der Lehre von der alles durchdringenden Lebensenergie Qi (auch Chi). Diese Energie durchströmt den Körper und von dem ungestörten Fluss hängt die Gesundheit ab.

Die Akupunktur (Stechen bestimmter Punkte = Akus) gibt der Traditionellen Chinesischen Medizin eine Möglichkeit, den gestörten Fluss der Lebensenergie Qi günstig zu beeinflussen.

Den Fluss des Qi bestimmt nach der altchinesischen Lehre das Wechselspiel zweier entgegengesetzter, aber sich ergänzender und sich durchdringender Grundkräfte – Yin und Yang. Yin enthält den Samen des Yang, Yang enthält den Samen des Yin. Nur wenn Yin und Yang im fließenden Gleichgewicht sind, strömt Qi ungehindert und ausgewogen.

Yin verkörpert das Dunkle, Kalte, die Ruhe, den Mond, die Erde, die Weiblichkeit, das Nährende. Yang steht für das Helle, die Sonne, die Wärme, Männlichkeit und Aktivität.

Dem Yin-Yang-Prinzip ordnet die Traditionelle Chinesische Medizin die Organe zu: Lunge, Milz, Herz, Nieren und Leber sind als Füllorgane Yin. Magen, Gallenblase, Dünndarm, Dickdarm und Harnblase sind als Hohlorgane Yang. Yin (das „Schattige“) und Yang (das „Helle“), die beiden alles durchwirkenden Kräfte, sind nicht zwei unvereinbare Gegensätze. In jedem Yin ist Yang, in jedem Yang ist Yin.

Störungen im Fluss des Qi

Hat eine der beiden Grundkräfte ein starkes Übergewicht oder besteht ein Mangel an einer der beiden Kräfte, ist der Energiefluss des Qi gestört. Das äußert sich zunächst in Missbefinden, funktionellen Beschwerden und nachfolgend in Erkrankungen.

Zu den wichtigsten Auslösern eines Ungleichgewichts zählen ein starker Wind, große Kälte, Hitze, Stress, Ärger, Angst, Trauer oder Fehler in der Ernährung.

Was erwartet Sie bei einer Akupunktur?

Während der Akupunktur liegen Sie in der Regel möglichst entspannt auf dem Rücken. Die verwendeten Nadeln bestehen aus Edelstahl, gewöhnlich unter einen halben Millimeter dick und ein bis fünf Zentimeter lang.

Der Therapeut sticht die Nadel schnell in die Haut und führt sie so tief ein, bis Sie das De Qi verspüren. Die Nadeln verbleiben 20 Minuten. In dieser Zeit sollten Sie sich nicht bewegen.

Bei der Behandlung versucht der Akupunkteur, weitgehend schmerzfrei zu arbeiten. Sie ertragen vermutlich weniger Schmerzen als bei einer Blutentnahme. Bei besonders empfindlichen Patienten setzt man statt der klassischen Nadelung Laser-Reize mit vergleichbaren Ergebnisse ein.

Akupunktur: Welche Krankheiten sind heilbar?

Behandelt werden können durch Ohr- bzw. durch Klassische Chinesische Akupunktur vor allem Erkrankungen, die auf eine gestörte Organfunktion zurückzuführen sind. Bei zerstörten Strukturen, z. B. starker Arthrose, kann die Akupunktur nur noch eine Linderung bewirken.

So wenig die Akupunktur Nierensteine auflösen kann, so wenig vermag sie Knochenbrüche zu heilen. Nach einer Operation kann sie jedoch die Schmerzen lindern.

Notfallmäßig kann akupunktiert werden bei Herzschmerzen, Gallenkoliken, Nierenkoliken, Zahnschmerzen, Asthmaanfällen – aber nur zusätzlich zur üblichen schulmedizinischen Behandlung.

Erfreulicherweise hilft die Akupunktur gerade für die häufigsten Erkrankungen und wird beispielsweise von der Weltgesundheitsorganisation in Genf bei folgenden Erkrankungen empfohlen:

  • Kopfschmerz und Migräne
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Kreuzschmerzen und Ischialgien
  • Osteoarthritis
  • allgemeinen Erkältungskrankheiten
  • akuter Nebenhöhlenentzündung
  • akuter Bronchitis und Bronchial-Asthma
  • Trigeminus-Neuralgie
  • Menière-Krankheit
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Lähmung nach Schlaganfall
  • Gesichtslähmung im Frühstadium
  • peripheren Neuropathien
  • Folgezuständen der Kinderlähmung

Sie können auch bei folgenden Beschwerden mit sehr gutem Erfolg behandelt werden:

  • Allergien
  • Raucherentwöhnung
  • Abwehrschwäche, besonders bei Kindern
  • hormonelle Störungen bei Frauen
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • Schlafstörungen

Welche Nebenwirkungen hat die Akupunktur?

Bei fachgerechter Anwendung ist die Akupunktur eine sichere Sache. Mögliche Begleiterscheinungen können jedoch sein:

  • Ihr Konzentrationsvermögen ist nach der Behandlung möglicherweise vorübergehend beeinträchtigt.
  • Ihre Verkehrstauglichkeit kann eingeschränkt sein.
  • Muskelkaterähnliche Schmerzen an der Einstichstelle können sich kurzzeitig einstellen. Das kann eine normale Reaktion auf die Behandlung sein oder ein Zeichen dafür, dass Sie sich während der Nadelliegezeit bewegt haben. Das sollten Sie nämlich nicht.
  • Häufig verschlimmern sich Ihre Symptome für eine kurze Zeit. Das kennt man auch von anderen Naturheilverfahren wie der Homöopathie und wird Erstverschlimmerung genannt. Sie gilt als Zeichen dafür, dass Ihr Körper gut auf die Therapie reagiert.
  • Vereinzelt kommt es zu Blutergüssen.
  • Alle anderen Komplikationen, von denen in der Presse gelegentlich berichtet wird, wie Übertragung von Infektionen oder Organverletzungen sind keine Nebenwirkungen der Akupunktur als Verfahren, sondern schwere Behandlungsfehler eines schlecht arbeitenden Akupunkteurs.

Die optimale Behandlung bei Nadelangst: Laser-Akupunktur

Laser-Akupunktur eignet sich vor allem dann, wenn Sie sich vor den „echten“ Akupunkturnadeln fürchten. (Das ist zwar meist unbegründet, weil die Nadeln sehr fein sind, aber eine Therapie, die man nicht gerne und freiwillig macht, hat von vornherein wenig Aussichten auf Erfolg.)

Vor allem bei Kindern ist das Verfahren sinnvoll, weil viele eine panische Angst vor Nadeln haben.

So hilft Laserakupunktur Ihrem Kind:

Bei der Laserakupunktur kommt an Stelle der Nadeln ein Therapielaser zur Anwendung. Unter einem Laser versteht man ein Gerät, welches in der Lage ist, gebündeltes energiereiches Licht zu erzeugen. Das Laserlicht wird zur Behandlung des jeweiligen Akupunkturpunktes direkt auf die Haut Ihres Kindes gerichtet und dringt schmerzfrei in das Gewebe ein.

Die Bestrahlungszeit beträgt je nach Leistung des Lasers, nach dem Alter und Zustand des Kindes und je nach Krankheit zwischen 10 und 60 Sekunden je Punkt. Es genügt also, wenn Ihr Kind sich einige Minuten lang ruhig verhält. Eine Nadelakupunktur dauert länger, da hierbei die Nadeln zwischen 10 und 30 Minuten belassen werden.

Ähnlich wie eine Nadel regt das eindringende intensive Licht den Akupunkturpunkt an. Die Punkte werden je nach den vorhandenen Beschwerden so lange mit dem Laserlicht behandelt, bis ein Energiegleichgewicht hergestellt ist.

Die Behandlung muss meist mehrmals wiederholt werden, bis es zu einer dauerhaften Stabilisierung des Körpers kommt. Manchmal reichen schon einige wenige Sitzungen aus, in vielen Fällen sind circa 10 Behandlungen nötig. Diese finden ein- bis zweimal in der Woche statt.

Mein Tipp: Wenn Sie bei Ihrem Kind eine Laserakupunktur-Behandlung durchführen lassen wollen, ist es günstiger, dies vor dem Urlaub zu tun. Die Haut sollte dafür nämlich möglichst blass sein. Sonnenbräune lässt das Licht weniger tief eindringen und kann dadurch dessen Intensität verringern.

Bei diesen Beschwerden ist der Einsatz der Laser-Akupunktur sinnvoll:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Nacken- und Schulterverspannungen (HWS-Syndrom)
  • Sportverletzungen, Tennisellenbogen
  • Ischias und andere Nervenschmerzen
  • Hexenschuss
  • Weichteil-Rheumatismus (Fibromyalgie)
  • Gürtelrose
  • Herpes
  • Heuschnupfen, Allergien

Sanfte Laserbehandlung

Eine spezielle Laser-Diode regt die Akupunkturpunkte an. Soft-Laser haben eine Energiestärke von 1 bis 700 Milliwatt. Ihre Energiestärke ist also bis zu 10.000-mal geringer und erzeugt keine zerstörerischen thermischen Effekte. Der Vorteil gegenüber der klassischen Akupunktur: Das Verfahren kommt ohne Nadeln aus.

In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass die Laser-Akupunktur ähnlich erfolgreich ist wie die klassische Nadeltechnik.

Beispielsweise wurden an der Universität Jena im Jahr 2002 48 Patienten mit chronischen Nackenscherzen achtmal entweder „klassisch“ oder mit einem Laser behandelt. In beiden Gruppen gingen die Schmerzen deutlich zurück: in der Laser-Gruppe um mehr als 55 %, in der Nadel-Gruppe sogar um über 80 %.

An der Universität Kiel wurde die Laser-Akupunktur im Jahr 2001 bei 52 Migränepatienten erfolgreich eingesetzt. Nach acht Anwendungen, bei denen spezielle Migräne-Punkte behandelt wurden, nahm die Zahl von Tagen mit Migräne-Attacken um etwa 25 % ab. In einer unbehandelten Vergleichsgruppe blieb sie unverändert.

Ist der Laser gefährlich?

Das Licht üblicher Akupunkturlaser dringt meist bis zu fünf Millimeter in die Haut ein. Gewebeschäden oder Narben treten daher nicht auf. Da Laserlicht aber für die Netzhaut der Augen schädlich sein kann, muss Ihr Kind während der Behandlung die vorgeschriebene Schutzbrille aus speziellem Filterglas tragen.

Die Laserakupunktur ist praktisch nebenwirkungsfrei. Gelegentlich können vorübergehend so genannte „überschießende Reaktionen“ auftreten, die sich z. B. als Müdigkeit, Schlafstörungen oder Schwitzen nach der Behandlung äußern können. Auch ist – wie bei der Homöopathie – eine vorübergehende Verstärkung der behandelten Beschwerden möglich.

Suchen Sie Ratschläge zur richtigen Kindererziehung? Sind sie manchmal unsicher, wenn es um die Gesundheit Ihres Nachwuchses geht? Dann ist das hier etwas für Sie:

Die Farbe des Lichts ist mitentscheidend

Diese Studien zeigen, dass sich Akupunkturpunkte offenbar auch ohne Nadeln stimulieren lassen (das nutzt im Prinzip auch die Akupressur, bei der Sie die Punkte durch leichte Massage selbst aktivieren können). Doch das Laserlicht könnte auch noch eine weitere Wirkung auf das Gewebe haben.

Eine Theorie – die allerdings bisher noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist – besagt, dass Körperzellen über so genannte Bio-Photonen miteinander kommunizieren können. Das sind im Prinzip nichts anderes als winzige Lichtmengen.

Innerhalb der Zelle sollen Bio-Photonen in milliardstel Sekunden chemische Reaktionen auslösen. Diese lichtgesteuerten Prozesse könnten durch das Laserlicht unterstützt werden.

Unabhängig davon, ob sich diese Theorie eines Tages bewahrheitet, ist auf jeden Fall die Farbe des Laserstrahls (seine „Wellenlänge“) für die Wirkung entscheidend. Denn sie bestimmt, wie tief das Licht in das Gewebe eindringt.

Das eher selten verwendete grüne Laserlicht (497 bis 530 Nanometer) schafft es nur etwa 4 mm weit und eignet sich daher eher für die Ohrakupunktur. Das häufig angewendete rote Laserlicht (ca. 620 bis 690 Nanometer) dringt bis zu 10 mm Tiefe vor und kann damit auch tiefer gelegene Punkte erreichen. Infrarotes Laserlicht (750 bis 920 Nanometer) erreicht sogar Schichten, die 4 bis 5 cm tief im Gewebe liegen.