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Yamswurzel: Keine Alternative bei Wechseljahrsbeschwerden

von Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von „Länger und gesünder Leben“.

In Kleinanzeigen und im Internet wird nicht erst seit dem Skandal um die Hormonersatztherapie Yamswurzel als pflanzliche Alternative gegen Wechseljahrsbeschwerden angepriesen. Doch leider haben unsere Recherchen ergeben, dass die Marketingabteilungen dubioser Firmen hier den Mund wieder einmal zu voll nehmen. Denn an den versprochenen Wirkungen scheint so gut wie nichts dran zu sein. Dabei ist die Yamswurzel durchaus eine segensreiche Heilpflanze. Allerdings wirkt sie eher gegen entzündliche Erkrankungen und Verdauungsstörungen.

Hormonelle Wirkungen der Yamswurzel sind nicht nachgewiesen

Viele Hilfe suchende Patienten fallen auf diesen simplen Verkaufstrick herein: Bis in die 70er Jahre wurde der Rohstoff für die Antibabypille vor allem aus der Yamswurzel (Dioscorea villosa) gewonnen, einer nord- und mittelamerikanischen Heilpflanze. Also – und hier beginnt der Trugschluss – muss die Pflanze selbst ebenfalls in der Lage sein, den menschlichen Hormonhaushalt zu beeinflussen. Und deshalb muss sie z. B. gegen Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden wirksam sein.

Der Stoff, auf dem die Wirkung beruhen soll, ist das Diosgenin: Aus diesem Phytohormon wurde tatsächlich der Anti-Babypillen-Wirkstoff Progesteron gewonnen. Allerdings sind dazu im Labor noch diverse chemische Umbaureaktionen nötig, die im menschlichen Körper gar nicht ablaufen. Mit der Rohsubstanz Diosgenin kann Ihr Organismus also gar nichts anfangen. Es ist kein „natürliches“ Progesteron – wie in den Verkaufsprospekten zu lesen ist. Außerdem dient Diosgenin auch nicht als „unentbehrlicher Rohstoff“ für die körpereigene Produktion des Anti-Aging-Hormons DHEA. In der weltweit größten medizinischen Datenbank „medline“ gibt es nur eine einzige Studie, die die Wirksamkeit der Yamswurzel gegen Wechseljahrsbeschwerden untersucht hat. Das Urteil der australischen Forscher aus dem Jahr 2001: Nach drei Monaten hatte die Yamswurzel lediglich dieselbe Wirkung wie ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Placebo).

Traditionell wirksam gegen Krämpfe, Magen-Darm-Probleme und Entzündungen

Die Yamswurzel wird also wider besseren Wissens weiterhin als hormonell wirksam angepriesen. Und das, weil sich mit diesen „modernen“ Anwendungen mehr Geld verdienen lässt. Kaum beachtet wird dagegen, dass die Yamswurzel tatsächlich eine jahrhundertealte Heilpflanze ist.

Das sind die ursprünglichen Anwendungsgebiete der Yamswurzel:

  • Lösung von Krämpfen (z. B. im Magen-Darm-Trakt)
  • Verdauungsförderung durch verstärkte Gallenproduktion
  • Entzündungshemmung (z. B. bei rheumatischen Erkrankungen)
  • Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen
  • Schleimlöser bei Husten

In ihren Ursprungsländern Mittel- und Südamerikas bereiten die Menschen vor allem frische Tees aus der Wurzel zu. In Deutschland sind in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken meist Extrakte der Wurzel in Tablettenform erhältlich. Sie können in der Regel gefahrlos bis zu 1 g des Pulvers täglich zu sich nehmen. Lediglich Schwangere und Stillende sollten es nicht anwenden. Nebenwirkungen der bewährten Heilpflanze sind bisher unbekannt. In der Apotheke erhalten Sie auch homöopathische Kombinationspräparate, die neben anderen Heilpflanzen u. a. Yamswurzel enthalten. Gegen Leber- und Gallenbeschwerden wirkt z. B. Gallenja® (Monatsbedarf ca. 19 €) und die von einem Therapeuten zu verabreichende Injektionslösung hepa-loges® (5 Ampullen ca. 6 €). Bei Hautentzündungen und Arthritis hat sich das Präparat Phytocortal® bewährt (Monatsbedarf ca. 14 €).

Wechseljahrsbeschwerden: Johanniskraut und Traubensilberkerze sind besser geeignet

Unser Fazit: Die Yamswurzel hat ihre Wirksamkeit gegen entzündliche Erkrankungen und Verdauungsstörungen seit Jahrhunderten unter Beweis gestellt, und wissenschaftliche Studien können diese traditionelle Anwendung inzwischen nur bestätigen. Dagegen ist es aus unserer Sicht absolut unverständlich, weshalb die Pflanze heute als neues Anti-Aging-Wundermittel oder gegen Wechseljahrsbeschwerden angepriesen wird. Zu diesen Anwendungsgebieten gibt es weder langjährige Erfahrungen noch wissenschaftliche Studien, die diese Vermarktungsstrategie rechtfertigen können.

Wenn Sie hormonell bedingte Beschwerden mit pflanzlichen Mitteln behandeln wollen, steht Ihnen eine Reihe von pflanzlichen Präparaten zur Verfügung. So wirkt z. B. Johanniskraut stimmungsaufhellend und Traubensilberkerze (Cimicifuga) gegen Hitzewallungen oder Schlafstörungen. Frauen verwenden beide Pflanzen schon seit Jahrhunderten gegen Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden. Und neue Studien konnten deren Wirksamkeit hier eindeutig belegen.

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Alte Kommentare
  • Sabine schrieb am 10.03.2011, 16:48 Uhr

    Ich hab bei diesem Artikel für schlecht gestimmt, nicht weil mir nicht gefällt was darin steht, das kann schon alles durchaus so sein.... sonder weil lächerlicherweise direkt unter diesem Artikel zwei Anzeigen erscheinen in denen Yamswurzel für Wechseljahrsbeschwerden angepriesen wird..... ohne Worte, oder?

  • Jutta Thiessen schrieb am 24.08.2011, 13:38 Uhr

    Ihre Ausführungen entsprechen nicht der Wahrheit, die Yamswurzekl ist bei Wechseljahresbeschwerden durchaus sehr hilfreich und hat nicht nur Placebowirkung, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Außerdenm kann man aus der Yamswurzel bioidenticshe Hormone gewinnen, vielleicht sollten Sie mal bei Dr. rimkus nachlesen, bevor Sie weitrehin falsche Meinungen verbreiten. mfg J. Thiessen

    • Doris Füllemann antwortete am 20.01.2013, 15:08 Uhr

      habe selber noch keine Erfahrung mit dem Produkt der yamswurzel,bin aber,nachdem ich das buch von dr.volker rimkus gelesen habe,voll begeistert und werde demnächst selber damit einen versuch beginnen.da es einzelne Ärzte oder naturärzte gibt die diese metode anbieten,werde ich das begleitend machen.die gute Qualität und Dosierung scheinen mir wichtig von diesem Produkt.mfg.d.f.

    • Moni Ka antwortete am 17.07.2015, 21:20 Uhr

      Sehr richtig .Ich nehme diese Kapseln bioidentischer Hormone aus der Yamswurzel selber und habe sie mehreren Bekannten empfohlen die nicht mehr wussten wie sie ihre Wechsel Jahres beschwerden in den Griff bekommen sollten .Wir alle Geniessen wieder unser Leben,was man vorher nicht einmal mehr lebenswert nennen konnte