Wacholder: Bei Rheuma und Gicht
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Pfarrer Kneipp verordnete bei Erkältungen auch Inhalationen mit Wacholder-Dampf
Der gemeine Wacholder (Juniperus communis), Baum des Jahres 2002, gehört zu den Zypressengewächsen. Das stachelige Nadelgehölz bevorzugt eher kargen Boden (Gebirge, Steppe, Heide) und kann bis zu 10 m hoch werden. Die nur etwa erbsengroßen, blaugrünen Beeren sind streng genommen keine Früchte, sondern die Zapfen des Wacholders. Sie brauchen von der Blüte bis zur Reife etwa zwei Jahre.
Zu medizinischen Zwecken dienen nur die reifen Beeren (Zapfen), die nach der Ernte entweder sofort zu Tinkturen verarbeitet oder getrocknet werden.
Das sind die wichtigsten Inhaltsstoffe des Wacholders:
- Gerbstoffe
- ätherische Öle, v. a. Camphen
- Ameisen- und Essigsäure
- Vitalstoffe, v. a. Kalium, Kalzium, Mangan und Vitamin C
- Invertzucker (Mischung aus Zucker und Fruchtzucker)
- Flavonoide
Wacholderbeeren schmecken bitterharzig; bei längerem Kauen werden sie leicht süßlich.
Der Jungbrunnen der alten Germanen
Die alten Germanen verehrten den Wacholder als mächtige Zauberpflanze, die ewige Jugend schenken sowie vor Unglück und Pest schützen sollte. Berühmt ist heute die Wacholderkur nach Pfarrer Kneipp (siehe Kasten rechts).
So wirken Wacholderbeeren:
- desinfizierend
- schmerzlindernd
- harntreibend
- blutreinigend
- durchblutungsfördernd
- wärmend
- stoffwechselanregend
- appetitanregend
Wacholderbeeren können Sie innerlich entweder pur oder als Tee , Tinktur, Sirup, Saft oder Kapseln einnehmen. Für die äußerliche Anwendung stehen auch fertige Salben und Öle zur Verfügung.
Bei diesen Beschwerden sollten Sie an Wacholder denken:
innerlich bei:
- Rheuma und Gicht
- Arthrose
- Infektvorbeugung
- Erkältungshusten
- Mangel an Verdauungssekreten
- Neigung zu Blähungen
äußerlich bei:
- Muskel- und Sehnenschmerzen inkl. Rheuma und Arthrose
Wacholderzubereitungen dürfen Sie nur auf die unverletzte Haut auftragen, da die ätherischen Öle in Wunden sehr brennen. Aus diesem Grund sollten Sie auch keine Wacholdermittel direkt auf die Schleimhäute (Augen, Nase, Urogenitaltrakt) bringen.
Da Wacholder eine außerordentlich starke harntreibende Wirkung besitzt, dürfen Sie ihn bei einer Funktionsstörung der Nieren nicht anwenden. Es könnte zu einer Überlastung der Nieren kommen. Auch in der Schwangerschaft ist die Anwendung von Wacholder verboten, weil er vorzeitige Wehen auslösen kann.