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Zwiebeln - vielseitig und gesund!

Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer priesen die „Jungfer mit den sieben Häutchen“ als Wunderheilmittel. Die Zwiebel (Allium cepa) galt ihnen als Aphrodisiakum und Arznei. Auch unsere Vorfahren wussten die Heilkraft der Zwiebel zu schätzen.

Die Zwiebel – eine unserer beliebtesten Würzpflanzen aus der Küche – wurde durch die Römer nach Europa gebracht. Zuvor war sie lange auch in Indien, China und dem Vorderen Orient für ihre heilende Wirkung bekannt.

Heute haben es die Lauchgewächse – Zwiebel, Knoblauch und Porree – zu einem großen Ruhm als Lebensverlängerer gebracht. Denn ihre Schutzwirkung auf die Gefäße ist mittlerweile unumstritten. In der Volksmedizin gilt sie als schleimlösend, immunstärkend und verdauungsfördernd. Auch als Wurmmittel ist die Zwiebel bekannt.

Warum fließen die Tränen beim Zwiebelschneiden?

Beim Bearbeiten von Zwiebeln, den engen Verwandten der Knoblauchknollen, fließen bei den meisten reichlich Tränen. Ein Schnitt und schon entweichen den Zellen Stoffe, aus denen sich ein Gas bildet, das die Augen reizt. Dort vermischt es sich mit Tränenflüssigkeit zu Schwefelsäure. Allerdings nur in geringer Konzentration.

Für das Gehirn reicht das jedoch als Signal. Es schüttet sogleich mehr Tränen aus, um den unangenehmen Stoff auszuspülen. Chemisch stellt sich das so dar: Beim Schneiden bildet sich aus dem fast geruchlosen Alliin, der schwefelhaltigen Substanz der Zwiebel, das stechend riechende und Tränen auslösende Allicin.

Oxidation spaltet die Schwefelverbindungen und oxidiert sie zu Schwefelsäure. Einige Tricks verhindern das beißende Martyrium: Sie können die Zwiebeln unter fließendem, kaltem Wasser pellen und grob schneiden (der Tränen auslösende Faktor ist wasserlöslich).

Weitere Möglichkeiten bestehen darin, Kontaktlinsen zu tragen oder eine Taucherbrille aufzusetzen. Schneiden Sie das untere Ende der Zwiebel zuletzt auf oder legen Sie die Zwiebel einige Zeit vor dem Schneiden in den Kühlschrank. Knoblauch zu schneiden verursacht glücklicherweise nicht so eine Pein.

Warum die Zwiebel so gesund ist

Die Zwiebel enthält etwa zwölf verschiedene Substanzen mit ähnlichen Wirkungen wie Antibiotika. Sie können Krankheitserreger abtöten und Entzündungen auf Haut und Schleimhäuten lindern. Vor allem der Zwiebelwirkstoff Allicin hat eine solche Durchschlagskraft.

Er entfaltet aber auch eine Schutzwirkung in den Gefäßen. Darüber hinaus senkt er den Blutdruck, verbessert die Durchblutung und beugt auf diese Weise Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Es gibt keine Gegenanzeigen für den Verzehr oder die Verwendung von Zwiebeln.

Allerdings kann der Genuss roher Zwiebeln Blähungen hervorrufen. Überdies wird bisweilen der Mundgeruch als unangenehm empfunden. Am besten verwenden Sie große, saftige Zwiebeln aus dem Bio-Anbau, wie sie jetzt im Sommer ganz frisch auf dem Markt sind.

Diese Wirkungen der Zwiebel gelten als wissenschaftlich belegt:

  • Desinfizieren
  • Blutfettwerte senken
  • Blutdruck senken
  • Entzündungen hemmen
  • Fließfähigkeit des Blutes verbessern

Inhaltsstoffe:

  • Allicin
  • ätherische Öle
  • Mineralien wie Eisen und Zink
  • Vitamine wie Folsäure und Vitamin C
  • Flavonoide

Das aus der Zwiebel gewonnene homöopathische Mittel Allium cepa ist altbewährt bei Erkältungen mit Fließschnupfen. Wenn Ihre Beschwerden ganz ähnlich sind, als wenn Sie eine Zwiebel schneiden mit brennend tränenden Augen und wässrigen Absonderungen aus der Nase, wird das Medikament Ihnen sicher helfen.

Neu ist die Anwendung von Zwiebelextrakten zur Narbenpflege. Ab der neunten Woche nach der Wundversorgung aufgetragen, sorgen die Inhaltsstoffe der Zwiebel dafür, dass Narben nach Verletzungen oder Operationen unauffällig werden.

So können Sie Zwiebeln anwenden

Bevorzugen Sie für medizinische Anwendungen kleine bis mittelgroße Sorten, Gemüsezwiebeln sind für diese Zwecke eher ungeeignet.

Zwiebel-Sirup gegen Husten

Schneiden Sie eine mittelgroße Zwiebel in feine Würfel und vermischen Sie sie mit 3 EL braunem Rohrzucker. Geben Sie ca. 125 ml Wasser hinzu und lassen Sie die Mischung einige Minuten lang köcheln.

Pressen Sie den Sud, nachdem er einige Stunden gezogen hat, durch einen Stoffteebeutel und füllen Sie ihn in ein dunkles Gefäß. Kühl aufbewahrt, ist er etwa ein halbes Jahr lang haltbar. Nehmen Sie von dem Sirup 3-mal täglich 1 bis 2 TL ein.

Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen

Hacken Sie eine kleine Zwiebel in feine Würfel und erwärmen Sie die Zwiebelstückchen vorsichtig in einem Topf. Füllen Sie anschließend ein Mullsäckchen oder eine Babysocke damit und legen Sie das Säckchen auf das schmerzende Ohr. Sie können die Auflage, die 30 bis 60 Minuten einwirken sollte, mit einer Mütze oder einem Stirnband fixieren.

Zwiebelwickel gegen Bronchitis

Hacken Sie 2 mittelgroße Zwiebeln klein und dünsten Sie die Würfel mit Schmalz in einer Pfanne an. Bestreichen Sie die Brust mit dem warmen Brei und decken Sie die Auflage mit einem Tuch ab. Lassen Sie den Wickel 1 Stunde lang in der Bettwärme einwirken.

Zwiebelsaft gegen Haarausfall

Bestreichen Sie einmal täglich die lichter werdenden Stellen der Kopfhaut mit frisch gepresstem Zwiebelsaft. Zwiebelsaft erhalten Sie fertig im Reformhaus.

Er hat darmreinigende Wirkung, kann aber auch Kur mäßig zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose eingenommen werden. Darüber hinaus finden Sie in Apotheke und Reformhaus Zwiebelölkapseln.

Zwiebelsalbe löst die Erkältung

Eine selbsthergestellte Salbe löst bei Erkältungen den Schleim, lindert Husten und verbessert die Nasenatmung. Lassen Sie 150 Gramm Schweineschmalz langsam in einer Kasserolle zerfließen. Geben Sie ein bis zwei gehackte Zwiebeln hinzu. Sie sollten das Fett aufsaugen.

Köcheln Sie die Mischung zehn Minuten leise, dann kurz abkühlen und durch ein Sieb passieren. Diese Masse streicht man gleichmäßig auf ein Leintuch und legt dies für etwa eine Stunde auf. Wickeln Sie es dafür um Brust und Rücken oder geben Sie jeweils ein Tuch auf die Brust und eines auf den Rücken.