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Zimt - mehr als nur ein Weihnachtsgewürz

Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt. Bei uns erlebt er insbesondere zur Weihnachtszeit seine Hochphase – in Lebkuchen, Bratäpfeln und anderen Leckereien. Dabei ist Zimt eigentlich nichts anderes als gemahlene Rinde. Zur Gewinnung nimmt man die Äste des tropischen Zimtbaumes, entfernt deren Rinde und lässt diese trocknen.

Zimt© pershing – adobe

Auf diese Weise erhält man die bekannten Zimtstangen. Werden diese gemahlen, entsteht das Zimtpulver. Dabei muss man zwischen zwei Zimtarten beziehungsweise zwei Zimtbäumen unterscheiden: Dem Ceylon Zimt und dem Cassia Zimt. Der folgende Artikel behandelt den Ceylon Zimt.

Cassia Zimt kommt aus China und wird auch als verfälschter Zimt bezeichnet. Der Verzehr, die Menge und die Wirkung von Cassia Zimt ist wegen des hohen Anteils an leberschädigenden Cumarin umstritten.

Verschiedene Verwendungsmöglichkeiten

Neben der Anwendung als charakteristisches Gewürz in der Küche ist Zimt auch eine sehr wirkungsstarke Heilpflanze. Wissenschaftliche Studien bestätigen die antimikrobielle Wirkung der Pflanze. Zimt regt die Verdauung an und kann, zu sich genommen mit den Speisen, Völlegefühl und Blähungen vorbeugen.

Außerdem geht man davon aus, dass Zimt reduzierend auf den Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte wirkt. Dass Zimt gerade in der kälteren Jahreszeit sehr beliebt ist, ist nicht verwunderlich. Zimt wird eine wärmende Wirkung zugesprochen.

Das wärmende Gewürz kurbelt den Stoffwechsel an, sodass Zimt auch beim Abnehmen zusätzlich positiv wirken kann. Aufgrund des hohen Vorkommens von sekundären Pflanzenstoffen in der Zimtrinde kann Zimt auch zur Krebsprävention eingesetzt werden. Zimt wird aus der getrockneten Rinde verschiedener Zimtbaumarten gewonnen.

Er kommt hauptsächlich aus China, Indien, Sri Lanka, Indonesien, Brasilien und den Inseln des Indischen Ozeans. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von unterschiedlich schmeckenden Zimtsorten. Bei uns wird am meisten Ceylon- (Ceylonkaneel) oder Chinazimt (Cassiazimt) verkauft.

Ceylonzimt bietet die beste Qualität und ist aufgrund seiner milden Süße ideal für Gebäck, Milchreis, Eis, Obst oder Schokolade geeignet. Der schärfer schmeckende Cassiazimt wird für die Zubereitung von Curry- und Fischgerichten verwendet. Zimt ist fast immer auch ein Bestandteil von Currymischungen.

Am besten probieren Sie einmal aus, an welchen Gerichten Ihnen das Gewürz schmeckt. Das können durchaus ungewöhnliche Mischungen sein: So schmeckt eine Prise zum Beispiel gut an Bratkartoffeln, einem Linsengericht, an Gulasch, Hackbraten oder Backeskartoffeln.

Scheiben von getrockneter Orange mit Zimt und Sternanis© Nailia-Schwarz – adobe

Wertvolle Inhaltsstoffe

  • ätherische Öle wie Zimtaldehyd, Eugenol, Linalool, Benzaldehyd, Pinen, Cymen, Phillandren
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe

Die Wirkung der ätherischen Zimtöle

  • entspannend auf die Darmmuskulatur
  • antiseptisch
  • kreislaufanregend
  • entzündungshemmend
  • kreislauf- und blutdruckregulierend

Noch heute wird Zimt sehr gerne zum Würzen von Teegetränken verwendet. Manch einer mit einem empfindlichen Magen gibt auch seinem Bohnenkaffee eine Prise davon hinzu. Denn er kann die magenaggressiven Eigenschaften von Kaffee abmildern. Der Geschmack von Zimt ist süß-würzig. Er erzeugt ein wohlig-warmes Gefühl.

Zimt gegen Diabetes mellitus?

In den letzten Jahren wurde intensiv an der Wirkung von Zimt auf den Blutzuckerspiegel geforscht. Eine kleine Studie der Universität Peshava in Pakistan konnte dabei nachweisen, dass durch die Einnahme des Gewürzes der Blutzuckerwert um bis zu 29 Prozent gesunken war.

Forscher der Universität Connecticut (USA) haben alle bislang vorliegenden Studienergebnisse zur Wirkung von Zimt bei Diabetes Typ II überprüft (Meta-Analyse) und konnten dabei jedoch keine statistisch bedeutsamen Verbesserungen der Blutzuckerwerte feststellen.

Eine jüngere Studie aus den Niederlanden zeigt ebenfalls, dass eine ähnliche Dosis auf den Nüchtern-Blutzuckerspiegel keine Auswirkungen hatte. Untersucht wurde eine Gruppe von Frauen nach der Menopause mit Typ-II-Diabetes. Eine ganze Reihe von Faktoren kann für diese Diskrepanz verantwortlich sein.

Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass der Blutzuckerspiegel der Teilnehmer der niederländischen Studie durch Standardmedikamente unter deutlich besserer Kontrolle war als der von den Teilnehmern der pakistanischen Studie.

Auch wenn Zimt keine Schäden verursachen kann, ist es zum jetzigen Zeitpunkt das beste, bei den wissenschaftlich hinreichend untersuchten Therapien eines Diabetes Typ II zu bleiben: Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät von der Einnahme von Zimt zur Senkung des Blutzuckers ab, solange keine endgültigen wissenschaftlichen Nachweise vorliegen.

Einnahme von Zimt

Genießen Sie doch mal öfter einen Zimt-Tee oder mischen Sie das gesundheitsfördernde Gewürz in den Cappuccino oder den Kakao. Sehr lecker schmeckt das farbige Pulver in Gebäck, Kuchen und Plätzchen – nicht nur zu Weihnachten.

Um das gesundheitsfördernde Kraftpaket in seine alltägliche Ernährung einzubauen, eignet es sich auch hervorragend im morgendlichen Müsli, Haferschleim oder Milchreis. Zimt gibt es inzwischen auch in kapselform. Besonders bei Cassia Zimt sollten die Präparate nicht langfristig eingenommen werden, denn dies kann zu Leberschädigungen führen.

Apfel-Zimt Tee© Hetizia – adobe

Bei Unsicherheiten bezüglich der Einnahme von Zimt oder der Wechselwirkung mit anderen Arzneien sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen. Während der Schwangerschaft sollte Zimt nur in kleinen Mengen eingenommen werden.

Zimt – nicht immer ein ungefährliches Gewürz

Genauso untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden wie Glühwein ist Zimt. Dieses auch für Plätzchen beliebte Gewürz hat aber einen großen Nachteil: Je nach Sorte enthält es mal mehr, mal weniger Cumarin. Dies ist ein Aromastoff, der der Leber Schäden zufügen kann.

Wenn Sie empfindlich sind, passiert dies schon bei kleinen Mengen Cumarin. Häufig bilden sich die Schäden wieder zurück, es kann aber auch passieren, dass der Stoff Leberentzündungen mit Gelbsucht auslöst. Wie viel Cumarin im Zimt enthalten ist, ist unterschiedlich:

Cassia-Zimt kann 3.000 mg/kg enthalten, Das Bundesamt für Risikobewertung fand aber auch schon bis zu 10.000 mg. Besser greifen Sie von vornherein zu Ceylon-Zimt. Dieser liefert maximal 297 mg/kg. Leider aber sind Hersteller nicht verpflichtet, aufzuführen, um welche Zimtsorte es sich handelt.

Fehlt der Sortenhinweis, kann Ihnen das Ursprungsland des Zimts weiterhelfen. Ceylon-Zimt stammt in der Regel aus Madagaskar oder Sri Lanka. Cassia-Zimt kommt dagegen überwiegend aus Indonesien. Haben Sie Zimtstangen vor sich? Schauen Sie genau hin. Ceylon-Zimt besteht aus dünnen, ineinander gerollten Rindenschichten.

Cassia dagegen ist eine Rinde, sehr dick, die an den Seiten eingerollt ist. Gefährlich werden kann die „falsche“ Zimtsorte vor allem für Kinder. Bei einem 15 kg schweren Kind beträgt die tolerierbare Tagesdosis 0,5 Gramm Cassia-Zimt oder 1,5 mg Cumarin – das entspricht drei Zimtsternen pro Tag. Erwachsene vertragen bis zu 24 kleine Zimtsterne am Tag bzw. 2 Gramm Cassia-Zimt oder 6 mg Cumarin.

Zimt Christine Pauli Cumarin: Ab wann droht ein Gesundheitsrisiko?

Eine zu hohe Aufnahme des Duft- und Aromastoffs Cumarin im Zimt kann Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Lesen Sie hier, wie Sie sich schützen können.

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