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Cumarin: Ab wann droht ein Gesundheitsrisiko?

Die Vorweihnachtszeit steht vor der Tür und allerorts werden schon bald wieder Zimtwaffeln, Zimtsterne und Lebkuchen angeboten. Doch Vorsicht: Diese Köstlichkeiten können schnell zum Gesundheitsrisiko werden, wie unter anderem das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Saarbrücken herausfand.

Ayurveda gewürze© Adobe Stock

Zimt: Kein harmloses Weihnachtsgewürz!

Im Rahmen einer Untersuchung wurden dort 2012 zimthaltige Backwaren etwas genauer unter die Lupe genommen: Insgesamt 50 Proben aus verschiedenen Bäckereien sowie aus dem Handel wurden analysiert. In sechs Proben wurde der EU-Grenzwert des Zimt-Inhaltstoffs Cumarin überschritten und es wurde eine Menge von mehr als 50 mg/kg Lebensmittel ausgemacht. Bei einer Zimtwaffelprobe lag der Cumaringehalt sogar bei 177 mg/kg. Der Bäcker musste eine Rückrufaktion starten.

Die saarländischen Untersuchungsergebnisse sind kein Einzelfall: Immer wieder zeigt sich, dass in vorweihnachtlichem Gebäck zu viel Cumarin steckt. Der sekundäre Pflanzenstoff kann in hohen Dosen Kopfschmerzen verursachen oder Ihrer Leber schaden.

Diese Gesundheitsrisiken drohen

Möglicherweise ist die Gefahr sogar noch größer als bislang angenommen: Tierversuche zeigen, dass Mäuse und Ratten, die über einen langen Zeitraum sehr hohe Mengen an Cumarin aufnehmen, an Krebs erkranken. Dass der Stoff auch bei Menschen eine Tumorerkrankung fördert, konnte bislang allerdings nicht bestätigt werden.

Achten Sie auf die Menge, die Sie aufnehmen

Seien Sie in jedem Fall vorsichtig: Vermeiden Sie die Aufnahme großer Mengen. Versuchen Sie, möglichst nicht mehr als 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu konsumieren. Bei einem Körpergewicht von 70 kg wären das also maximal 7 Milligramm täglich. Sie könnten also theoretisch bis zu 23 Zimtsterne am Tag essen. Dies gilt allerdings nur, wenn der maximal erlaubte Höchstwert von 50 mg/kg Lebensmittel nicht überschritten wird.

Schmeckt das Plätzchen allerdings sehr intensiv nach Zimt, dann lassen Sie besser die Finger davon: Möglicherweise wurde hier die Höchstmenge überschritten. Bedenken Sie außerdem, dass Müsli, Frühstückszerealien oder beispielsweise Waldmeistergetränke ebenfalls Cumarin enthalten.

So viel Cumarin steckt in Lebensmitteln

  • Zimtsterne: bis zu 50 mg/kg Gebäck
  • Lebkuchen: bis zu 50 mg/kg Gebäck
  • Milchreis / Grießbrei mit Zucker und Zimt: bis zu 8 mg/kg Dessert
  • Müsliriegel: bis zu 21 mg/kg Müsli
  • Frühstückscerealien / Müsliriegel: bis zu 20 mg/kg Cerealien
  • Glühwein / Kinderpunsch: 8 mg/kg Getränk
  • Waldmeisterkraut: in einem 30 g Bund stecken etwa 40 mg Cumarin
  • Kaugummi: bis zu 50 mg/kg

Unbedingt schützen sollten Sie Ihre Kinder und Enkel: Aufgrund ihrer Körpergröße und der Vorliebe für Süßigkeiten können die Kleinen schnell zu viel Cumarin aufnehmen. Bei einem Körpergewicht von 15 kg sollte ein Kind pro Tag maximal vier bis fünf Zimtsterne essen oder nur eine 200-Gramm-Portion Milchreis mit Zucker und Zimt. Wählen Sie Ihre Lebensmittel also immer mit Bedacht aus. So können Sie und Ihre Familie die Vorweihnachtszeit ohne Probleme genießen.

Zimt ist nicht gleich Zimt: Achten Sie auf die Sorte

  • Zum Würzen von Gebäck und Süßspeisen wird entweder Cassia-Zimt oder Ceylon-Zimt genutzt.
  • Der etwas günstigere Cassia-Zimt enthält mehr Cumarin. Diese Zimtsorte stammt hauptsächlich aus Südchina und Indonesien.
  • Als gesundheitlich weniger bedenklich gilt Ceylon-Zimt, der aus Sri Lanka, Brasilien, Südindien und Madagaskar zu uns kommt. Wenn Sie also die Wahl haben, dann greifen Sie vorzugsweise zu Ceylon-Zimt.
  • Steht auf der Verpackung nicht, wo der Zimt herkommt, dann wurde sehr wahrscheinlich Cassia-Zimt verarbeitet.
  • Kaufen Sie Zimtstangen, so können Sie Cassia- und Ceylon-Zimt sehr gut voneinander unterscheiden: Bei der Ceylon-Zimtstange können Sie im Querschnitt mehrere gerollte, dünne Zimtlagen erkennen: Die Zimtstange ähnelt einer Zigarre. Die Cassia-Zimtstange besteht dagegen aus einer dickeren, gerollten Lage.
  • Gemahlen können Sie die beiden Sorten leider nicht voneinander unterscheiden.
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Christine Pauli
Über den Autor Christine Pauli

Beim FID Fachverlag für Gesundheitswissen ist sie Chefredakteurin des Informationsdienstes "Food Inspector" und des E-Mail-Newsletters „Ernährungstipps“.

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